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In den Schlagzeilen: Sebastian Vettel wurde 2010 jüngster Weltmeister der Geschichte © getty

Sebastian Vettels Weltmeisterteam Red Bull spürt die Störfeuer der Konkurrenz. Ferrari und Mercedes werben - offen oder subtil.

Von Maik Rosner und Marcus Giebel

München - Gerüchte und Spekulationen gehören in der Formel 1 zum Geschäft. Mehr noch: Sie sind ein ganz wesentlicher Bestandteil.

Besonders bekommt das nun Weltmeister Sebastian Vettel zu spüren.

Mehr oder weniger offen werben Ferrari und Mercedes um den jüngsten Champion der Geschichte. Oder um wichtige Mitglieder aus seinem Team Red Bull.

Das Buhlen um die Bullen - die Störfeuer nehmen zwei Monate vor dem Saisonstart in Bahrain zu.

"Kein Angebot"

Bei der Konkurrenz sieht man das naturgemäß anders. "Es gibt kein Angebot von uns an Weltmeister Sebastian Vettel", zitiert die "dpa" Norbert Haug.

"Wir haben mit Michael Schumacher und Nico Rosberg exakt die Fahrer, die wir haben wollen", sagte der Mercedes-Sportchef.

"Kein Angebot" könnte man allerdings auch als dünnes Dementi für bestehendes Interesse an dem Fahrer werten.

"Absolut falsch"

Zumindest so viel räumt Haug ein: "Dass ich ein gutes Verhältnis zu Sebastian habe, ist kein Geheimnis. Daraus einen Abwerbeversuch abzuleiten, ist jedoch absolut falsch."

Er geht dennoch davon aus, dass Vettel wie jeder Spitzenfahrer über kurz oder lang dorthin gehen werde, "wo ihm das beste Auto und das beste Team die besten Chancen auf den Titel geben".

Die Silberpfeile haben sich nach der mediokren vergangenen Saison eine deutliche Steigerung vorgenommen. Sollte die gelingen, darf zumindest für 2012 viel spekuliert werden.

Marko empört

Red-Bull-Motorsportchef Helmut Marko hatte Mercedes zuvor vorgeworfen, Vettel zu umgarnen wie ein Liebhaber seine Angebetete.

"Wissend, dass Sebastian bei uns einen Vertrag hat, wirbt Mercedes ganz massiv um ihn", empörte sich Marko.

Der Österreicher gibt sich allerdings ohnehin keinen Illusionen hin.

"Ein Rennfahrer träumt von Ferrari und Ferrari von einem tollen Fahrer wie Sebastian. Das ist eine ganz natürliche Sache", sagte der langjährige Talentförderer der Bullen: "Sebastian ist aber clever genug, zu wissen, dass die Umstände passen müssen."

Risiko Alonso

Gemeint ist Fernando Alonso. Der als eigensinnig geltende Spanier würde seinen Anspruch auf das erste Cockpit bei der Scuderia sicherlich vehement deutlich machen. Ein Risiko für Vettel.

Ferrari hat das Buhlen längst eröffnet - allerdings nicht nur um Vettel. Zuletzt bemühte sich Präsident Luca di Montezemolo um Adrian Newey. Doch der Technische Direktor des Konstrukteurs-Weltmeisters Red Bull lehnte ab.

Da halfen auch die Lobeshymnen von Teamchef Stefano Domenicali nichts. "Das Problem in der heutigen Formel 1 ist, dass es nicht mehr eine Vielzahl an guten, technischen Leuten gibt. Es gibt nur einen Mann, der beständig gut ist - Adrian Newey", pries der Italiener den Briten.

Martins Wechsel

An anderer Stelle hatte man dafür mehr Erfolg. Neil Martin kommt von Red Bull. Dort entwarf er bis zuletzt die erfolgreichen Strategien, die zu beiden WM-Titeln führten.

Zudem wird die Rolle des Chefdesigners Chris Dyer nach dem enttäuschenden Finale der Vorsaison "neu definiert", verlautetete aus Maranello. Im Klartext: eine Entmachtung.

Domenicali erläutert die neue, alte Taktik: "Die Herausforderung ist, die Leute und die Gruppen zu formen. Nur so kann man gewinnen. Nur so kann eine neue Ära beginnen."

Für Gerüchte und Spekulationen ist damit auch gesorgt.

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