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In Malaysia noch ohne Schnorchel unterwegs: Felipe Massa im F60 © getty

Das Layout in Schanghai ist perfekt für den Aero-Trick von McLaren. Angeblich testet die Scuderia nun selbst den "Schnorchel".

Von Julian Meißner

München - WM-Spitzenreiter Felipe Massa von der Scuderia Ferrari geht mit großem Respekt vor dem Rivalen McLaren ins vierte Saisonrennen in China - kann aber möglicherweise schon selbst auf eine große technische Neuerung hoffen.

Der Kurs in Schanghai beinhaltet eine der längsten Geraden im Rennkalender, was dem Top-Speed des mit dem berüchtigten "Schnorchel" ausgerüsteten McLaren-Boliden MP4-25 entgegenkommt.

"Auf dieser Geraden müssen wir aufpassen, weil wir gesehen haben, dass gerade die McLaren einen sehr hohen Top-Speed haben. Wenn es zum Kampf mit ihnen kommt, müssen wir vorsichtig sein und bereit, unsere Position zu verteidigen", erklärte der Brasilianer.

Ferrari rüstet nach

Nachdem Sauber bereits das McLaren-System, bei dem die Luft durch einen Einlass vor dem Cockpit durchs Auto und gezielt auf den Heckflügel geleitet wird, kopiert hat, arbeiten auch andere Teams an einer eigenen Lösung.

"Wir werden das System an den Start bringen, sobald alles zuverlässig läuft", sagte Massa.

Testeinsatz am Freitag?

Das könnte früher sein als zunächst vermutet: Wie "Autosport" berichtet, wollen die Roten schon im Freien Training von Schanghai (Freitag, 8 Uhr LIVE und auf SPORT1) den "F-Schacht" an Fernando Alonsos F10 testen.

Das britische Fachmagazin beruft sich dabei auf "Ferrari nahe stehende Quellen". Dem Bericht zufolge soll auch Williams kurz davor stehen, das viel besungene System einzusetzen.

Superhirn hat aufgepasst

Bei Mercedes steht der F-Schacht offenbar sogar kurz vor der Renntauglichkeit.

"Im Windkanal und in der Simulation funktioniert unser System", sagte Ross Brawn zu "Auto, Motor und Sport". "Wenn das Freitagstraining diese Ergebnisse bestätigt, dann setzen wir die Technik auch im Rennen ein", so der Mercedes-Teamchef.

Alonso gefordert

Fernando Alonso ist sich sicher, dass McLaren in China mit dem Schnorchel ein Ass im Ärmel hat. "Das ist ein Vorteil, kein Zweifel", sagte der spanische Doppelweltmeister über das Luftleitelement.

Alonso, der mit seinem Sieg im ersten Rennen für die Scuderia einen Traumeinstand feierte, steht nach dem Motorschaden in Kuala Lumpur nun unter Druck - die WM-Führung hat sein Teamkollege inne (DATENCENTER: Der WM-Stand).

Massa wartet ab

Der macht sich über seine persönliche Zukunft momentan nach eigener Auskunft nicht allzu viel Gedanken, obwohl sein Vertrag bei der Scuderia nach der Saison ausläuft.

"Aus meiner Sicht besteht kein Grund zur Eile", erklärte Massa in Schanghai. Zuletzt hatten brasilianische Medien berichtet, der 28-Jährige stehe unmittelbar vor einer Vertragsverlängerung bei den Roten.

Ferrari-Teamchef Stefano Domenicali hatte immer wieder betont, man würde gerne weiter mit Massa zusammenarbeiten. Was nicht bedeutet, dass es keine Spekulationen über einen möglichen neuen Nebenmann für Alonso gibt.

Kubica hält sich bedeckt

Am häufigsten fällt in diesem Zusammenhang der Name Robert Kubica. Der Pole, der vor der Saison von BMW zu Renault wechselte und mit den Franzosen momentan für Aufsehen sorgt, wird hartnäckig mit der Scuderia in Verbindung gebracht.

In Melbourne holte er im unterlegenen Renault Platz zwei, in der WM liegt Kubica auf Platz sieben sechs Punkte vor Red-Bull-Pilot Mark Webber.

"Es gab schon letztes Jahr Gerüchte über Ferrari, und nun gibt es wieder Gerüchte", sagte Kubica am Donnerstag: "Wir werden sehen. Bis jetzt sind die Gerüchte nur Gerüchte."

Er konzentriere sich nur auf die Gegenwart: "Was in der Zukunft passiert, berührt mich momentan nicht."

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