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Hier ist die Welt für Jenson Button in Ordnung: Teamkollege Lewis Hamilton fährt hinterher © getty

Der Champion ist bei McLaren unerwartet gegenüber Lewis Hamilton im Vorteil und sagt: "Natürlich will ich den Titel behalten."

Von Julian Meißner

München - Kaum einer hatte Jenson Button vor der Saison zugetraut, dass er im Duell der Weltmeister mit Lewis Hamilton im McLaren-Team würde bestehen können.

"Mit Lewis wird er ein Problem bekommen", meinte beispielsweise der dreimalige Weltmeister Niki Lauda im Interview mit SPORT1.de.

Doch vor dem vierten Saisonrennen in China (2. Training, Fr. ab 8 Uhr LIVE und auf SPORT1) hat der Champion von 2009 gegenüber dem Titelträger von 2008 in der Fahrer-WM die Nase vorn - und möchte noch weiter an die Spitze rücken.

"Natürlich will ich den Titel behalten", sagte Button der "dpa": Ich wäre liebend gerne der erste britische Fahrer, dem das gelingt", so der 30-Jährige, der im vergangenen Jahr im überlegenen Brawn-GP-Boliden zum Titel gerast war.

"Konstanz wird der Schlüssel sein"

Seine Chancen auf die Titelverteidigung schätzt er als durchaus solide ein.

"Nach den ersten drei Rennen ist es möglich, der Schlüssel wird wohl die Konstanz sein", so Button: "Jedes der großen Teams hat sich schon in mindestens einem Rennen einen Fehler geleistet. Wir müssen damit beginnen, weniger Fehler zu machen. So wird die WM gewonnen."

Zuletzt hatte sich McLaren, wie auch die Scuderia Ferrari, im Regen-Qualifying von Malaysia massiv beim Timing verzockt.

Gleiches Recht für alle

Routinier Button, dessen Vorsprung im teaminternen Duell vor allem von seinem überraschenden Sieg in Australien herrührt, glaubt nicht, dass Überflieger Hamilton aufgrund seiner Verdienste um das britische Team bevorzugt wird.

"Eine meiner ersten Fragen, sogar bevor ich mich dem Team anschloss, war, ob das Lewis' Team sei. Die Antwort war voller Nachdruck: Es ist nicht nur nicht Lewis' Team, es ist auch ein Team das leidenschaftlich daran glaubt, beiden Fahrern die gleichen Chancen zu geben, ohne Bevorzugung", erklärte Button: "Das war sehr wichtig für mich. Und alles, was ich hier gesehen habe, lässt mich glauben, dass es wahr ist."

Entwicklung eingestellt

Unterdessen hat McLaren seine Entwicklungsarbeit an einem neuen Dämpfersystem gestoppt.

Die FIA hatte nach dem Rennen in Kuala Lumpur klargestellt, dass "jedes System, Vorrichtung oder Verfahren, dessen Ziel oder Effekt es ist, die Abstimmung der Radaufhängung während der Parc-ferme-Bedingungen zu verändern", als Verletzung des sportlichen Reglements gilt.

Kurz gesagt: Es ist verboten, an der Aufhängung herumzuschrauben.

Vorwürfe gegen Red Bull

Vor allem der Red-Bull-Bolide RB6 hatte immer wieder argwöhnische Blicke der Konkurrenz auf sich gezogen, McLaren-Boss Martin Whitmarsh hatte sogar offen Vorwürfe hinsichtlich der Bodenfreiheit erhoben.

Chefingenieur Paddy Lowe erklärte nun, man habe auf die Klarstellung der FIA reagiert, nachdem man sich zu zusätzlicher Entwicklungsarbeit genötigt gesehen hatte: "Wir haben an einem System gearbeitet, das haben wir nun eingestellt."

Acht Titelkandidaten

Dämpfer hin oder her: Button ist immer noch auf Annäherungskurs zu seinem neuen Dienstwagen.

"Ich mache mich noch mit dem Auto vertraut", sagte der amtierende Champion, der keinen klaren Favoriten auf den Titel hat. Vielmehr seien acht Fahrer in der Lage, die WM zu gewinnen.

Button: "Sebastian (Vettel, Anm. d. Red) ist bisher sehr gut gefahren, aber alle Piloten von McLaren, Mercedes, Red Bull und Ferrari haben eine Chance."

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