vergrößernverkleinern
Timo Glock ging bislang bei 37 Formel-1-Rennen an den Start © getty

Virgins Benzin-Tank ist zu klein geraten, um die volle Distanz zu überstehen. Große Teile des Boliden müssen neu gebaut werden.

Von Martin Hoffmann

München - Timo Glock hat mehrmals klar gemacht, dass er seine Unterschrift bei Formel-1-Neuling Virgin nicht bereue.

"Ich weiß, worauf ich mich eingelassen habe", sagte er vor der Saison im Interview mit Sport1.de, auch nach dem schlechten Verlauf des ersten Rennens betonte er "keine Fehlentscheidung" gefällt zu haben. Ob er das jetzt auch noch so unterschreiben würde?

Nach dem frühen Doppel-Ausfall in Bahrain gibt es vor dem Rennen in Australien (Qualifying, Sa. ab 6.45 Uhr LIVE) nämlich neuen Pannen-Ärger um den jungfräulichen Rennstall (214240DIASHOW: Fahrerzeugnis des Bahrain-Grand-Prix).

Wie "auto motor und sport" berichtet, hat sich das Team bei der Konstruktion seines Boliden einen peinlichen Rechenfehler geleistet, der schwerwiegende Folgen hat.

Zehn Liter fehlen

Das Problem, das die Ingenieure festgestellt haben: Der Tank des am Computer entworfenen Virgin-Renners VR-01 ist zu klein, um ein Rennen bei normaler Motorenleistung zu überstehen.

Zehn Liter fehlen angeblich zur mindestens nötigen Menge von 220 bis 240 Litern.

Die Fahrer müssten die Motorenpower für mindestens zehn bis 15 Runden drosseln, um über die volle Distanz zu kommen - was allerdings die Gefahr von Aggregatsschäden erhöht.

Sondererlaubnis der FIA

Virgin muss das Chassis des Boliden also neu konstruieren. Es reicht nämlich nicht, einfach das Tankvolumen zu erhöhen, als Folge des Umbaus müssen auch Unterboden, Aerodynamik und andere Details mitverändert werden.

Eigentlich ist die Fortentwicklung des Chassis laut FIA-Reglement während der Saison verboten, der Weltverband hat dem Team allerdings eine Ausnahmegenehmigung erteilt, weil das Problem so schwerwiegend ist.

Chefkonstrukteur Nick Wirth soll bis zum Grand Prix von Spanien im Mai eine modifizierte Version des Renners entwickeln.

Damit sind auch andere Entwicklungsmaßnahmen hinfällig, die eigentlich bis zum Rennen in Barcelona geplant waren.

Kampf um die Zuverlässigkeit

Offiziell kommuniziert wird die Tank-Panne nicht. Glock spricht stattdessen nur ganz allgemein vom Ziel des Teams, "dass wir alles tun müssen, um sicherzustellen, dass das Auto zuverlässig genug ist, die Zielflagge zu sehen" (VIDEO: Die Strecke von Melbourne).

Der deutsche Pilot weiß, dass er die Macken seines neuen Rennstalls verkraften muss. Seine Antwort auf die Frage, ob er das Abenteuer Virgin bereue, hatte er nämlich noch einen zweiten Teil.

Es wäre "jetzt auch zu spät darüber nachzudenken".

Zum Forum - jetzt mitdiskutieren! Zurück zur Startseite

teilentwitternE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel