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Michaelo Schumacher fuhr 2010 bislang 36 Punkte für Mercedes ein © getty

Norbert Haug entkräftet Gerüchte über einen vorzeitigen Rückzug des Rekordweltmeisters und stellt ihm eine Art Freifahrtschein aus.

München - Michael Schumachers Comeback hat sich zur Halbzeit der Formel-1-Saison als Flop entpuppt, doch Norbert Haug steht zu seinem teuersten Angestellten.

Der Mercedes-Sportchef stellt dem Rekordweltmeister eine Woche vor dem Heimrennen in Hockenheim sogar eine Art Freifahrtsschein aus.

"Michael wird sich für den Rest des Jahres darauf konzentrieren, die absolut besten Ergebnisse zu erzielen. Im Kopf aber stellt er sich darauf ein, im nächsten Jahr um den Titel zu fahren", sagt Haug im "Kicker"-Interview.

"Imponiert uns allen"

Obwohl Schumacher in der WM-Wertung nur den neunten Rang belegt und klar im Schatten seines jungen Teamkollegen Nico Rosberg steht, duldet Haug offenbar keine Kritik an seinem Superstar."

Michael Schumacher hat mir nie besser gefallen als jetzt", meint der Mercedes-Sportchef.

"Er ist nach wie vor vollkommen cool und relaxed, er will den Erfolg - und das imponiert uns allen", lobt er seinen Fahrer.

Fahrerduo bleibt

Haug gibt zwar zu, dass er auf eine bessere Startbasis gehofft habe, doch die Fahrer treffe keine Schuld.

"Ich möchte für uns keine andere Besetzung haben als Michael Schumacher und Nico Rosberg", sagt der 57-Jährige

Damit entkräftet Haug auch die immer lauter werdenden Gerüchte, Schumacher könnte seinen Helm bei weiterhin ausbleibendem Erfolg zum Jahresende an den Nagel hängen.

Diskussion unnötig

Dass inzwischen selbst die treuesten Schumacher-Fans angesichts der enttäuschenden Vorstellungen ihres Idols die Ernsthaftigkeit des Comebacks bezweifeln, ist allerdings auch Haug nicht entgangen.

Er könne sogar verstehen, dass sich einige Fans die Frage stellen, ob Schumacher mit 41 Jahren nicht zu alt für den Rennsport sei.

"Ich finde es unnötig, einen siebenmaligen Weltmeister zu verteidigen. Andererseits verstehe ich die Diskussion auch. Die Antwort aber auf die Frage, ob er es noch kann, ist ein ganz klares Ja", sagt der Mercedes-Sportchef.

Haug traut Vettel Titel zu

Den WM-Titel traut Haug in diesem Jahr Red-Bull-Pilot Sebastian Vettel zu: "Wenn er seinen Teamkollegen hinter sich lassen kann. Dann kann er im schnellsten Auto zum WM-Titel fahren."

Nächste Saison werde das für Vettel schwerer: "2011 wollen wir bessere Voraussetzungen schaffen und ganz vorne mitmischen."

Sorgen um den Nürburgring

Etwas Sorgen macht sich Haug derzeit um die Zukunft des Großen Preises von Deutschland. Wegen der Finanzkrise auf dem Nürburgring droht im kommenden Jahr eine Saison ohne Deutschland-Grand-Prix.

Ist das für Mercedes-Benz überhaupt denkbar?

Haug: "Wenn es tatsächlich so käme, würden wir nicht aussteigen. Aber es wäre traurig für das Autoland Deutschland, wenn es hier keinen Großen Preis geben würde."

Doch der Mercedes-Sportchef ist zuversichtlich: "Hockenheim schafft in diesem Jahr den Sprung aus der Verlustzone, dann sollte das auch dem Nürburgring gelingen."

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