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Der neue F150 wiegt voll betankt und mit Fahrer 640 Kilogramm © Ferrari

Beim Rollout in Maranello schwärmt Fernando Alonso vom F150, sein Chef greift zu viel Pathos. Der Spanier sitzt nun höher.

Maranello - Eine neue rote Göttin für Fernando Alonso und ganz Italien: Mit dem F150 (343307Bilder des Rollouts) will Ferrari 2011 den im vorigen Jahr an Sebastian Vettel "verschenkten" WM-Titel endlich wieder nach Maranello holen.

"Der F150 wurde für ein einziges Ziel entwickelt, das so einfach ist, dass ich es gar nicht aussprechen muss", sagte Teamchef Stefano Domenicali, bevor Alonso und sein brasilianischer Teamkollege Felipe Massa am Freitag um 10.07 Uhr das rote Tuch von ihrem neuen Dienstwagen zogen. (Jetzt auch um 12 und 13 Uhr: die SPORT1 News)

Die Scuderia zeigte mit viel Pathos und Nationalstolz als erstes Team der Formel 1 ihren Renner für die neue Saison. "Ich hoffe, dieses Auto ist genauso stark wie schön", sagte Alonso.

Erstmals Widmung für Italien

Für Ferrari-Präsident Luca di Montezemolo hat der F150 eine viel weitergehende Bedeutung. "In Zeiten, in denen jeder gegen jeden arbeitet, brauchen wir ein Zeichen für die Einheit unseres Landes", erklärte Montezemolo die Tatsache, dass der Formel-1-Renner mit seinem Namen an die Unabhängigkeit Italiens im Jahr 1861 erinnert:

"Es ist das erste Mal, dass wir unser Auto Italien widmen. Ich hoffe, es bringt uns Glück."

Der neue Bolide, der auf der Bühne von zwei Straßenautos - einem roten Ferrari California und einem gelben 458 Italia - eingerahmt wurde, trägt auf dem Heckflügel die italienische Flagge. Zudem ziert die grün-weiß-rote Tricolore mit dem Schriftzug 1861 - 2011 kleine seitliche Windabweiser.

"Verstärkt, wo es nötig war"

"Heute ist ein wichtiger Moment für uns alle. Wir sollten nicht mehr an das letzte Jahr denken und uns ärgern. Dass wir die WM im letzten Rennen verloren haben, zeigt, dass wir auf dem höchsten Level sind", sagte Montezemolo: "Wir haben uns verstärkt, wo es nötig war, und Leute mit einer anderen Mentalität geholt, die frisches Blut ins Team bringen."

Nach der Taktikpanne beim letzten Rennen 2010 in Abu Dhabi, durch die Alonso den greifbar nahen WM-Titel an Red-Bull-Pilot Sebastian Vettel verlor, holte Ferrari unter anderem den Engländer Neil Martin als neuen Chef-Strategen von den Bullen nach Maranello.

"Motiviert und aufgeregt"

Der bisherige Chef-Ingenieur Chris Dyer, einst bei Ferrari Renningenieur von Rekordweltmeister Michael Schumacher, wurde entmachtet und teamintern durch Pat Fry ersetzt.

"Ich bin natürlich motiviert und aufgeregt. 2010 war ein unglaubliches Jahr für mich. Ferrari ist ein wundervolles Team", sagte Alonso: "2011 wird eine neue Herausforderung, ein schwieriges Jahr. Wir alle müssen viel lernen. Dieses Auto ist das Ergebnis harter Arbeit. Wir sind bereit."

Die Scuderia, die mit einem Video an frühere Erfolge - unter anderem die von Michael Schumacher - erinnerte, eröffnete am Freitag den Reigen der Präsentationen in der Königsklasse, die in der kommenden Woche fortgesetzt werden.

Einige Rollouts in Valencia

Vettels Red-Bull-Team sowie das Werksteam von Mercedes mit Michael Schumacher und Nico Rosberg stellen ihre neuen Autos am kommenden Dienstag beim Beginn der ersten ofiziellen Testfahrten in Valencia vor.

McLaren präsentiert sein neues Auto erst nach den drei Testtagen von Valencia am Freitag kommender Woche in Berlin und wird die ersten Runden noch mit einem verbesserten Vorjahresauto fahren.

Für alle Teams steht in Valencia vor allem die Gewöhnung an die Reifen des neuen Herstellers Pirelli auf dem Programm.

KERS feiert Comeback

"Wir werden noch nicht auf die Zeiten schauen", sagte Domenicali. Zudem feiert das Energierückgewinnungssystem KERS, das für 6,7 Sekunden pro Runde 82 zusätzliche PS zur Verfügung stellt, sein Comeback.

Wichtigste Änderung im Bereich der Aerodynamik ist der neue Heckflügel, der unter bestimmten Bedingungen vom Fahrer aus dem Cockpit verstellt werden kann, um zum Überholen einen höheren Top-Speed zu erreichen.

Der F150 erhielt eine höhere Fahrzeugnase, dadurch sitzen auch die Fahrer höher im Auto.

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