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Fernando Alonso feierte in Südkorea seinen 26. GP-Sieg im 155 Rennen © getty

Ferrari schwört sich auf den Saison-Endspurt ein. In Spanien hofft man ausgerechnet auf Vettel als Alonsos Verbündeten.

Von Julian Meißner

München - Antreten zum Appell hieß es am Dienstag für die Mitarbeiter der Scuderia Ferrari in Maranello.

Luca di Montezemolo hat sich nach dem triumphalen Sieg der Roten in Südkorea in einer flammenden Rede an seine Untergebenen gewandt und diese auf den WM-Endspurt eingeschworen.

"Wir müssen mit den Füßen auf dem Boden bleiben, wir haben noch gar nichts gewonnen", forderte der Ferrari-Präsident bei seiner Rede vor der Belegschaft des Edel-Herstellers.

"Jetzt kommt der harte Part, das müssen wir uns immer vor Augen halten", so der Italiener, dessen Star-Pilot Fernando Alonso nach dem Doppel-Ausfall der Red-Bull-Fahrer Sebastian Vettel und Mark Webber zwei Rennen vor Saisonende die besten Chancen auf den Titel hat.

Auch Berger warnt

In die gleiche Kerbe schlug der ehemalige Ferrari-Pilot Gerhard Berger.

"Man soll nicht so früh feiern, das lehrt die Formel 1. Abgerechnet wird erst beim letzten Rennen", sagte der Österreicher bei "ServusTV".

Di Montezemolo warnte allerdings davor, sich Meinungen von außen zu sehr zu Herzen zu nehmen: "Wir waren vorher keine Idioten und sind jetzt keine Genies - wir sind nur ein Team, das niemals aufgibt."

Gelassenheit sei der Schlüssel zum Erfolg. "Ich habe immer gesagt, dass ein kühler Kopf den Unterschied ausmachen wird", so der Scuderia-Boss: "Jeder muss nun in seinem Bereich die Pole holen. Dann wird am Ende in Abu Dhabi abgerechnet."

Alonso: Entscheidung in Abu Dhabi

Auch Alonso, der vor dem 17. von 19 Rennen in der Fahrerwertung elf Punkte Vorsprung auf Webber hat, rechnet mit einer Entscheidung im letzten Rennen und nicht schon beim vorletzten Lauf in Sao Paulo.

"Wenn Red Bull das Flugzeug nach Brasilien verpasst, ist das auch ein Weg, vorzeitig den Titel zu gewinnen", scherzte der Spanier im Gespräch mit "La Stampa".

Red Bull auf dem Papier vorn

Der Champion von 2005 und 2006 erklärte die "Bullen" auch auf den verbleibenden Strecken zum Favoriten.

"Sie sind überall stark. 14 Pole-Positions in 17 Rennen sagen alles", so Alonso: "Unter normalen Umständen sind sie nicht zu schlagen. Wir können sie nur in Fehler hetzen."

Dem pflichtete Berger bei. Alonso mache zwar die wenigsten Fehler, aber: "Er hat nicht das schnellste Auto."

Spanien hofft auf Vettel

In seiner Heimat hat die Presse unterdessen ausgerechnet Vettel als "großen Verbündeten" Alonsos ausgemacht.

"Vettels Ehrgeiz könnte ihn zum besten Alliierten Alonsos machen und entscheidend dazu beitragen, dass der Spanier den Titel gewinnt", schrieb die "Marca".

Red Bull hatte angekündigt, sich weiter nicht auf einen der beiden Fahrer konzentrieren zu wollen. Der Heppenheimer könnte so seinem Teamkollegen Webber wichtige Punkte wegnehmen.

Zwei Alonso-Titel in Interlagos

Dazu "Marca": "Red Bull scheint nun bis zum Ende der WM bei seiner uneindeutigen Haltung zu bleiben. Dies ist ein Vorteil für Alonso, wie er kaum größer hätte sein können."

Auch wenn Alonso nach eigener Aussage nicht an einen vorzeitigen Triumph in Brasilien glaubt, gute Erinnerungen an Interlagos hat der 29-Jährige.

Seine beiden Titel mit Renault fuhr er auf dem Autodromo Jose Carlos Pace ein.

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