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Nico Rosberg (r.) wartet noch immer auf seinen ersten Sieg in der Formel 1 © getty

Nachdem Nico Rosberg Michael Schumacher im Qualifying behindert, bemüht sich Ross Brawn, die Angelegenheit zu entschärfen.

Monte Carlo - Den ersten dunklen Gewitterwolken über der deutschen Formel-1-Nationalmannschaft trat Mercedes-Teamchef Ross Brawn mit einem markigen Spruch entgegen.

"Wir haben es verkackt", sagte der Brite und betonte dabei vor allem das Wort "wir".

Das Superhirn übernahm mit dem Team die Schuld dafür, dass ausgerechnet Nico Rosberg Rekordweltmeister Michael Schumacher im Qualifying im Weg stand und den Formel-1-Rückkehrer damit in Rage brachte 237408(DIASHOW: Das Qualifying).

"Das einzige Auto, das mich behindert hat, war das meines Teamkollegen. Das ist schade", sagte Schumacher unmittelbar nach Platz sieben im Qualifying direkt hinter Rosberg. Der erste Hauskrach bei den Silberpfeilen lag in der Luft.

Entschuldigung von Rosberg

Bis zum gemeinsamen Auftritt vor der Presse knapp drei Stunden später hatten Schumacher und Rosberg sich allerdings schon längst ausgesprochen.

"Ich habe mich bei Michael entschuldigt, weil ich selbst gemerkt hatte, dass das nicht okay war. Und ich glaube, er hat das akzeptiert. Eigentlich hätte ich gar nicht an dieser Stelle sein sollen", meinte Rosberg. "Nico wusste nicht, dass ich so nah dran war. Manchmal funktioniert der Funk nicht", sagte Schumacher.

Timing-Panne an der Box

Wie Brawn erklärte, war es nicht nur fehlende Kommunikation, die zu der Panne geführt hatte. "Wir haben beim Rausschicken von Nico einen Fehler gemacht", gab er zu.

"Es war nicht unsere Absicht, dass beide Autos hintereinander fahren. Nico ist mit 20 bis 30 Sekunden Verspätung auf die Marschroute rausgegangen."

Die Mechaniker hatten zuerst die Heizdecken zu spät von den Reifen genommen, danach klemmte auch noch der Wagenheber, und so war Rosberg plötzlich zwischen dem Williams von Rubens Barrichello und Schumacher auf der Strecke.

Probleme mit Funk und GPS

Den später entscheidenden Moment schilderte Rosberg dann so: "Ich wollte Abstand zu Rubens lassen und dabei ist Michael vor der letzten Kurve auf mich aufgelaufen." Wie Brawn meinte, gab es nicht nur Probleme mit dem Funk.

Auch das von den Teams verwendete GPS-System arbeitet in den Häuserschluchten von Monte Carlo offenbar nicht genau genug: "Die Autos auf dem GPS-Bildschirm sind überall - manchmal sogar am Bahnhof."

Versöhnliches Fazit

Schumachers Fazit fiel am Ende versöhnlich aus. "Das war einfach unglücklich", sagte er, obwohl ihn der Vorfall schon gewurmt hatte.

"Es wäre zwar vielleicht nicht meine beste Runde geworden. Aber sie sollte ein Sicherheitspolster sein", erklärte er: "Nachdem ich dann zurückstecken musste, blieb mir nur noch ein Versuch. Und man weiß ja, wie Monte Carlo ist. Da kannst du dann nicht voll auf Risiko setzen."

Schumi: Rangfolge sekundär

Dass er nach Barcelona, wo er erstmals in der Qualifikation und im Rennen vor Rosberg gelegen hatte, sich in der Startaufstellung diesmal wieder hinter dem fast 17 Jahre jüngeren Kollegen einreihen musste, störte Schumacher nicht so sehr.

"Ob ich ein bisschen vor oder hinter Nico bin, ist weniger wichtig", sagte er: "Klar würde man lieber vor als hinter seinem Kollegen sein, aber wenn man von einem halben Zehntel redet, brauchen wir uns nicht groß darüber zu unterhalten."

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