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Michael Schumacher holte 1994, 1995 und von 2000 bis 2004 den WM-Titel © getty

Mercedes-Boss Haug prophezeit Schumi und Rosberg in dieser Saison noch Siege. Für Istanbul ist die Zielsetzung bescheidener.

Istanbul - Sechs Rennen, kein Sieg, zu wenig Punkte - trotz der nicht gerade glänzenden Auftaktbilanz sieht Mercedes-Sportchef Norbert Haug einen Silberstreif am Horizont.

Der Traum vom ersten Sieg eines "echten" Silberpfeils in der Formel 1 nach 55 Jahren ist noch lange nicht ausgeträumt.

"Michael Schumacher wird genauso gewinnen wie Nico Rosberg, wenn unser Auto dazu die Basis bieten wird", sagt Haug vor dem Großen Preis der Türkei am Sonntag in Istanbul (Training, Fr. ab 9 Uhr live im TICKER und im TV auf SPORT1).

Auf die Frage, ob Mercedes noch in dieser Saison Rennen gewinnen kann, sagt Haug angriffslustig: "Ja!"

"Hoffen auf weitere Fortschritte"

Dass Mercedes derzeit nur die Hälfe der Punkte eingefahren hat, die "Klassenprimus" Red Bull auf dem Konto hat (78:156), kann Haug nicht beunruhigen.

"Keine Dominanz hat in der Formel 1 jemals ewig angedauert", sagt der Mercedes-Sportchef. Doch WM-Spitzenreiter Mark Webber aus Australien, der die letzten beiden WM-Läufe klar gewonnen hat, und sein junger Teamkollege Sebastian Vettel dominieren wie von einem anderen Stern.

Aber vor allem Rekordweltmeister Michael Schumacher brennt nach den Schummel-Vorwürfen und der Zeitstrafe zuletzt in Monte Carlo auf eine schnelle Wiedergutmachung.

"Wir hoffen auf weitere Fortschritte in der Türkei, nachdem wir schon einige Verbesserungen in Barcelona und Monaco verbuchen konnten", lässt der 41-Jährige wissen.

Reichlich Überstunden

Damit Schumacher am Bosporus endlich die Kurve kriegt, hat sein langjähriger Wegbegleiter Ross Brawn den Silberpfeil zum zweiten Mal innerhalb weniger Wochen stark modifizieren lassen.

"In der Türkei fahren wir wieder mit der Aufhängung für den längeren Radstand, dazu kommen der neue F-Schacht, Heckflügel und mehr Neuerungen in der Aerodynamik", sagt der Mercedes-Teamchef.

Der Rennstall schob also mal wieder reichlich Überstunden, dafür will sich Michael Schumacher jetzt bedanken. "Ich freue mich auf Wochenende, vor allem, weil unsere Jungs in der Fabrik immens viel gearbeitet haben, um uns ein erneut verbessertes Auto hinzustellen", sagt der siebenmalige Weltmeister.

Kein vorzeitiges Abhaken

Norbert Haug betont, dass man die Saison sicher nicht vorzeitig abhaken werde, wenn der Erfolg weiter ausbleiben sollte, um sich dann auf das Auto für 2011 zu konzentrieren.

"Wir werden uns fortlaufend steigern und dabei kann es auch Rückschläge geben. Aber wir setzen auf Fortschritte", sagt der Mercedes-Sportchef.

Teamchef Brawn sieht das ähnlich. Es sei noch ein langer Weg bis zur gewünschten Leistungsstärke, sagt das "Superhirn": "Aber jedes Rennen ist ein Schritt auf diesem Weg, und ich bin optimistisch, dass wir unser Ziel erreichen werden."

Kein Vorwurf wegen Überholmanöver

Haug nimmt Schumacher nach dem verbotenen Überholmanöver, das zur Strafe in Monaco führte, ausdrücklich in Schutz 13336(DIASHOW: Die größten Formel-1-Aufreger).

"Keine Fehler auf seiner Seite, allenfalls ein Interpretationsthema auf Seiten unseres Teams. Das will die FIA jetzt klären", sagt der Sportchef. Und was traut er seinem teuersten Angestellten in dieser Saison noch zu? Haug: "Siege, sobald unser Auto siegfähig ist."

Doch selbst für die treuesten Anhänger ist Schumacher mit der Ausbeute von 22 Punkten hinter den Erwartungen zurückgeblieben.

Bescheidene Zielsetzung

Der Rückstand auf die Red-Bull-Piloten Webber und Vettel (je 78 Zähler) ist gewaltig.

Teamkollege Nico Rosberg, für Schumi stets die wichtigste Messlatte, hat mehr als doppelt so viele Punkte auf dem Konto (56) und führt im Qualifying-Vergleich 5:1 241414(DIASHOW: Schumis Teamkollegen).

Ein Sieg aus eigener Kraft ist derzeit nicht möglich, das weiß auch Haug. Entsprechend bescheiden formuliert er sein Ziel für das Rennen in der Türkei: "Schön wäre, wenn ich nach Istanbul erklären könnte, wie es zu zwei guten Ergebnissen von Mercedes kam."

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