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Ärger über gefälschtes Lob: Lucas di Grassi (l.) und Timo Glock © getty

Wenn das keinen Ärger gibt: Virgin-Pilot Lucas di Grassi lässt erfundenes Lob seines deutschen Teamkollegen in die Welt setzen.

Von Marc Ellerich

München - Konkurrenzkampf der kuriosen Art: Mit einem gefälschten Zitat hat Virgin-Pilot Lucas di Grassi seinen deutschen Teamkollegen Timo Glock verärgert.

Laut einem Bericht von "Motorsport-Total" fügte der Brasilianer nach dem Deutschland-Grand-Prix am vergangenen Wochenende in Hockenheim eine völlig frei erfundene Aussage des Hessen in die offizielle Presseerklärung des englischen Rennstalls.

In dem Team-Statement zum Deutschland-Rennen wurde Glock mit den Worten zitiert: "Ich hatte einen schwierigen Start in das Rennen, weil Lucas mich mit einem brillanten Manöver überholte."

Glock: Habe mich sehr gewundert

Ein Satz, der den Rennverlauf nur unzureichend wiedergab, denn di Grassi hatte sich die Radaufhängung zerstört und musste den Grand Prix aufgeben. Glock hingegen, der als 20. gestartet war, war als 18. bester Pilot der drei neuen Teams. (DATENCENTER: Rennergebnis)

Sorgte das für Frust bei seinem brasilianischen Teamkollegen? Glock gegenüber "Motorsport-Total.com": "Als ich das lesen musste, habe ich mich doch sehr gewundert. Denn so etwas habe ich garantiert nie gesagt."

Er ließ den Vorfall von Virgin-Pressesprecherin Tracy Novak überprüfen, "schließlich hätte es sich auch um ein ganz einfaches Versehen handeln können".

Ein schlechter Scherz?

Doch die Nachforschungen ergaben laut Glock offenbar ein anderes Bild. Di Grassi sei von der Medienverantwortlichen gebeten worden, "seine Zitate noch einmal zu lesen und gegebenenfalls anzupassen. Es hat sich herausgestellt, dass er mir diesen Satz - also das große Lob von mir an ihn - ohne Absprache mit dem Team untergejubelt hatte".

Glock zieht immer noch die Möglichkeit eines Scherzes in Betracht, allerdings eines ziemlich schlechten. Ob der Vorfall Konsequenzen für di Grassi haben wird, ist derzeit offen.

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