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Sebastian Vettel liegt mit 78 Punkten auf Platz zwei der WM © getty

Im WM-Kampf will Sebastian Vettel mit neuem Chassis angreifen. Dem hat er wieder einmal einen frivolen Mädchennamen verpasst.

München - Sebastian Vettel hat durchgegriffen. Nachdem er von seinem Teamkollegen Mark Webber zuletzt zweimal abgehängt worden ist, hat der 22-Jährige die "Leckere Liz" ("Luscious Liz") eiskalt abserviert.

Vettels Herz schlägt ab sofort für die "Scharfe Mandy" ("Randy Mandy"). Mit seiner aerodynamisch perfekt gestylten neuen Liebe will Vettel beim Großen Preis der Türkei in Istanbul (Qualifying, Sa. ab 12.45 Uhr live im TICKER) die Kurve kriegen und dem Australier Webber die Führung in der Formel-1-WM abjagen. (TRAINING: Red Bull kämpft gegen falsche Silberpfeile)

Vettels Eltern müssen sich allerdings keine Sorgen um den Lebenswandel ihres Sohnes machen, der Spaßvogel ist nicht über Nacht zum Frauenhelden geworden. "Randy Mandy" ist nicht aus Fleisch und Blut, sondern der Name für das neue Chassis seines Red Bull. Damit will der Hesse am Bosporus wieder in die Erfolgsspur zurückfinden.

"In den vergangenen beiden Rennen hat mir im Vergleich zu Mark der Speed gefehlt. Gerade beim Monaco-Rennen war das fast schon zu eindeutig", sagte Vettel in Istanbul. Nach dem Grand Prix in Monte Carlo habe man dann beschlossen, das Chassis zu wechseln: "Ich war eben nicht mehr zufrieden damit. Wir haben uns schlichtweg gesagt: Wir müssen etwas verändern."

"Einige Dinge nicht ganz perfekt"

Wenn man Vettel so zuhört, gewinnt man den Eindruck, dass er irgendwo im Mittelfeld rumgurkt. Dabei ist der 22-Jährige mitten im Titelrennen. Nach den ersten sechs WM-Läufen liegt der Blondschopf punktgleich mit Webber (beide je 78 Zähler) an der Spitze der WM-Wertung. Doch der 33-jährige Australier hat die letzten beiden Rennen dominiert, und das wurmt Vettel. (DATENCENTER: WM-Stand)

Im Nachhinein habe sich rausgestellt, dass einige Dinge am Auto nicht ganz perfekt waren, sagt Vettel. Ob das neue Chassis wirklich besser ist, könne er abschließend aber erst nach diesem Wochenende beurteilen. Er ist aber zumindest sehr optimistisch: "Ich rechne jedenfalls damit."

Psychologischer Effekt

Vettels Ingenieure setzen durch den Chassis-Wechsel auch auf einen psychologischen Effekt beim Fahrer, doch der 22-Jährige will daran nicht so recht glauben. Vettel: "Ich bin überzeugt, dass in meinem Kopf noch alles ganz normal abläuft." Ein Chassis-Wechsel bedeute zudem nicht, "dass wir nun hier loslegen und alles passt perfekt".

Doch für die Rivalen und Experten führt der Sieg in der Türkei wieder nur über die beiden Red-Bull-Piloten. Davon will Vettel aber nichts hören: "Ich bin kein großer Fan davon, Worte wie unschlagbar zu verwenden. Dafür ändern sich die Dinge in der Formel 1 einfach viel zu schnell."

Vettel nicht entspannt

Ganz so entspannt, wie er sich gibt, ist Vettel aber doch nicht. Niederlagen habe keiner gerne, da müsse man im Fahrerlager nur nach nebenan schauen. Mit nebenan meint Vettel Mercedes. "Wenn es da bei Herrn Schumacher nicht so läuft, wie er sich das vorstellt, ist er auch nicht zufrieden. Und das sieht man ihm dann an", sagt der Red-Bull-Pilot. 241414(DIASHOW: Schumis Teamkollegen)

Es gebe aber absolut keinen Grund, den Kopf gleich in den Sand zu stecken, wenn es mal nicht so läuft. Vettel: "Stattdessen muss man einfach genau so weitermachen wie bisher und verstehen, weshalb man so langsam war oder was nicht funktioniert hat."

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