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Fernando Alonso liegt in der WM mit 94 Punkten auf Platz vier © imago

Der Rennstall räumt Fehler ein, will aber die Spitze energisch angreifen. Hat Massa die Rolle als Nummer zwei im Vertrag stehen?

Von Marc Ellerich

München - Die Zuversicht ist nach nur einem Grand Prix ins Ferrari-Team zurückgekehrt.

"Ich denke, dass wir im Kampf zurück sind", gab Fernando Alonso nach Platz drei beim Rennen auf dem Circuit Gilles Villeneuve seinem Team die Linie vor. "Wir sind wirklich nah dran", fügte der spanische Star mit Blick auf das Titelrennen hinzu.

Was dem Piloten aus Oviedo Mut machte: Ohne technische Updates seit dem desaströsen Istanbul-Grand-Prix zwei Wochen zuvor hatte Ferrari den Rückstand auf McLaren in Montreal von 50 auf neun Sekunden reduziert.

"Hier haben wir Rad an Rad gekämpft, das war definitiv ein Schritt nach vorne", stellte Ferraris Vorfahrer zufrieden fest. (DATENCENTER: Rennergebnis)

Domenicali: Zu viel Aufwand für F-Schacht

Vierter ist Alonso nun, er hat 15 Zähler weniger auf seinem Konto als der augenblickliche Leader, Kanada-Sieger Lewis Hamilton. "Die Meisterschaft ist wirklich sehr, sehr offen", urteilte daher Alonsos Teamchef Stefano Domenicali: "Hätten wir das Rennen gewonnen, lägen wir mit Fernando sogar vorne." (BERICHT: Doppelsieg für McLaren)

Domenicali will nun einen "aggressiven Schub" seines Teams sehen - und räumte zugleich Fehler ein. "Wir haben zuviel Aufwand in die Entwicklung des F-Schachts gesteckt", gab der Italiener zu: "Wir haben da zu viel Energie reingesteckt und uns zu wenig auf andere Bereiche des Autos gesteckt."

Das soll nun anders werden. "Ab Valencia werden wir die anderen Teile weiter entwickeln, nicht den F-Schacht, weil das ein sehr komplexes System ist, das viele Ressourcen verschlungen hat."

"So viel Druck wie möglich"

Doch schon beim nächsten Grand Prix, in knapp zwei Wochen in Valencia, muss sich die Konkurrenz nach Domenicalis Worten auf einiges gefasst machen. "Wir müssen bei der Entwicklung des F10 so viel Druck wie möglich machen", kündigte er an: "In Valencia werden wir in 14 Tagen ein paar beträchtliche Updates haben. Aber dann müssen wir das Auto weiter verbessern, um bis zum Ende im Kampf zu sein."

Nach einem Bericht der spanischen Zeitung "AS" wird der F10 bereits beim Europa-Grand-Prix angeblich um bis zu vier Zehntelsekunden pro Runde schneller sein. Denn: Ferrari werde das Auspuff-System der Red Bull kopieren, das mittlerweile als Schlüssel zu deren überlegener Geschwindigkeit auf vielen Strecken gilt. (NACHBERICHT: Red Bull will von Trendwende nichts wissen)

Durch die Veränderungen am Heck werde zudem die Basis für weitere, wichtige Updates gelegt. "Die wichtigste Verbesserung bis Valencia ist nicht, was wir dort erreichen, sondern dass Entwicklungen ermöglicht werden, die uns für die restliche Saison stärker machen werden."

Gerüchte um Massas Rolle

Und auch auf einem weiteren Terrain, dem zwischenmenschlichen, soll Ferrari die Dinge in die aus Teamsicht richtige Bahn gelenkt haben.

"Motorsport aktuell" berichtet von Gerüchten, Felipe Massa, der in Kanada "ein schreckliches Rennen, in dem mir alles passiert ist" erlebt hatte, habe vertraglich die Rolle als Nummer zwei im Team akzeptiert.

Seine Vertragsverlängerung bis Ende 2011 habe Massa angeblich nur erhalten, da er in dem Papier eine "Barrichello-Klausel" hingenommen habe. Der brasilianische Williams-Pilot hatte einst in der Schumacher-Ära den Nummer-zwei-Status in seinem Vertrag festgeschrieben.

Was Massas Rolle bei der Scuderia angeht, gaben sich die Beteiligten bei den Roten allerdings wesentlich wortkarger als bei den möglichen technischen Neuerungen. "Blödsinn", soll der Brasilianer auf das Gerücht geantwortet haben. Alonso, der bei Ferrari ohnehin längst unangefochten regiert, antwortete nur: "Kein Kommentar."

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