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Vor seiner Tätigkeit bei Lotus war Mike Gascoyne Cheftechniker bei Force India © getty

Lotus Chefingenieur Gascoyne, verspricht Siege in drei bis fünf Jahren. Dem neu entstehenden Namensvetter sagt er den Kampf an.

Von Olaf Mehlhose

München - Die Lotusblüte gilt in weiten Teilen Asiens als Sinnbild für Schöpferkraft.

Mike Gascoyne, Technikchef beim malaysischen Lotus-Racing-Team, fühlte sich wahrscheinlich von dieser Symbolik inspiriert, als er gegenüber dem "Daily Star" versprach, dass sein Rennstall in drei bis fünf Jahren siegfähig sei.

Schon die kommende Saison wolle das Team, das im vergangenen Jahr keinen einzigen Punkt einfuhr, "im Mittelfeld beenden - im Bereich von Toro Rosso, Williams und Force India".(DATENCENTER: Die WM-Teamwertung 2010).

Wenn er ein Jahr zurückblicke, "dann hatten wir vielleicht ein paar hundert Stunden im Windkanal getestet. Heute haben wir mehr als tausend Stunden getestet, wodurch wir in einer besseren Position als letztes Jahr sind", begründete der 47-jährige Brite seinen Optimismus.

Renault-Team heißt jetzt Lotus

Dabei steht nicht einmal fest, ob das Team in der neuen Saison überhaupt noch unter seinem jetzigen Namen existiert.

Die Lotus-Gruppe gab am Mittwoch bekannt, dass der Renault-Rennstall künftig unter dem Namen Lotus an den Start gehen wird.

Dadurch besteht die Gefahr, dass das Team des malaysischen Fluglinienbesitzers Tony Fernandes unter einer anderen Bezeichnung antreten muss.

Bahar kompromissbereit

Das sorgte bei den Machern von Lotus-Racing für Verärgerung.

"Wir von Team Lotus sind in der Formel 1, um Formel-1-Autos in unserer Heimat Norfolk zu designen, zu bauen und einzusetzen und um als Team zu gewinnen. Zeigt mal, was ihr könnt!", ließ Gascoyne via Twitter verlauten.

Immerhin zeigte sich Dany Bahar, Geschäftsführer der Lotus-Gruppe, bereits gesprächsbereit.

"Kein Problem für mich - vier Autos sind besser als zwei", sagte Bahar im "BBC Radio Norfolk": "Ich habe nichts dagegen."

"Sie lernen von den Besten"

Gascoyne will sich seine Erfolgsstory mit Lotus ohnehin nicht kaputtmachen lassen.

Der ehemals bestbezahlte Techniker der Formel 1, dem sein aggressiver Management-Stil den Spitznamen "Bulldogge" einbrachte, machte das Vier-Mann-Team zu einem Unternehmen mit 200 Mitarbeitern. Die meisten davon wählte er selbst aus.

"Ich weiß, wie man ein Siegerteam aufbaut", sagte Gascoyne: "Wenn man sich die Leitungspositionen in der Fabrik ansieht, dann merkt man, dass das Leute allererster Güte sind. Sie haben fantastische Lebensläufe, was den malaysischen Ingenieuren zugute kommt. Sie lernen hier von den Besten."

Red Bull noch zu stark

Auch durch den Wechsel von den bisher verwendeten Cosworth-Aggregaten auf Renault-Motoren und ein Getriebe von Weltmeister Red Bull verspricht sich Gascoyne eine Verbesserung.

"Ja, wir haben wahrscheinlich eine bessere Abstimmung von Motor und Getriebe", erklärte der Chefingenieur, fügte allerdings hinzu: "Doch wir müssen realistisch bleiben. Wir dürfen jetzt nicht glauben, dass wir Red Bull herausfordern, nur weil wir die selbe Motor-Getriebe-Einheit haben."

Sein Traum sei es aber weiterhin, irgendwann den Pokal hoch zu stemmen: "Rennen zu gewinnen, muss in der Formel 1 dein Ziel sein."

Die Frage ist nur unter welchem Namen das sein wird.

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