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Ist Vettel bei Red Bull nur noch die Nummer zwei? © getty

Red-Bull-Teamchef Horner stellt sich indirekt hinter Webber: Er sei "ein Stück näher dran". Vettels Motor bereitet Sorgen.

Von Björn Seitner

München - Sieben Mal hat die WM-Führung in der Saison 2010 schon gewechselt.

Nach 17 von 19 absolvierten Rennen kämpfen theoretisch immer noch fünf Fahrer um den Weltmeistertitel. (DATENCENTER: WM-Stand Fahrer)

Die Formel 1 schreibe Geschichte, wie sie "auch ein Hollywood-Regisseur nicht besser inszenieren könnte", findet BMW-Sauber-Teamchef Peter Sauber.

Vor dem am Wochenende anstehenden Brasilien-Grand-Prix (1. Training, Fr. ab 13 Uhr LIVE im TV auf SPORT1 und im LIVE-TICKER)

ist in der Fahrer-Wertung zwar noch nichts entschieden, doch das große Rechnen hat begonnen.

Im Red-Bull-Lager stellt sich Teamchef Christian Horner schon indirekt hinter Mark Webber.

Eine Teamorder ist schon seit einigen Tagen im Gespräch, nun gibt Horner bei "BBC Radio 5 live" zu: "Unweigerlich gibt es einen Punkt, an dem die Mathematik diktiert, was potenziell der beste Ausgang für das Team wäre."

"Mark ist ein Stück näher dran"

Auch wenn dieser Punkt, an dem Vettel für den besser postierten Webber fahren müsste, vor dem Rennen in Interlagos noch nicht erreicht ist, weiß Horner, dass Webber die deutlich besseren Chancen hat.

"Derzeit liegt nur ein Sieg zwischen Sebastian und dem Führenden (Fernando Alonso/Ferrari/231 Punkte, d. Red.). Mark ist sogar noch ein Stück näher dran, bei ihm sind es nur elf Punkte. Da ist bei zwei noch zu fahrenden Rennen alles offen", so Horner.

Während des Renngeschehens des vorletzten Grand Prix des Jahres könnte sich also einiges tun.

Red Bulls Teamplayer

Der 36-Jährige Brite sieht das so: "Wenn einer von beiden realistisch gesehen keine Chance mehr hat, dann werden sie natürlich versuchen, das Teamergebnis zu optimieren, denn beide sind Teamplayer."

Dies wäre der Fall, wenn Alonso in Brasilien vor Vettel und Webber führen würde.

Der Deutsche wäre damit aus dem WM-Rennen, sein australischer Teamkollege jedoch würde seine Chance für den letzten Grand Prix in Abu Dhabi wahren.

In einer Entscheidung stellt sich Horner schon hinter Webber.

Webber mit guten Erinnerungen

Sollte es, wie in Silverstone, nur ein bestimmtes Teil einer neuen Spezifikation geben, würde es derjenige bekommen, "der in der Weltmeisterschaft weiter vorne liegt".

Das wäre der 34-jährige Australier, der selbst für das Rennen in Brasilien "beste Erinnerungen" hat.

2009 konnte Webber in Interlagos gewinnen. Nun kündigt er an: "Es war schön, dieses Rennen zu gewinnen. Wir haben logischerweise vor, in diesem Jahr erneut zu siegen."

Und weiter: "Die Meisterschaft nähert sich ihrem Höhepunkt und wir müssen das Beste aus jeder sich uns bietenden Möglichkeit machen."

"Ungewöhnlicher" Motorschaden

Für Unruhe im Red-Bull-Lager sorgt derweil Vettels Motorschaden im Südkorea-Grand-Prix.

Der Grund (ein defektes Pleuel in Zylinder Nummer vier) konnte nach einer Inspektion bei Motorenlieferant Renault zwar geklärt werden, die genaue Ursache bereitet den Franzosen allerdings kopfzerbrechen.

Denn der Motor, der bereits zuvor in Spa und am Hockenheimring eingesetzt wurde, sei immer unter dem Grenzbereich betrieben worden.

Daher bezeichnete Renault das Problem auch als "ungewöhlich".

Kein Risiko bei Vettel

Was Red Bull in Brasilien nun aus der Situation macht, ist ungewiss.

Um keinen weiteren Motorplatzer bei Vettel zu riskieren, könnte das Team die Drehzahl zurücknehmen oder die Laufleistung in Training und Qualifying reduzieren.

Im Kampf um die letzten WM-Punkte spricht teamintern also einiges für Webber und gegen den Deutschen.

Ob die Fahrerwertung ein achtes Mal wechselt?

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