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Der deutsche Formel-1-Pilot Hans Herrmann im Porsche 718 beim Rennen in Monte Carlo im Mai 1961 © imago

Die Übernahme durch VW könnte der Premium-Marke bald zu einem furiosen Comeback verhelfen. Auch Audi spielt dabei eine Rolle.

Von Christian Paschwitz

München - Porsche oder Audi: Bekommt die Formel 1 schon bald einen prominenten Rückkehrer?

Mehreren Medienberichten zufolge bastelt der Volkswagen-Konzern akribisch an einer Neuordnung seines Motorsport-Engagements.

Und in den Erwägungen in punkto Königsklasse sollen die beiden VW-Premium-Marken-Töchter eine ganz besondere Rolle spielen.

Die "Financial Times Deutschland" will dazu aus Unternehmenskreise erfahren haben, dass Volkswagen ebenso mit einem Start in der US-Rennserie Nascar sowie bei der World Rally Championship liebäugelt.

Immer Porsche-"Überlegungen für die erste Liga"

Ein Porsche-Sprecher wird zitiert mit den Worten: "Wir versuchen gerade, eine langfristige Strategie mit den anderen Marken zu erarbeiten."

Oliver Hilger wiederum sprach zwar nur von "Planspielen".

Porsches Motorsport-Sprecher erklärte aber auch: "Dass der Motorsport für Porsche existenziell ist, ist ja nicht erst seit dem Pariser Autosalon so."

Auch Audi-Chef Pippig dementiert nicht wirklich

Es gebe "natürlich immer mal Überlegungen für die 'erste Liga' - also entweder Le Mans oder auch die Formel 1".

Audi-Kollege Jürgen Pippig ließ ebenso Raum für Interpretationen: "Das sind Spekulationen, wir können und möchten das erst einmal nicht kommentieren."

Natürlich jedoch beobachte Audi stets die Entwicklung aller Rennserien, "inklusive der Formel 1."

[kaltura id="0_1ms2tzlr" class="full_size" title="Eine Runde in Suzuka"]

Keine Konkurrenz bei Le Mans

Bereits Anfang des Monats hatten "auto, motor und sport" als auch "autocar" berichtet, Porsches neuer Konzern-Lenker Matthias Müller habe am Rande des Automobilsalons in Paris durchblicken lassen, sich vielleicht von seinen Le-Mans-Prototypen zu trennen.

Zumal Audi bei dem legendären 24-Stunden-Rennen ebenfalls erfolgreich startet. "Wir wollen uns aber nicht gegenseitig in der LMP1 Konkurrenz machen. Das ist einfach nicht lustig", so Müller gegenüber "autocar".

Ein neues Betätigungsfeld für Porsche würde möglicherweise die Formel 1 sein.

Porsche 1991 nochmals im Hintergrund dabei

Mit einem eigenen Rennstall war Porsche zuletzt von 1957 bis 1962 in der Formel 1. Dabei gelang 1962 sogar ein Sieg beim Großen Preis von Frankreich, ehe der USA-Grand-Prix in Watkins Glen zum letzten Rennen geriet.

1991 agierte Porsche dann noch einmal als Motoren-Hersteller für Footwork.

Für Audi wäre das Engagement im spektakulärsten Grand-Prix-Circuit dagegen die Premiere: Gegenwärtig fährt Audi unter anderem im Deutschen Tourenwagen Masters (DTM) mit. Seit 2000 gewann Audi überdies das legendäre 24-Stunden-Rennen gleich neunmal.

Auch Rennstall-Kauf nicht ausgeschlossen

Der Zeitpunkt für einen wie auch immer gearteten Einstieg - bei Porsche ist auch der Kauf eines Rennstalls nicht ausgeschlossen - scheint günstig:

Schließlich sind in der Formel 1 in den vergangenen Jahren die Team-Kosten enorm gesenkt worden, die sich zuvor pro Saison noch auf bis zu 400 Millionen Euro belaufen hatten.

Laut "Financial Times Deutschland" soll es eine schnelle Entscheidung geben.

Entscheidung schon im November?

Bereits Anfang November wolle der VW-Vorstand mit Motorsportdirektor Kris Nissen über die künftigen Engagements beraten.

"Man muss sich schnell einigen, denn es dauert mindestens zwei bis drei Jahre, bis man alle Vorbereitungen erledigt hat und bei der Formel 1 am Start ist", so Konzernkreise.

Noch nicht geklärt ist indes, nach welcher Motoren-Formel von 2013 gefahren wird.

Ecclestone jubiliert schon

So oder so: Formel-1-Boss Bernie Ecclestone zeigte sich schon jetzt erfreut über die Überlegungen der Wolfsburger.

"Das klingt absolut super", so Ecclestone gegenüber der 'Bild'. "Ich würde alle Hebel in Bewegung setzen. Was immer ich dafür tun kann, werde ich tun", erklärt der 79-Jährige.

Ein neuer Hersteller käme dem Briten angesichts der Verluste während der vergangenen Jahre wohl auch gerade recht.

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