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Michael Schumacher gewann 1994 im Benetton zum ersten Mal in Montreal © getty

Mercedes-Boss Ross Brawn ist zuversichtlich, zum Klassenprimus aufschließen zu können. Schumi will den Aufwärtstrend fortsetzen.

Montreal - Zuletzt dreimal vor Teamkollege Nico Rosberg, zusätzliche Kraft aus ein paar Tagen Amerika-Urlaub und eine Strecke, auf der er schon siebenmal gewann:

Rekordweltmeister Michael Schumacher freut sich auf die Rückkehr der Formel 1 nach Montreal und will beim Großen Preis von Kanada (Freies Training, Freitag, 16 LIVE im TICKER und im TV auf SPORT1) seinen Aufwärtstrend weiter fortsetzen.

"Ich bin sicher, dass ich richtig heiß auf das Rennwochenende sein werde", sagte der 41 Jahre alte Mercedes-Pilot: "Vielleicht können wir ja unsere Tendenz fortsetzen und einen weiteren Schritt nach vorne machen."

Schumacher war nach einem durchwachsenen Saisonstart zuletzt in Instanbul zum zweiten Mal in den letzten drei Rennen auf Platz vier gelandet und hatte dazwischen in Monaco seinen sechsten Platz nur durch die nachträgliche Strafe für das umstrittene Überholmanöver gegen Ferrari-Pilot Fernando Alonso verloren.

Todt nicht überrascht

Dass Schumacher nach seinem Comeback nicht von Beginn an wieder ganz vorne mitmischte, war für seinen Freund und früheren Chef bei Ferrari keine Überraschung.

"Es ist normal, dass er nach drei Jahren Pause Zeit braucht, bis er wieder der Alte ist", meinte Jean Todt zuletzt in einem Interview mit dem Fachmagazin "auto, motor und sport": "Michael war ein außergewöhnlicher Champion. Aber um im Motorsport erfolgreich zu sein, brauchst du ein gutes Auto. Und wenn du das nicht hast, kannst du nicht gewinnen."

Beträchtlicher Rückstand

Damit spielte der Franzose, inzwischen Präsident des Automobil-Weltverbandes FIA, darauf an, dass Konstrukteurschampion Brawn nach der Übernahme durch Mercedes in dieser Saison kein so großer Wurf gelungen war wie 2009 und man deutlich hinter dem Red-Bull-Team mit Sebastian Vettel und WM-Spitzenreiter Mark Webber sowie auch hinter McLaren-Mercedes liegt.

Auch nach den ersten größeren Verbesserungen des Silberpfeils, nach denen Schumacher zwar deutlich besser mit dem Auto zurechtkommt als zu Beginn der Saison, ist der Rückstand auf die Spitze noch beträchtlich.

Brawn will Red Bull angreifen

Was "Superhirn" Ross Brawn aber nicht entmutigt. In einem Interview mit dem italienischen Magazin "Autosprint" äußerte er die Hoffnung, in dieser Saison noch zum aktuellen Klassenprimus Red Bull aufzuschließen.

"Wenn man sich die Meisterschaftstabelle ansieht, dann sind sie noch absolut in Reichweite", sagte Brawn: "Man muss sich nur ihr Design ansehen: Darin finden sich einige Aspekte, die sich von allen anderen unterscheiden. Andere Teams werden diese wahrscheinlich in den kommenden Rennen einführen. Ich weiß, dass sich jeder mit großem Interesse das Auspuffsystem von Red Bull ansieht."

Topspeed entscheidender Faktor

Zudem will Mercedes auf den langen Geraden in Kanada von einer verbesserte Version des Luftschachtsystems profitieren, das Erfinder McLaren eine überlegene Höchstgeschwindigkeit und damit Überholchancen beschert und mit dem Red Bull noch Probleme hat.

"In Montreal spielt Topspeed eine große Rolle, also haben wir in diesem Bereich hart gearbeitet - gerade weil wir wissen, dass wir hier nicht top sind", meinte Schumacher.

Solche Aussagen erinnern Todt an die Zusammenarbeit mit dem Kerpener bei Ferrari.

"Michael kam als zweifacher Weltmeister zu Ferrari. Er musste fünf Jahre warten, bis er es wieder wurde", sagte Todt. Bei Mercedes hat der Routinier sein Comeback auf drei Jahre ausgelegt.

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