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Zwei Generationen, ein Team: Michael Schumacher und Nico Rosberg (l.) © getty

Die junge deutsche Fahrer-Generation spricht über das Aufeinandertreffen mit Renn-Legende Michael Schumacher zur neuen Saison.

München - Für seine deutschen Nachfolger in der Formel 1 war Michael Schumacher Vorbild, "das Maß aller Dinge" (Adrian Sutil), "einer der besten Fahrer aller Zeiten" (Nico Rosberg) (Lauda im Sport1.de-Interview: "Alle wollen Michael um die Ohren fahren") .

Jetzt dürfen sich Deutschlands Formel-1-Jungstars selbst mit Michael Schumacher messen und freuen sich riesig über das Comeback des Rekordweltmeisters.

"Seine Rückkehr ist sehr gut für unseren Sport", sagte eine Woche vor dem Saisonauftakt in Bahrain Vize-Weltmeister Sebastian Vettel im Gespräch von Schumachers fünf deutschen Formel-1-Kollegen mit dem "Sport-Informationsdienst" (Schumis Warnruf: Keine frühen Siege)

"Nicht auf Augenhöhe"

Wenn der 41 Jahre alte Kerpener am 14. März in Bahrain nach 1239 Tagen wieder ein Formel-1-Rennen fährt, ist es für Vettel, Adrian Sutil und Neuling Nico Hülkenberg eine lang erträumte Premiere.

Sie fahren zum ersten Mal gegen den siebenmaligen Champion um WM-Punkte. Nico Rosberg, Schumachers Teamkollege bei Mercedes, hatte dieses Vergnügen schon in seiner Debüt-Saison 2006. Timo Glock ist bei seinen ersten vier Rennen 2004 unter anderem gegen Schumacher angetreten. (DATENCENTER: Die Saison 2010 im Überblick)

"Es ist natürlich generell ein Highlight für die Formel 1 und alle Fans", sagte Glock, der jetzt bei Formel-1-Neuling Virgin fährt, über Schumachers Rückkehr: "Ich freue mich darauf, aber ich glaube, ich bin im Moment nicht auf Augenhöhe, dass ich mal auf der Strecke mit ihm kämpfen könnte."

Vettel: Fahre auch gegen andere

Während Duelle mit dem erfolgreichsten Formel-1-Piloten der Geschichte für Sutil "eine super Sache" sind, ist Schumacher für seinen Freund Vettel, mit dem er zuletzt dreimal in Folge das "Race of Champions" gewann, nur ein weiterer Gegner. "Ich fahre ja nicht nur gegen Michael, sondern auch gegen andere", sagte der Heppenheimer.

Nico Hülkenberg, der wie Schumacher von Manager Willi Weber betreut wird, findet es unterdessen gut, dass sich die Medien weitgehend auf Schumacher stürzen. "Das ist aber nicht schlimm, denn dann kann ich mich mehr auf das Fahren konzentrieren", sagte der Williams-Pilot.

Für Hülkenberg war Schumacher ebenso wie für Vettel und Glock ("Ich habe damals eigentlich alle Rennen im Fernsehen verfolgt") in früheren Jahren ein Vorbild. "Aber jetzt ist er ein Gegner. Und ein Gegner kann ja kein Vorbild mehr sein", sagte der 22-Jährige keck. 180745(DIASHOW: Teams und Fahrer 2010)

"Er die Berichte, ich die Pokale"

Sutil glaubt nicht, dass nur noch Schumacher im Mittelpunkt stehen wird. "Michael muss ja auch Gegner haben, kann nicht gegen sich selber fahren, und da hilft es sicher, die anderen Fahrer auch nicht ganz zu vergessen", sagte der Force-India-Pilot, der es aber ganz normal und okay findet, dass "die Medien und Fans große Aufmerksamkeit und Sympathie schenken".

Auch Vettel, im vorigen Jahr der Shootingstar, und Rosberg, der als Teamkollege bei Mercedes vielleicht noch mehr in Schumachers Schatten stehen könnte als die Kollegen, hätten nichts dagegen, dass sich alles auf Schumacher stürzt - unter gewissen Bedingungen.

Vettel: "Wenn er die Berichte hat und ich die Pokale." Rosberg: "Für mich ist das gar kein Problem, so lange ich Rennen gewinne."

Junge Wilde einer Meinung

In einem Punkt sind sich die jungen Wilden weitgehend einig. Sie alle trauen Schumacher trotz seiner 41 Jahre und nach drei Jahren Formel-1-Abstinenz zu, um Siege und vielleicht auch um den Titel mitzukämpfen. "Er hat bei den Tests gezeigt, dass er wieder vorne reinfahren kann. Ob es langt, um sogar ganz vorne um die WM zu fahren, weiß ich nicht. Das kommt darauf an, wie das Paket des Autos ist", sagte Glock.

Wie gut dieses Paket ist, kann Rosberg am besten beurteilen. "Ich habe ein gutes Gefühl", sagte der Sohn des früheren Weltmeisters Keke Rosberg, der als Kind "Mika Häkkinen als Vorbild hatte, da mein Vater ihn damals gemanagt hat und er immer noch ein Freund der Familie ist".

Schumacher habe er aber immer respektiert, und jetzt sieht Rosberg "keinen Grund dafür, dass Michael nicht an seine alte Stärke anknüpfen kann. Dennoch müssen wir beide als Teamkollegen gemeinsam unseren Silberpfeil WM-fähig machen."

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