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Michael Schumacher schied beim letzten Rennen in Malaysia mit einem Defekt aus © getty

Mercedes-Star Michael Schumacher hält hartnäckig an seinem großen Ziel fest: "Ich weiß, was ich tue, und es geht voran."

Shanghai - Michael Schumacher freut sich schon auf eine heiße Aufholjagd ab Barcelona, ein frierender Sebastian Vettel blickt derweil erst noch auf den Großen Preis von China (Training, Freitag, 8 Uhr LIVE und auf SPORT1).

"Es ist schweinekalt", sagte Vettel am Donnerstag in eine dicke Winterjacke gehüllt bei gerade mal knappen zehn Grad Celsius in Shanghai, die auch Mercedes-Sportchef Norbert Haug "ein bisschen arktisch" fand.

Für das Rennen am Sonntag (9 Uhr LIVE) soll es zwar ein bisschen wärmer werden, dafür aber wie im Vorjahr bei Vettels erstem Triumph für Red Bull wieder regnen.

Vettel akzeptiert Favoritenrolle

Dem Vize-Weltmeister, der zuletzt ganz cool im schwülheißen Kuala Lumpur gewonnen hatte, sind die Bedingungen für den 4. von 19 WM-Läufen aber grundsätzlich egal.

"Ich habe keine Präferenz, wenn am Ende das Ergebnis stimmt", sagte der 22-Jährige, der mit der Favoritenrolle kein Problem hat: "Wenn man das letzte Rennen gewonnen hat, bringt einen das automatisch in diese Position."

Update für Barcelona

Da wären Schumacher und sein Mercedes-Kollege Nico Rosberg auch gerne, doch um ganz an der Spitze mitzufahren, ist ihr Silberpfeil noch nicht fit genug - was die beiden Fahrer und auch Haug offen zugeben.

"Die Erwartungen waren auf Sieg gepolt, das haben wir nicht ganz umsetzen können, weil im Winter einige andere Teams offensichtlich besser gearbeitet haben als wir", sagte Schumacher: "Die Bereiche haben wir erkannt, an denen arbeiten wir. " Für den Europa-Auftakt am 9. Mai in Spanien wird der Silberpfeil deutlich verbessert.

Schumi will "etwas aufbauen"

Die bevorstehende Aufholjagd übt auf Rückkehrer Schumacher eine besondere Faszination aus.

"Was mir am meisten Spaß macht, ist der Punkt, mit dem Team so eng zusammenzuarbeiten und Dinge zu entwickeln. Dort etwas aufzubauen, ist das, was mich an der ganzen Sache reizt", sagte der siebenmalige Weltmeister Schumacher, dem hart erarbeitete Siege mehr Befriedigung geben.

"Geschenkte Erfolge würde man auch dementsprechend einschätzen. Ich weiß aus der Vergangenheit, für welche Erfolge ich hart gearbeitet habe und welche mir vielleicht etwas einfacher zugefallen sind. Und die, die man sich erarbeitet, stimmen sowohl das Team als auch den Fahrer glücklicher", meinte der 41-Jährige.

Entwicklung der Schlüssel

"Wir haben noch nichts abgeschrieben, auf keinen Fall", versicherte Rosberg, und Schumacher pflichtete ihm bei.

"Wenn man das neue Punktesystem nimmt und sieht, wie Fernando Alonso in Malaysia ausgefallen ist, kann das jedem von uns passieren", sagte er: "Mir ist das auch passiert. Aber wenn man gut genug weiterentwickelt, gibt es keinen Grund, nicht mehr um den Titel kämpfen zu können."

Rosberg zieht davon

Nach den ersten drei Rennen hat Schumacher neun Punkte auf seinem Konto, 30 weniger als WM-Spitzenreiter Felipe Massa im Ferrari, 28 weniger als dessen Teamkollege Alonso und Vettel und auch schon 26 weniger als sein Mercedes-Partner Rosberg (DATENCENTER: Der WM-Stand).

Allerdings gibt es seit Beginn dieses Jahres für einen Sieg 25 statt wie zuvor 10 Punkte. Alonso hatte am Mittwoch in einem "Sport-Bild"-Interview gesagt, dass er den siebenmaligen Weltmeister nach wie vor auf der Titel-Rechnung hat.

"Wir sind weit davon entfernt zu sagen, die Saison ist vorbei, für Nico und auch für mich", meinte Schumacher, der bislang einen sechsten und einen zehnten Platz erreicht hat und in Malaysia ausgefallen ist.

Kritik perlt ab

Dass es nach diesen Ergebnissen von einigen Fans und von internationalen Medien schon Kritik an seinem Comeback gegeben hat, sieht Schumacher gelassen.

"Ich bin schon lange genug dabei, um solche Emotionen zu kennen", sagte er: "Ich hätte mir auch bessere Resultate gewünscht, aber der Wettbewerb ist hart. Ich weiß, was ich tue, und es geht voran. Ich bin zufrieden, ob anderen Leuten das gefällt oder nicht, ist ihre Sache."

Haug bekräftigte, dass die neue Gelassenheit des früher oft verbissenen Champions echt sei: "Schumacher ist kein staatlich geprüfter Schauspieler. Er ruht in sich."

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