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Kimi Räikkönen wurde 2007 mit einem Punkt Vorsprung Formel-1-Weltmeister © getty

Robert Kubica soll unbedingt bei Renault gehalten werden, ein neuer Sponsor ermöglicht angeblich Gedanken an Kimi Räikkönen.

Von Julian Meißner

München - Sommerzeit ist Transferzeit in der Formel 1. Doch 2010 köchelt die Gerüchteküche im Fahrerlager nur auf vergleichsweise kleiner Flamme, die Cockpits bei den vier Top-Teams sind für die kommende Saison besetzt.

Interessanteste Personalie ist Renault-Pilot Robert Kubica. Noch spektakulärer wird der Poker um den Polen, da er womöglich im kommenden Jahr in einem "Dream Team" mit Ex-Weltmeister Kimi Räikkönen für die Franzosen an den Start gehen wird.

Kubica, wie einst Räikkönen einer der talentiertesten und damit begehrtesten Fahrer im Feld, wurde zuletzt häufig mit Ferrari in Verbindung gebracht, was sich mit der Vertragsverlängerung Felipe Massas allerdings erledigt hat (Transferstopp bremst Kubica aus).

Umtriebiger Manager

Spekulationen um eine Ablösung Michael Schumachers bei Mercedes durch den 25-jährigen Krakauer dürfen der Fabelwelt zugeordnet werden.

Offenbar lancierte Kubicas Manager das Gerücht, um den Marktwert seines Schützlings in die Höhe zu treiben.

Forderungen von Kubica

Kubica selbst, dessen Vertrag nach der Saison ausläuft, weiß um seine komfortable Position und stellt Forderungen.

Er will sicher gehen, dass Renault in den kommenden Jahren über die finanziellen Mittel und technischen Ressourcen verfügt, um in der Weltmeisterschaft vorne mitzumischen.

Boullier redet Klartext

"Wir wollen ihn definitiv halten", sagt Teamchef Eric Boullier ganz offen und bestätigt, dass man in Verhandlungen steht. Es läge nun am Team, zu zeigen, "dass wir die entsprechenden Ambitionen und Mittel haben".

"Tun wir das, bin ich sicher, dass er bleibt", so Boullier: "Wenn er nicht bleiben will, geht er. So einfach ist das."

Kubicas Kontrakt beinhaltet offenbar eine Klausel, über die er die Laufzeit bis zum 15. Juli um ein Jahr verlängern kann. Es ist also bald mit einer Entscheidung zu rechnen.

Neuer Sponsor an der Angel

Neben der bislang starken Renault-Saison 2010, die nach dem "Crashgate-Skandal" um Flavio Briatore und einer Neuordnung in der Teamstruktur nicht viele Experten vorhergesagt hatten, dürfte ein weiterer Faktor eine gewichtige Rolle bei Kubicas Entscheidungsfindung spielen.

Die "Equipe jaune" hat offenbar mit einem großen Kreditkartenunternehmen einen finanzstarken Sponsor für die Zukunft an der Angel.

Die Bande sind wohl schon soweit geknüpft, dass Teambesitzer Gerard Lopez überlegt, sich von den Sponsoren, die Witali Petrow aus Russland mitbringt, loszusagen. Er soll die Fühler nach Räikkönen als Ersatz für die "Rakete aus Wyborg" ausgestreckt haben.

Reifentest für Pirelli?

Der Finne, derzeit in der Rallye-WM im Mittelfeld unterwegs, liebäugelt immer noch mit der Formel 1 und könnte 2011 mit Kubica ein schlagkräftiges Duo bilden.

Seine Bedingungen für eine Rückkehr in die Formel 1, das hat der "Iceman" oft genug klargestellt, sind die gleichen wie die Kubicas: Sein künftiges Team müsste in der Lage sein, um die WM zu kämpfen.

Räikkönen könnte so oder so früher als erwartet wieder in einem Formel-1-Renner Platz nehmen. Einem finnischen Medienbericht zufolge denkt man bei Pirelli darüber nach, den Weltmeister von 2007 für einen Reifentest zu gewinnen.

Angebote werden gehört

Die Italiener beliefern momentan die Rallye-WM und ab 2011 auch wieder die Königsklasse als Monopolist mit Pneus.

Räikkönen-Manager Steve Robertson: "Aktuell konzentriert sich Kimi völlig auf die WRC. Aber wenn uns Pirelli fragt, dann werden wir das sicher besprechen."

Sollte Renault einen ernsthaften Angriff auf die Spitze unternehmen, wird sich Räikkönen auch das wohl zumindest anhören.

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