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Der Niederrheiner Nico Hülkenberg kam bei seinem Formel-1-Debüt in Bahrain auf Platz 14 © getty

Die Wolfsburger denken an eine Beteiligung. Williams tendiert zu einem deutschen Motor und soll bereits mit VW verhandeln.

Von Michael Spandern

München - Wenige Tage nach dem ersten Grand Prix der neuen Formel-1-Saison denkt Volkswagen über einen Einstieg in die Königsklasse nach.

Und ein Interessent für die Motoren klopft offenbar bereits in Wolfsburg an: Das Williams-Team, das in Bahrain durch Rubens Barrichello und Nico Hülkenberg die Plätze 10 und 14 einfuhr, steht "Sport-Bild"-Informationen zufolge in Verhandlungen mit VW.

Teamchef Sir Frank Williams persönlich, dem 70 Prozent des Rennstalls gehören, soll dem Konzern eine Beteiligung angeboten haben.

Seit 90 Rennen ohne Sieg

"Ein privates Formel-1-Team wie wir ist mit einem Hersteller im Rücken stärker", sagt Williams. "Und natürlich gibt es da diese Affinität zu Deutschland."

Der 67-Jährige spielt damit auch auf den letzten Rennsieg an, den Juan Pablo Montoya im Oktober 2004 in Brasilien landete - damals mit einem bayrischen BMW-Motor.

Seither fuhr Williams in 90 Grands Prix vergeblich einem Sieg hinterher - die längste Durststrecke in der 33-jährigen Geschichte des Rennstalls.

Lob für Youngster Hülkenberg

"Deutsche Autos sind immer super", schwärmt Williams, nachdem Jenson Button 2009 im Mercedes-getriebenen Brawn Champion wurde und Silberpfeil-Pilot Lewis Hamilton ablöste.

Und einen deutschen Fahrer hat der Teamchef mit Hülkenberg ja bereits an Bord. "Nico wird ein großer Star. Ich plane mit ihm für die Zukunft", lobt er den 22-Jährigen.

Mit einem Deal würde sich Williams, dessen Etat deutlich unter dem von Red Bull, Ferrari, McLaren oder Mercedes liegt, auch finanziell Luft verschaffen.

Hoffen auf den Basismotor

Auch Volkswagen könnte von einer Zusammenarbeit profitieren, schließlich stiege die Rallye-Großmacht aus Niedersachsen in die höchste Liga des Motorsports auf.

Konzernberater Hans-Joachim Stuck wiegelt allerdings noch ab: "Im Moment ist die Formel 1 kein Thema. Sollten sich die Rahmenbedingungen ändern, muss man darüber nachdenken."

Dabei denkt "Striezel" offenbar an die eventuelle Einführung eines Basismotors für alle Motorsportserien im Jahre 2013.

Der könnte ein Formel-1-Engagement auch für VW erheblich kostengünstiger machen.

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