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In der WM ist es andersherum: Hamilton führt mit 127 Punkten vor Button (121) © getty

Ex-Champion Damon Hill rechnet mit einem Streit zwischen seinen Landsleuten. Deren Konter lässt nicht lange auf sich warten.

Von Julian Meißner

München - Der britische Ex-Weltmeister Damon Hill sieht ein Gewitter bei seinen Landsleuten vom McLaren-Team aufziehen - bekommt aber direkt die Antwort auf seine Unterstellungen serviert.

"Bis jetzt hält sich das Ganze am Siedepunkt, aber es wird bald überkochen", sagte Hill über die Rivalität zwischen Lewis Hamilton und Jenson Button, die vor ihrem Heimspiel in Silverstone (Training, Freitag, 11 Uhr im LIVE-TICKER und LIVE im TV auf SPORT1) die Weltmeisterschaft anführen.

"Zwischen den zwei Briten im vielleicht besten Auto wird es einen sehr engen und faszinierenden Kampf geben", prophezeit Hill und rechnet schon bald mit einer Verschärfung des Tempos: "Jenson wird Lewis nicht mit allem davonkommen lassen."

Der Champion von 1996 kündigt den baldigen Ausbruch eines Stallkriegs an: "Traditionell ist Silverstone der Knall in der Mitte der Saison. Das Vorspiel ist vorbei, und von da an tickt die Uhr. Es ist nur Platz für einen."

Umgehender Konter

Die Piloten, die im bisherigen Saisonverlauf in ihren direkten Duellen und auch neben der Piste fair miteinander umgingen, ließen die Mutmaßungen nicht lange auf sich sitzen.

"Es ist doch immer interessant, was ehemalige Weltmeister über aktuelle Fahrer und Weltmeister zu sagen haben", konterte Hamilton.

"Aber es wird auch interessant, zu sehen, wie sich die Situation wirklich entwickelt und ob sie Recht oder Unrecht haben. Und ob sie eigentlich wissen, wovon sie sprechen. Wir werden es im Laufe des Jahres herausfinden."

Seitenhieb in Richtung Red Bull

Dass Teamkollegen miteinander ins Gehege kommen, wäre keine Neuigkeit im Rennzirkus der Alphatiere.

Zuletzt zeigte das Red-Bull-Team in Istanbul, wie man es nicht machen sollte: Sebastian Vettel und Mark Webber fuhren sich gegenseitig ins Auto.

"Wir sind beide schnell, also fahren wir auch Rad an Rad", erklärte Button auf Hills Prophezeiung angesprochen und leistete sich einen Seitenhieb gegen die Red-Bull-Streithähne: "Wir hatten dabei in den letzten Rennen ein bisschen Spaß, aber nicht so viel Spaß, wie ihn vielleicht andere Teams hatten."

"Wir wollen Wettbewerb sehen"

Natürlich wäre es für die Teams am einfachsten, würde man einen Fahrer zum WM-Kandidaten erklären und ihm einen Helfer zur Seite stellen - das aber ist bekanntlich verboten.

"Es gibt Regeln bezüglich Teamorder und wir wollen Wettbewerb sehen", sagte auch Hill: "Die Teams, für die ich gefahren bin, wollten keine arrangierte Situation und ich denke, McLaren will das auch nicht."

Versteckte Hierarchien sind jedoch keine Seltenheit, auch wenn das bei McLaren momentan nicht der Fall ist. Für einen Fahrer sei es frustrierend, so Hill, wenn man sich gegen so eine Teamorder wehren muss, "da man dann an zwei Fronten kämpfen muss."

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