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Nico Rosberg (l.) und Michael Schumacher (r.) fahren die erste Saison bei Mercedes GP © getty

Die Verschwörungstheoretiker bekommen "Futter" für ihre Ideen, denn ein paar von Schumachers Ex-Kollegen sehen Nachteile für Rosberg.

Von Jessica Pulter

München - Die Gerüchte um eine Bevorteilung von Michael Schumacher bei Mercedes GP halten sich hartnäckig:

So soll der Bolide nach den China-GP ausschließlich nach dem Geschmack Schumachers umgebaut worden sein. Teamkollege Nico Rosberg hätte demnach das Nachsehen.

Rosberg allerdings dementierte zuletzt, dass der Mercedes nur auf Schumacher abgestimmt sei: "Es würde immer auch zu mir passen. Michael und ich haben den gleichen Fahrstil."

Doch nun bekommen die Verschwörungstheoretiker neues "Futter" für ihre Ideen, denn ein paar von Schumis ehemaligen Kollegen schlagen mit ihren Aussagen in genau diese Kerbe.

Lehto: Nico leidet darunter"

"Armer Nico", meinte J.J. Lehto in der "Auto Bild motorsport". "Michael ist gerade wieder dabei, Auto und Team um sich herum aufzubauen. Nico leidet darunter."

Schumacher soll schon immer gerne auf extreme Abstimmungsvarianten zurückgegriffen haben, erklärte Lehto, der mit Schumacher 1994 bei Benetton fuhr, weiter: "Er liebt eine direkte Front und ein loses Heck. Damit hatten damals bei Benetton Riccardo Patrese, Jos Verstappen und ich Probleme." 13336(DIASHOW: Die größten Formel-1-Aufreger)

Zudem glaubt Lehto nicht, dass Rosbergs Fahrstil dem von Schumacher ähnelt: "Die jungen Piloten fahren heute ganz anders. Es würde mich wundern, wenn ein Auto, mit dem Michael zufrieden ist, Nico liegt."

Brundle: Schumi zieht Team auf seine Seite

Auch Schumachers Teamkollege von 1992, Martin Brundle, schickt eine Warnung an Rosberg raus: "Nico muss aufpassen. Michaels Stärke war schon früher, dass er extrem hart gearbeitet hat. Wie Lauda, Senna und Prost dachte er selbst im Hotel noch stundenlang darüber nach, was er besser machen kann."

Brundle ergänzte: "So zog er das Team automatisch auf seine Seite, weil er immer wieder mit neuen Ideen kam."

Rosbergs Schwäche ein Versehen?

Von den Verschwörungstheorien, die vor allem nach dem Monaco-GP kursierten, hält Brundle aber nichts.

"Mercedes gibt nicht hunderte Millionen Euro aus, um dann ihren WM-Anwärter langsamer zu machen. Aber vielleicht ist es aus Versehen passiert, dass man Nico geschwächt hat, weil man eigentlich Michael stärken wollte", meinte Brundle.

In Monte Carlo sah sich Schumacher einerseits samstags im Qualifying vom jüngeren Teamkollegen um eine bessere Platzierung gebracht. (DATENCENTER: Der Monaco-GP)

Andererseits hätte Rosberg im Rennen vielleicht an Schumacher nach seinem Boxenstopp vorbeigehen können. Doch weil der 24-Jährige etwas zu lang auf der Strecke blieb, war die Chance dahin.

Barrichello: "Beide sind gleichberechtigt"

Selbst Rubens Barrichello, einst bei Ferrari immer nur Nummer zwei hinter Schumi, glaubt nicht wirklich an eine Benachteiligung: "Es ist schon komisch, was da gerade passiert."

Doch bei Mercedes sei es eine ganz andere Situation als damals bei der Scuderia.

"Damals endete es immer darin, dass ich für Michael fahren musste. Jetzt ist die Situation anders. Beide Fahrer sind gleichberechtigt", sagte Barrichello.

Nico Rosberg hat zumindest die große Chance, auf der Strecke zu beweisen, dass an all den Verschwörungstheorien nichts dran ist, wenn er beim Großen Preis der Türkei (Training, Fr. ab 9 Uhr im Liveticker) zeigt, dass er mit dem siebenmaligen Weltmeister auf Augenhöhe fährt.

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