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Lewis Hamilton (r.) war 2008 Weltmeister, Jenson Button im Jahr danach © getty

Martin Whitmarsh ist zuversichtlich, was die Chancen seiner beiden Fahrer in der WM angeht, schließt aber einen Streit nicht aus.

Woking/München - McLaren-Teamchef Martin Whitmarsh will die Spitzenpositionen in der Fahrer- und der Konstrukteurswertung bis zum Ende der Saison verteidigen.

"Wir sind in der Lage, die WM zu gewinnen. Wir haben die Fahrer, die das können, und ein Team, das schon zuvor Meisterschaften gewonnen hat und weiß, was es tun muss", sagte Whitmarsh vor dem Großen Preis von Deutschland in Hockenheim (Training, Fr., 10 Uhr im LIVE-TICKER und LIVE auf SPORT1).

Lewis Hamilton (145 Punkte) und Jenson Button (133) liegen vor dem 11. von 19 WM-Läufen vor dem Red-Bull-Duo Mark Webber (128) und Sebastian Vettel (121), obwohl die beiden "Bullen" oft schneller waren.

"Unser Auto ist nicht so schnell, wie es sein könnte. Aber wir haben damit die maximalen Punkte geholt", sagte Whitmarsh.

Nachholbedarf in der Quali

Der Brite weiß aber, dass man sich für die aktuelle Führung nichts kaufen kann. "Es zählt nur, welche Position man am Ende der Saison hat", sagte er und kündigte weitere Verbesserungen für sein Auto an.

Vor allem in der Qualifikation sieht Whitmarsh im Vergleich zu Red Bull, das in den bisherigen zehn Rennen neunmal auf der Pole Position stand, noch Nachholbedarf.

"Unter Rennbedingungen waren wir näher dran und manchmal sogar schneller", sagte Whitmarsh, der aber auch Ferrari und Mercedes nicht außer Acht lässt.

Lob für Fahrer-Duo

Sehr zufrieden ist der McLaren-Chef mit seinen Fahrern. Weltmeister Button stieß zu Saisonbeginn zu seinem Vorgänger Hamilton, die beiden arbeiten gut zusammen.

"Diese beiden Fahrer haben mit viel Respekt beobachtet, was der andere macht und was man von ihm lernen kann. Ich denke, dass Lewis von Jenson gelernt hat und weiter lernt und umgekehrt", sagte Whitmarsh, der keine allzu große Angst hat, dass seine Piloten ähnlich aneinandergeraten könnten wie zum Beispiel Webber und Vettel bei Red Bull.

Zoff nicht ausgeschlossen

"Bis jetzt hat es gut funktioniert, aber es kann immer auch passieren, dass etwas schief läuft. Ich gehe nicht davon aus, aber ich kann auch nicht behaupten, es kann nicht passieren, dass zwischen unseren Fahrern Reibereien entstehen. Das wäre falsch", sagte Whitmarsh, der die Chancengleichheit der beiden betonte.

Gegenüber der "BBC" sagte Whitmarsh auf die Frage, ob Hamilton die Nummer eins im Team sei: "Noch nicht."

Button habe die WM auf keinen Fall aufgegeben: "Er wird gewinnen wollen an diesem Wochenende, er wird das Momentum zurück auf seine Seiten holen wollen - und so sollte es auch sein."

Beeindruckt von Schumacher

Der 52-Jährige ist beeindruckt vom Comeback des siebenmaligen Weltmeisters Michael Schumacher, auch wenn der bislang noch nicht ganz die hohen Erwartungen seiner Fans erfüllt hat.

"Michael Schumacher war ein paar Jahre raus und muss sein Talent wieder aktivieren. Es dauert seine Zeit, bis er wieder so wettbewerbsfähig ist, wie er gerne sein würde", sagte Whitmarsh, nach dessen Ansicht Schumachers Rückkehr nach drei Jahren Pause gut für die Formel 1 ist.

"Mehrere Weltmeister zu haben, Michael, Fernando Alonso, Lewis und Jenson, die um weitere Titel kämpfen, ist positiv", sagte er: "Egal, ob er gewinnt oder nicht gewinnt, sind die Zuschauer daran interessiert, was mit Michael passiert."

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