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Michael Schumacher gewann den Fahrer-WM-Titel bislang sieben Mal © getty

Michael Schumacher und Nico Rosberg haben auch in Schanghai noch kein Auto für die vorderen Plätze. Aber sie sehen eine Chance.

Schanghai/München - Michael Schumacher und Nico Rosberg müssen wohl noch ein weiteres Rennen durchhalten, bis sie ganz vorne mitmischen können.

Beim Großen Preis von China am Sonntag in Shanghai (ab 9 Uhr LIVE) rücken die beiden noch einmal mit ihrem bisherigen Mercedes aus.

Die Umbauten von "Superhirn" Ross Brawn, der aus dem Silberpfeil einen Siegerpfeil machen soll, werden erst zum Europaauftakt am 9. Mai in Barcelona fertig sein.

Daher hofft Rekordweltmeister Schumacher, der in den ersten drei Rennen nach seinem Comeback bislang einmal Sechster und einmal Zehnter war und in Kuala Lumpur ausschied, auf fremde Hilfe.

Schumacher hofft auf Regen

"Wir waren ja auch in Malaysia sehr vernünftig aufgestellt, und vielleicht spielen uns die Umstände in China wieder in die Karten", sagte Schumacher mit Blick auf Rosbergs dritten Platz am Ostersonntag.

Ein verregnetes Qualifying hatte die Konkurrenten Ferrari und McLaren zu weit nach hinten gespült, um am Ende ganz vorne mitzumischen.

"Es geht nur schrittweise vorwärts"

Schumacher setzt sich trotz der hohen Erwartungen seiner Fans nicht unter Druck. "Ich weiß ja, wie die Dinge in der Formel 1 laufen können. Man kann nur schrittweise vorangehen, und ich bin da sehr zuversichtlich", sagte der 41-Jährige, der volle Rückendeckung von Mercedes-Sportchef Norbert Haug genießt. (DATENCENTER: Der WM-Stand)

Haug ist der Meinung, dass Schumacher in "zwei von drei Rennen durch Einflüsse gebremst wurde, die nicht in seiner Hand lagen".

Das Team funktioniert

Man arbeite als Team bestens zusammen, sagte Haug: "Wir kennen unseren Nachholbedarf, und Michael bringt sich engagiert und motiviert mit seiner ganzen Erfahrung in unseren Verbesserungsprozess ein."

Die wenigste Zeit einer Formel-1-Karriere verbringe man "in der Dominanz. Besser werden und sich fortlaufend steigern sind der Normalzustand. Und wir werden bestimmt weiter besser werden."

Haug: "Michael wird um Siege fahren"

Den Nachholbedarf unter anderem im Vergleich zu Vettels Red Bull sieht Haug in "allen leistungsrelevanten Faktoren". Man brauche überall etwas mehr, meinte er: "Michael wird genauso wie Nico um Siege fahren, sobald unser Auto die Voraussetzungen dazu bietet."

Angeblich plant Brawn für Barcelona eine überarbeitete Aerodynamik, ein modifiziertes Getriebegehäuse und eine neue Hinterachse. Das Auto soll reifenschonender werden und weniger untersteuern.

"Ein Silberpfeil als Siegerpfeil ist klarerweise unser Ziel. Es macht aber wenig Sinn, die nächsten Schritte anzukündigen", sagte Haug: "Wir wollen diese sukzessive auf der Rennstrecke umsetzen und zur Spitze aufschließen."

Rosberg gut platziert

Anders als Schumacher ist Rosberg nach zwei fünften Plätzen und einem dritten Rang in der WM-Wertung gut platziert. Mit 35 Zählern hat er nur zwei Punkte weniger als Vettel und Fernando Alonso (beide 37) sowie lediglich vier Punkte Rückstand auf Alonsos führenden Ferrari-Kollegen Felipe Massa (39).

Alonso hat Schumacher noch auf dem Zettel

Alonso hält Schumacher übrigens nach wie vor für einen WM-Anwärter. "Die Saison ist noch lang, und ich gehe ernsthaft davon aus, dass Michael schon in diesem Jahr ein ernst zu nehmender Konkurrent um den Titel werden wird", sagte der Spanier im Gespräch mit "Sport Bild".

Für Schumacher (9 Punkte) ist der Zug in der Tat noch nicht abgefahren, schließlich hat Vettel in Malaysia gezeigt, wie schnell man beim neuen Punktesystem mit 25 Zählern für einen Sieg wieder aufschließen kann.

Vettel hat alle auf der Rechnung

Weshalb der 22 Jahre alte Red-Bull-Pilot, der im Vorjahr in Schanghai seinem Team den ersten Sieg überhaupt beschert hatte, auch niemanden abschreibt.

"Im Moment muss man alle Top-Teams auf der Rechnung haben", sagte Vettel dem Fachmagazin "Speedweek":

"Die bisherigen Rennen brachten auch für die Spitzenmannschaften ein Auf und Ab. Das geht sehr schnell, da kann sich noch viel tun."

Vettel zählt - wie auch Ferrari-Pilot Fernando Alonso - auch zu denjenigen, die Schumacher längst noch nicht abgeschrieben haben. "Er musste natürlich mit höchsten Erwartungen rechnen, das sagt er ja auch selbst. Er hat sicher wieder Freude am Rennsport, aber wenig am Hinterherfahren", meinte Vettel:

"Und das wird er versuchen, so schnell wie möglich zu ändern."

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