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Ross Brawn (l.) gewann zusammen mit Michael Schumacher sieben Weltmeistertitel © imago

Teamchef Ross Brawn zeigt sich selbstkritisch und erklärt die enttäuschenden Mercedes-Ergebnisse mit mangelnder Organisation.

Yeongam - Mercedes-Teamchef Ross Brawn hat die enttäuschenden Ergebnisse der laufenden Saison mit mangelnder Organisation begründet und erwartet ein starkes Comeback von Rekordweltmeister Michael Schumacher.

"Zu Beginn der Saison 2009 musste wir unser Personal reduzieren. Als dann die Zeit kam, um das 2010er Auto zu designen, war unser Designbüro nicht gut organisiert", sagte Brawn der "Gazetta dello Sport".

"Herausgekommen ist ein nicht besonders ambitioniertes Auto - in Wahrheit ist es zu konservativ. Doch wir konnten nicht anders, denn wir hatten nicht genügend Ressourcen", ergänzte der 55-Jährige, in dessen Brawn-Team Jenson Button im Vorjahr zum WM-Titel gefahren war.

Titelkampf 2009 als Hemmschuh

"Durch unsere Restriktionen konnten wir Ende 2009 nicht um den Titel kämpfen und gleichzeitig ein konkurrenzfähiges Auto für dieses Jahr bauen", so Brawn.

Den siebenmaligen Weltmeister Schumacher, der drei Rennen vor dem Saisonende nur Rang neun im WM-Klassement belegt, sieht Brawn im kommenden Jahr wieder im Vorfeld: "Ich erwarte, dass er viel stärker zurückkommen wird."

Schumi hat viel vor

Schumacher spekuliert schon bei der Formel-1-Premiere in Südkorea (Fr., 7 Uhr LIVE im TV auf SPORT1 und im LIVE-TICKER) auf eine Überraschung.

"Es hat mich beeindruckt, wie gut das Auto in Japan lief. Und diese Strecke könnte uns sogar noch ein bisschen mehr liegen", sagte der Mercedes-Pilot, der als Sechster in Suzuka nach Meinung vieler Experten das beste Rennen seit seinem Comeback fuhr.

Mit Glück aufs Podium?

Eine Podiumsplatzierung wollte Schumacher, für den 2010 vierte Plätze in Barcelona und Istanbul als beste Ergebnisse notiert sind, zumindest nicht ausschließen.

"Das wäre sicher das Maximum, von dem wir derzeit träumen können. Aber dafür bräuchten wir sehr viel Glück", sagte der siebenmalige Weltmeister und ergänzte mit einem Schmunzeln: "Normalerweise kommen wir direkt nach den drei Top-Teams. Es sei denn, es treten bestimmte Dinge ein. Und am Sonntag soll es ja angeblich regnen."

Steigender Optimismus

Ein Trost für die sportlich bisher enttäuschende Saison wäre dies für den Neunten der WM-Wertung zwar nicht, dennoch wirkt Schumacher wesentlich gelöster und optimistischer als noch vor Wochen.

"Ich will Erfolg mit dem Team, das vermisse ich natürlich. Ein Podium würde daran nicht entscheidend etwas ändern", sagte der 41-Jährige: "Aber Motivationsprobleme habe ich keine. Natürlich hätte ich mehr Freude, wenn wir um Spitzenplätze fahren würden. Aber ich habe Freude, sonst wäre ich nicht hier."

"Absolut im Fahrplan"

Die aktuelle Entwicklung macht Schumacher Mut. "Wir haben einen deutlichen Schritt nach vorne gemacht", sagte er, betonte aber wieder, dass die Entwicklung für 2011 derzeit deutlich im Vordergrund stehe.

"Wir haben uns ehrgeizige Ziele gesetzt und stellen gerade die Weichen für das nächste Jahr, das ist die große Herausforderung", erklärte er: "Dabei sind wir absolut in unserem Fahrplan."

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