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Fernando Alonso wurde 2005 und 2006 Weltmeister mit Renault © getty

Der Spanier sieht sich mit den Top vier auf Augenhöhe - und glaubt, dass Red Bull nicht mehr so dominieren wird wie in Ungarn.

Von Marc Ellerich

München - Fernando Alonsos Welt war schwer in Ordnung, als er sich in die Sommerpause der Königsklasse verabschiedete.

Sehr stark hatte sich der Ferrari-Star in den vergangenen beiden Grands Prix gezeigt und dank der roten Stallorder-Affäre am Hockenheimring und des Vettel-Aussetzers in Ungarn eine furiose Aufholjagd in der WM hingelegt 270438(DIASHOW: So verlor Vettel 128 Punkte).

Er liegt zwar immer noch auf Platz fünf in der Meisterschaft, doch mit 141 Zählern auf der Haben-Seite sieht sich der Spanier durchaus wieder auf Augenhöhe mit seinen Mitbewerbern um den Titel (DATENCENTER: WM-Stand Fahrer).

Red-Bull-Pilot Mark Webber rangiert mit 161 Punkten vorne, aber für den Piloten aus Oviedo liegt der Australier allenfalls virtuell in Führung. In Wahrheit gebe es derzeit keinen WM-Leader, behauptete Alonso auf der Ferrari-Homepage.

"Beginnen alle bei Null"

"Wir beginnen alle wieder bei Null", ließ sich der Doppel-Weltmeister der Jahre 2005 und 2006 zitieren: "Ich glaube nicht, dass sich im Moment jemand als den Führenden in der WM sieht, und keiner sieht sich als den Fünften. Wir sind eine Gruppe, fünf Fahrer, die um den Titel kämpfen."

Ferrari möge mit dem bisherigen Verlauf der Weltmeisterschaft durchaus zufrieden sein.

Was auch Teamkollege Felipe Massa findet: Er sieht die Anzeichen, "dass Ferrari wieder zu der Form aufläuft, die wir alle erwarten".

Ausruhen verboten

Ausruhen dürfe sich das Team aber nicht, betont Alonso.

"Ab jetzt sind es noch sieben Rennen, alles ist möglich", formulierte er und schob sofort seine Forderung nach:

"Wir müssen im Endspurt der Meisterschaft die Besten sein, wenn wir sie gewinnen wollen. Es ist jetzt Zeit, etwas abzuliefern."

Es kommen andere Strecken

Gleichwohl räumte Ferraris Nummer eins ein, dass der Abstand zu Red Bull beim zwölften Saison-Grand-Prix auf dem Hungaroring sehr groß gewesen sei.

Sein berühmtes Team müsse zwar in jedem Rennen an Pole-Positions und Siege denken, "aber in Ungarn war das ganz offensichtlich unmöglich. Wir waren nicht so schnell wie Red Bull, das war enttäuschend."

Er mahnte die italienische Scuderia zur Ruhe. Ebenso wie der Kurs in Ungarn dem österreichischen Rennstall stark entgegengekommen sei, werde es Strecken geben, die Ferrari in die Karten spielten.

"Auf einem anderen Planeten"

"Und wenn der Kurs einmal ungünstig ist, müssen wir das Beste herausholen, so wie wir es in Ungarn getan haben", sagte Alonso.

Sein Teamchef Stefano Domenicali ging ohnehin davon aus, dass der Rückstand auf das Vettel-Team auf dem Hungaroring am größten gewesen sei: "Red Bull war auf einem anderen Planeten."

Man orientiere sich daher an Rennen wie in Valencia, Montreal oder Silverstone, wo die Lücke kleiner gewesen sei.

Betrachte man sämtliche 19 Grand Prix des Jahres, habe Ferrari durchaus ein konkurrenzfähiges Paket, machte der Spanier den Roten Mut. "Mit nur einem Sieg können wir die Führung in der Meisterschaft übernehmen", fügte Alonso hinzu: "Wir müssen also die Nerven behalten."

Ansporn vom Boss

Angespornt wurde er von Ferraris Oberhaupt, Luca di Montezemolo, jüngst erneut Vater geworden. "Das ist das Ferrari, das ich sehen will", gratulierte der italienische Adelige: "Ein Team, das kämpfen kann und Resultate abliefert."

Montezemolos Resümee: "Es stimmt: Wir haben zuvor einige großartige Möglichkeiten ausgelassen und da ist der Ärger, über erstaunliche Entscheidungen. Aber jetzt müssen wir nach vorne schauen. Wir sind wieder im Kampf um die Meisterschaft."

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