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Michael Schumacher hat bei Mercedes einen Vertrag bis 2012 © getty

Michael Schumacher beschwert sich nach dem Debakel beim Heimspiel: Die aktuellen Testbeschränkungen seien "lächerlich".

Hockenheim - Geschlagen, gedemütigt und hoffnungslos unterlegen - ausgerechnet beim Heimspiel in Hockenheim war bei den einst so ruhmreichen Mercedes-Silberpfeilen endgültig der Lack ab.

Für Michael Schumacher und Nico Rosberg gab es auch beim Großen Preis von Deutschland nichts zu holen (DATENCENTER: Rennergebnis).

Während der Rekordweltmeister als Neunter nur eine weitere Enttäuschung erlebte, platzten für seinen um einen Rang besser platzierten Teamkollegen Nico Rosberg dessen ohnehin nur minimalen Hoffnungen auf den Gewinn des ersten WM-Titels endgültig.

Die Demütigung wurde sechs Runden vor Schluss perfekt, als die Ferrari-Doppelsieger Fernando Alonso und Felipe Massa erst Schumacher und später Rosberg überrundeten 267268(Die Bilder des Rennens) .

Resignation macht sich breit

Schumacher übte sich nach dem Rennen in Durchhalteparolen.

"Es wird besser gehen. Aber auf Podiumskurs werden wir auch in den nächsten Rennen nicht liegen", sagte der Rückkehrer.

Mercedes-Sportchef Norbert Haug stellte fast schon resignierend fest: "Achter für Nico und Neunter für Michael sind alles andere als ein Traumresultat. Aber wer als Neunter und Elfter startet darf nicht mehr erwarten."

Erwartungen nicht erfüllt

Dabei hatte das Rennwochenende für die beiden Mercedes-Piloten durchaus vielversprechend begonnen. Rosberg war am Freitag im Freien Training auf den fünften Platz gefahren, sein 41 Jahre alter Teamkollege folgte direkt hinter ihm auf Rang sechs.

Danach hatte Schumacher sogar von einem Platz auf dem Podium geträumt: "Dafür werden wir Gas geben", hatte der siebenmalige Weltmeister gesagt.

MGP-W01 eine "stumpfe Waffe"

Die bittere Realität holte den Altmeister schon im Qualifying ein. Schumacher verpasste um sechs Tausendstelsekunden die dritte Qualifikations-Runde und musste sich mit Startplatz elf begnügen.

Stallgefährte Rosberg schaffte es noch bis in die finale Runde, ging aber auch nur von Rang neun ins Rennen.

"Wir wurden durchgereicht", musste Schumacher nach dem erneuten Rückschlag erkennen: "Wir sind in einer Situation, in der unsere Waffen zu stumpf sind." Auch Rosberg haderte mit seinem Dienstwagen und sprach nach dem Qualifying von einer mittleren Katastrophe und ständigem Übersteuern.

Keine Chance im Rennen

Im Rennen lief dann kaum noch etwas zusammen. Während sich Ferrari und Red Bull einen heißen Kampf um den Sieg lieferten, schlichen die ihrem Namen keine Ehre machenden Silberpfeile nur noch hinterher.

Auf der prall gefühlten Mercedes-Tribüne blickte man in enttäuschte Gesichter, die zahlreichen Flaggen wehten auf halbmast.

Testverbot ein Dorn im Auge

Ein Grund für die Malaise der Silberpfeile sieht Schumacher im Testverbot. Dieses würde dafür sorgen, dass man kaum eine Chance habe, näher an die Spitzenteams zu rücken.

"Wenn du Aerodynamikentwicklungen der Konkurrenz entwickeln musst, finden die Testfahrten am Rennwochenende statt. Da bleibt nicht die Zeit, alles auszutesten. Dass da nicht gleich alles auf Anhieb funktioniert, ist fast normal", so Schumacher am Rande des Rennens in Hockenheim: "Das haben auch Ferrari und McLaren durchgemacht. Nur Red Bull blieb davon weitgehend verschont. Sie hatten aber auch von Anfang an das beste Paket."

Keine Fleißpunkte

Schumacher, zu seiner Glanzzeit einer der fleißigsten Tester im Zirkus, kritisiert: "Die Formel 1 ist der einzige Sport weltweit, bei dem man nicht testen darf. Angesichts des hohen technischen Niveaus auf dem wir operieren, ist das unverständlich."

Und weiter: "Ich sage ja nicht, dass wir die alten Zeiten zurückholen sollten, aber es muss einen Mittelweg geben. Es war lächerlich, 90.000 Kilometer im Jahr zu testen, aber es ist genauso lächerlich, gar nicht zu testen."

WM-Titel weiter das Ziel

Er glaubt dennoch unbeirrt an sein Ziel "innerhalb von drei Jahren die Meisterschaft zu gewinnen. Vielleicht geht es auch schon in zwei", hatte er jüngst gesagt.

Doch selbst wenn Schumacher in der kommenden Saison wieder in einem siegfähigen Auto sitzen sollte, müsste er zunächst einmal seinen eigenen Teamkollegen schlagen, von dem er regelmäßig nur das Bremslicht sieht.

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