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Jungfräulich auch noch in Sachen Zielankunft: Timo Glocks VR-01 © getty

Nach der Tank-Panne erntet Neuling Virgin Racing Hohn und Spott. Langsam wird auch Timo Glocks Geduld über die Maßen strapaziert.

Von Julian Meißner

München - Timo Glock hat es nicht leicht dieser Tage.

Dass es ein Rückschritt werden würde vom finanzstarken Toyota-Team zu den Neueinsteigern von Virgin Racing, war abzusehen.

Doch die Pannenserie bei den Briten schlägt dem 28-Jährigen mittlerweile doch heftig aufs Gemüt.

"Mir war und ist klar, dass wir Probleme haben. Aber dass es im Endeffekt so viele unerwartete kleinere sind, die Zielankünfte dann nicht zugelassen haben, ist schon schade", sagte der Wersauer vor dem dritten Saisonrennen in Malaysia (Quali, Sa., ab 9.45 Uhr LIVE) im Gespräch mit der "dpa".

Glock räumt nach zwei Grands Prix ohne Zielankunft für ihn oder seinen brasilianischen Teamkollegen Lucas di Grassi ein: "Natürlich lief es nicht so, wie wir uns das vorgestellt haben."

Jetzt gehe es erst einmal darum anzukommen: "Ob ich dann 17., 18. oder 19. bin, macht keinen Unterschied."

Hohn und Spott der Konkurrenz

Vor allem der Fauxpas mit dem zu klein geratenen Tank des VR-01 brachte dem Team des milliardenschweren Unternehmers Richard Branson den Spott der Konkurrenz ein.

"Die Tankkapazität rechne ich auf einem Taschenrechner aus", meinte Formel-1-Urgestein Peter Sauber auf das Thema angesprochen bei "Auto, Motor und Sport".

Mittlerweile hat Virgin-Technikchef Nick Wirth die volle Verantwortung übernommen und wird mit seiner für das Chassis verantwortlichen Firma "Wirth Research" für den finanziellen Schaden aufkommen, der 200.000 Euro pro Bolide betragen soll.

Ergebnisse sollen her

Doch das komplett am Computer entwickelte Auto ist auch unter anderen Aspekten nicht konkurrenzfähig, vor allem die Hydraulik macht große Probleme - weshalb Glock nun bei seinem Arbeitgeber Druck macht.

"Wenn wir allerdings bis Mitte der Saison noch immer kein Rennen beendet haben sollten, dann raucht es im Gebälk", sagte er.

An Teams vom Schlage Toro Rossos und Saubers wolle man sich herankämpfen, doch bis dahin ist es noch ein weiter Weg. Nach eigener Aussage bereut Glock seinen Schritt, sich frühzeitig für eines der neuen Teams entschieden zu haben, jedoch nicht.

"Mercedes wäre ein Traum"

Die Hoffnung auf ein Cockpit bei einem der Top-Teams hat "Kampfdackel" Glock zwar noch nicht aufgegeben, er weiß aber, dass er beim Nachfolger des Manor-Rennstalls momentan andere Sorgen hat.

"Mercedes wäre natürlich ein Traum", so der Odenwälder: "Für Ferrari zu fahren, wäre auch supertoll. Aber die Optionen sind im Moment weit weg."

Ausbau erst für Spanien-GP

Ankommen heißt also die Devise für Sepang am Sonntag. Doch die neue Ausbaustufe des Boliden soll erst beim Europa-Auftakt in Barcelona am 9. Mai an den Start gebracht werden.

Bis dahin heißt es für die "Jungfrau"-Piloten: Sprit sparen. Aufgrund der geringen Tankkapazität müssen Glock und di Grassi mit einem schwachen Gemisch fahren.

Darunter leidet natürlich der Speed - doch darauf kommt es momentan ja auch gar nicht so sehr an.

Was die Situation für Glock wohl noch bitterer macht: Im 89211Chaosrennen des vergangenen Jahres in Kuala Lumpur schaffte er es aufs Podium und hätte ohne den vorzeitigen Abbruch vielleicht sogar seinen ersten Grand Prix gewonnen.

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