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Adrian Newey (M.) mit den Fahrern Mark Webber (l.) und Sebastian Vettel © getty

Newey gilt als das Genie unter den Formel-1-Konstrukteuren. Der Brite in Vettels Red-Bull-Team hält sich Immer im Hintergrund.

München - In der lauten und schrillen Welt der Formel 1 wirkt er wie ein Fremdkörper.

Adrian Newey sieht eigentlich eher aus wie ein Bücherwurm oder Nachhilfelehrer in Chemie. Aber der Brite mit dem schütteren Haupthaar baut seit vielen Jahren die schnellsten Rennautos im PS-Zirkus.

Der 51-Jährige gilt als Genie unter den Konstrukteuren. Newey macht die Weltmeister, in dieser Saison verleiht er dem deutschen Hoffnungsträger Sebastian Vettel Flügel.

Der Red Bull des 22-jährigen Hessen ist das schnellste Auto im Feld.

Wie Rumpelstilzchen im Champagner-Bad

Ohne Pfennigdefekte (Zündkerze und Radmutter) hätte Vettel alle drei Rennen gewonnen und nicht nur zuletzt in Malaysia triumphiert.(DATENCENTER: Der WM-Stand

Newey ist nicht gerade als Partygänger bekannt, doch nach dem Doppelerfolg von Vettel und Mark Webber (Australien) hüpfte er bei der Siegerehrung in Malaysia im Champagner-Bad wie Rumpelstilzchen herum.

Vor dem vierten WM-Lauf (2. Training, Fr. ab 8 Uhr LIVE) in Shanghai belegt Vettel in der WM-Wertung mit 37 Zählern punktgleich mit dem zweimaligen Weltmeister Fernando Alonso (Spanien) den dritten Platz.

Nur zwei Punkte liegt er hinter WM-Spitzenreiter Felipe Massa (Brasilien) zurück.

Horner: Lieber Newey als Schumacher

"Er ist eine unschätzbare Verstärkung für unser Team", sagt Red-Bull-Teamchef Christian Horner und schwärmt: "Wenn ich die Wahl zwischen Michael Schumacher und Adrian Newey hätte, würde ich mich immer für Adrian entscheiden."

Der Erfolg wäre aber ohne die Mithilfe der Rennfahrer so nicht möglich, sagt Newey und lobt Vettel und Webber: "In ihrer Art, den Ingenieuren Feedback zu geben, ergänzen sich beide sehr gut. Das macht es für uns einfacher, die Geheimnisse des Autos besser zu verstehen."

Seit 2006 bei Red Bull

Newey arbeitet erst seit 2006 für Red Bull. Davor war er unter anderem für Topteams wie McLaren und Williams tätig. Die von ihm entworfenen Autos gewannen inzwischen mehr als 100 Rennen.

Seit Beginn der 1990er Jahre holten seine Fahrzeuge sechs Fahrer- und Konstrukteurs-Titel.

Seine Liebe galt schon früh der Formel 1. Kurz nachdem er seine Ausbildung zum Luftfahrt-Ingenieur an der Southampton University mit höchster Auszeichnung abgeschlossen hatte (1980), begann er seine Arbeit im Motorsport.

Karrierestart beim Fittipaldi-Team

Zunächst beim Fittipaldi-Team für die Formel 1 und später bei March als Renningenieur in der Formel 2. Gleich sein erstes eigenes Projekt (March GTP) war ein sehr erfolgreiches Design, mit dem er Siege einfuhr.

Ab 1983 war er mit March in der US-Cart-Serie am Start. Ende der 80er-Jahre wurde er bei March zum Technischen Direktor in der Formel 1 befördert. Als die Erfolge ausblieben, musste Newey allerdings gehen und wechselte zu Williams, dann zu McLaren.

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