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Luca di Montezemolo ist seit 1991 Verwaltungsratsvorsitzender bei Ferrari. © getty

Di Montezemolo sieht im Vettel-Team keine Gewinner. Für den Weltmeister gibt es Spott. Bei Rosberg kommt er ins Schwärmen.

Madonna di Campiglio - Ferrari-Präsident Luca di Montezemolo hat Sebastian Vettels Team Red Bull als schlechte Gewinner bezeichnet.

"Ich sehe Menschen, die WM-Titel gewonnen haben und sich nicht wie Champions benehmen können", sagte Montezemolo - ohne den Namen Red Bull zu nennen, aber dennoch mit eindeutigem Adressaten:

"Wenn sie irgendwann einmal zehn Prozent von dem gewonnen haben, was wir gewonnen haben, werden wir antworten."

Montezemolo kontert Marko-Kritik

Montezemolo bezog sich offensichtlich auf die Vorwürfe des Red-Bull-Beraters Helmut Marko, der nach dem Wechsel des Chef-Strategen Neil Martin aus dem Weltmeister-Team der Formel 1 zu Ferrari unterstellt hatte, Ferrari wolle den "Red-Bull-Teamgeist abwerben".

Auch gegen Vettel, der seinem Piloten Fernando Alonso im letzten Rennen den sicher geglaubten WM-Titel entriss, stichelte der Verwaltungsvorsitzende Ferraris.

"Ich wache jede Nacht auf und denke an dieses Rennen", sagte er mit Blick auf das durch taktische Fehler verlorene Saisonfinale in Abu Dhabi:

"Ich will nicht sagen, wer der beste Fahrer der Welt ist. Aber ich weiß es."

Rosberg "Intelligent und schnell"

Immerhin lobte Montezemolo den deutschen Weltmeister als "Beispiel für die neue Fahrergeneration". Als besonderen Vertreter hierfür nannte er aber Mercedes-Pilot Nico Rosberg:

"Er hat eine fantastische Saison hingelegt. Er ist intelligent und schnell - und immer schneller zu sein als Michael, ist der beste Beweis dafür."

Neue Lorbeeren für Schumacher

Rekordweltmeister Michael Schumacher sei nach den elf gemeinsamen Jahren bei Ferrari "Teil meines Herzens, Teil meines Lebens, ein sehr wichtiger Teil der Ferrari-Geschichte".

(Jetzt auch um 12 und 13 Uhr: die SPORT1 News)

Wie Alonso, der Schumacher trotz der enttäuschenden Comeback-Saison am Vortag als größten Rivalen im Kampf um den Titel bezeichnet hatte, gehöre er "zu den wenigen Menschen, die nicht daran zweifeln, dass er ein fantastischer Fahrer ist".

Fragen, ob er vermute, dass Red Bull im Vorjahr beim Gewinn des Fahrertitels und der Konstrukteurs-WM die Budget-Grenze überschritten habe, beantworte der Ferrari-Boss ausweichend:

"Es gibt Gerüchte, über Teams, die das Limit nicht eingehalten haben, aber ich habe keine Ahnung, ob das stimmt."

Keine Angst um "Italo-Geist"

Einen Verlust des "typisch italienischen Geistes" durch die Verpflichtung der Engländer Martin und zuvor Pat Fry für die Ingenieur-Abteilung sieht er nicht. "Wir brauchen besondere Menschnen.

Und wenn wir Ausländer in unserem Team haben, bin ich froh darüber. Das bringt die frische Luft einer neuen Kultur ins Team", sagte der 63-Jährige.

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