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"Er ist entspannt." Norbert Haug verteidigt Michael Schumacher © getty

Mercedes-Motorsportchef Norbert Haug verteidigt seinen Star-Piloten gegen die heftigen Attacken nach dem Australien-Grand-Prix.

Von Marc Ellerich

München - Der Druck auf Michael Schumacher und das Mercedes-Team wird größer. Bereits nach zwei Rennen wird der deutsche Star - vor allem von den ausländischen Medien - gnadenlos attackiert. (Pressestimmen: "Schumi, eine Qual!")

Aber auch in Deutschland scheint die Schonfrist für den Formel-1-Rückkehrer reichlich früh abgelaufen zu sein. Dass Schumacher im Australien-Rennen einen unglücklichen Start hatte, dass sein Mercedes ihm nach wie vor Probleme bereitete - vergessen. Als "Schleich-Schumi" wurde der siebenmalige Weltmeister bereits verspottet. (218468DIASHOW: Alonso rempelt Schumi an)

"Er hat Spaß"

Mercedes-Sportchef Norbert Haug fürchtet offenbar, dass der Rekord-Weltmeister Schaden nehmen könnte. Und stellt sich vor den deutschen Ausnahme-Fahrer.

"Michael ist stark wie immer", sagte Haug gegenüber "autosport.com": "Er hat Spaß und ist ziemlich entspannt."

Der Mercedes-Mann geht davon aus, dass Schumacher bisher noch nicht zeigen konnte, wie schnell er wirklich ist - auch im Vergleich zu seinem Teamkollegen Nico Rosberg, der im Albert Park Fünfter wurde. (INTERVIEW: "Die Jungs geben Gas")

Haug: Auf Augenhöhe mit Nico

"Wenn man sich Michaels Zeiten im Qualifying ansieht, wo er von Alonso behindert wurde, ist es nur gerecht zu sagen, dass er auf Augenhöhe mit Nico war", so Haug: "Und ich denke, Nico ist einer der besten Piloten der neuen Generation." (218418DIASHOW: Bilder des Rennens)

Auf das Fahrerduo des Stuttgarter Konzerns will der Schwabe ohnehin nichts kommen lassen: "Wir haben eine der stärksten Paarungen im ganzen Feld." Es sei nun am Team, den neuen Silberpfeil konkurrenzfähig zu machen. "Wir müssen das Paket verbessern", forderte Haug. (DATENCENTER: Das Renn-Ergebnis)

Gradmesser für die Silberpfeile

Doch bei den silbernen Stars hat die Kritik der vergangenen Tage offenbar ohnehin wenig Spuren hinterlassen. Nico Rosberg jedenfalls geht zuversichtlich in das Rennen am Oster-Wochenende in Malaysia.

"Der Sepang Circuit gehört zu meinen Lieblingsstrecken im Kalender", sagte der Wahl-Monegasse, der im vergangenen Jahr mit dem Williams-Team Vierter wurde: "Wir wollen weiter kräftig Punkte sammeln und sollten den Anschluss zur Spitze halten."

Sepang betrachtet Rosberg als Gradmesser für die Silberpfeile. "Hier kann man den derzeitigen Leistungsstand der einzelnen Teams gut vergleichen."

Leistungsschau in Sepang

Mercedes, so glaubt er, sei für die Leistungsschau gut gerüstet: "Wir machen mit der Abstimmung des MGP-W01 gute Fortschritte."

Das sieht auch Schumacher so. "Natürlich zeigt sich das nicht auf den ersten Blick", ließ der 41-Jährige auf seiner Homepage verlauten: "Aber wenn man das Wochenende genauer analysiert, haben wir uns gut verbessert und können zufrieden sein."

Skeptische Bosse

Die Verantwortlichen, Haug und Teamchef Ross Brawn, sind für den Grand Prix am Sitz des Titelsponsors Petronas jedoch zurückhaltender.

"Wir sind noch nicht soweit, ganz an der Spitze mitzufahren", sagte "Superhirn" Brawn vor dem dritten Rennen innerhalb eines Monats. Auch Haug bleibt vorsichtig: "Es ist ein Rennen unter Bedingungen wie in der Sauna. Unser Ziel ist es, in Malaysia weiter zu punkten und die Basis für fortgesetzte technische Verbesserungen zu schaffen."

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