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Das "cavallino rampante" ist eines der berühmtesten Markenzeichen der Welt © getty

Nach Niki Laudas Kritik an Ferraris Stallorder schlägt die Scuderia in einer anonymen Kolumne gegen ihren Ex-Piloten zurück.

Von Julian Meißner

München - Die Antwort aus Maranello ließ nicht lange auf sich warten.

Nachdem Ex-Weltmeister Niki Lauda in einem Interview zum wiederholten Male die Stallorder der Scuderia Ferrari beim Deutschland-Grand-Prix in Hockenheim kritisierte, schlägt das rote Imperium nun zurück.

Die aktuelle Kolumne "The Horse Whisperer" auf der Ferrari-Website trägt die Überschrift: "Moralisten mit schlechtem Gedächtnis".

"Diesmal hat der gute, alte Niki eine gute Gelegenheit ausgelassen, sein Mund zu halten", heißt es in dem Text, dessen Urheber sich nicht zu erkennen gibt.

Wer im Glashaus sitzt...

Schließlich habe Lauda Ferraris Fahrer-Politik bestens in den Kram gepasst, als er noch selbst für die Scuderia fuhr.

Der 61-jährige Österreicher war von 1974 bis 1977 für das legendäre Team gefahren und hatte sich in dieser Phase zwei seiner drei Weltmeistertitel (1975, 1977) gesichert.

Dabei hatte der Wiener neben seinen Teamkollegen Clay Regazzoni und Carlos Reutemann den Status einer unumstrittenen Nummer eins inne - allerdings war damals die Teamorder auch noch nicht verboten.

Lauda erwartet schärferes Strafmaß

Lauda hatte gesagt, was Ferrari auf dem Hockenheimring gezeigt hatte, sei "gegen alle Regeln gewesen". Zudem mutmaßte der heutige TV-Experte, die FIA werde Ferrari noch zur Rechenschaft ziehen.

Der Rennstall war zunächst mit einer Geldbuße von 100.000 Dollar belegt worden, nachdem Felipe Massa seinen Teamkollegen Fernando Alonso auf Anweisung aus der Box hatte passieren lassen.

Am 8. September jedoch tagt der Weltverband und könnte das Strafmaß wegen des Einsatzes der offiziell verbotenen Teamorder noch erhöhen.

"Welle der Heuchelei"

In den Augen der Scuderia ist der ganze Wirbel völlig übertrieben. Nach den Ereignissen von Hockenheim sei eine "Welle der Heuchelei" durchs Fahrerlager geschwappt, heißt es.

"Das neueste Schreiben kommt aus Österreich, von einer Person, die, nachdem sie den Helm an den Nagel gehängt hat, keine Gelegenheit auslässt, ihre Meinung zum Besten zu geben", so der Pferdeflüsterer.

Vertrauen in die Sportsgerichtbarkeit

Lauda schaffe es mit "Verbalakrobatik", sein Fähnchen nach dem Wind zu drehen.

Bezüglich Laudas Erwartung einer "Abreibung" Ferraris durch die FIA heißt es in der Kolumne: "In einer solchen Situation ist es das Beste, die höchste Ebene des Sportverbandes zu respektieren und ihr zu vertrauen."

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