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Mark Webber (l.) steht seit 2007 bei Red Bull unter Vertrag © getty

Mark Webbers Crash in Yeongam schlägt hohe Wellen. Gerhard Berger unterstellt ihm, dass er einen WM-Konkurrenten treffen wollte.

Von Marcus Giebel

München - Red Bull kommt im WM-Endspurt nicht zur Ruhe.

Als wäre der doppelte Ausfall bei der Südkorea-Premiere nicht schon schlimm genug, sieht sich der österreichische Rennstall nun auch noch mit Sabotage-Vorwürfen konfrontiert.

Erhoben hat diese Ex-Pilot Gerhard Berger. Er wirft Mark Webber vor, nach dessen Unfall in Runde 19 bewusst auf die Strecke zurückgerollt zu sein, um einen direkten Konkurrenten im WM-Kampf aus dem Rennen zu schießen.

"Er hat nicht gebremst und dann Nico Rosberg getroffen. Das war der Falsche. Ich denke, dass er im Inneren lieber Fernando Alonso oder Lewis Hamilton mitgerissen hätte", erläuterte Berger im österreichischen Sender "ServusTV". (DATENCENTER: WM-Stand Fahrer)

Berger: "Er war einfach frustriert"

Der Spanier war direkt hinter dem zum Unfallzeitpunkt Zweitplatzierten gefahren, hatte dem Autowrack aber ausweichen können. Dem Mercedes-Fahrer gelang das nicht, weshalb er ebenso wie Webber ausschied.

An ein Bremsproblem glaubt Berger jedenfalls nicht: "Er war draußen und wusste, dass es vorbei ist. In diesem Moment war er einfach frustriert und tausend Gedanken schossen ihm durch den Kopf."

Auch der abgeschossene Rosberg war schon in Südkorea ratlos über das Verhalten seines Unfallgegners: "Ich verstehe immer noch nicht, warum Webber nicht auf die Bremsen gestiegen ist. Es war verrückt, quer auf die Strecke zurückzurollen."

Horner tut Vorwürfe als lächerlich ab

Webbers Teamchef Christian Horner tat die Vorwürfe als lächerlich ab und nahm seinen Fahrer erwartungsgemäß in Schutz: "Es war absolut nicht Marks Absicht, einen anderen Piloten aus dem Rennen zu nehmen."

Der Brite hat ohnehin genug Probleme: Zuletzt kamen Gerüchte über seine Ablösung auf, weil das Team trotz überlegenem Boliden den Fahrer-Titel zu verpassen droht.

Zwei Grands Prix vor Saisonende führt Alonso (231 Punkte) mit elf Zählern Vorsprung auf Webber und 21 auf Hamilton die WM an. Red-Bull-Kollege Sebastian Vettel hat nach seinem Motorplatzer weiter 206 Punkte auf dem Konto.

Vettel muss Webber nicht helfen

Eine Stallorder ist laut Horner trotz der Ausgangslage - zumindest offiziell - kein Thema: "Wir haben zwei fantastische Fahrer und wir werden weiterhin beide unterstützen."

Da immerhin ist er mit Berger einer Meinung.

"Vergesst Grauzonen, hier geht es um Moral. Ich kenne Dietrich Mateschitz und da gibt es keine Fragen, wie er an die Sache herangeht. Ich denke, die Fans werden es ihm danken, denn nur der Sport zählt", betont Berger, der ein guter Freund des Red-Bull-Bosses ist.

Mit seinen anderen Aussagen hat er dem Milliardär jedoch keinen Gefallen getan.

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