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Der neue MP4-26 für die Saison 2011 wurde heute in Berlin vorgestellt © getty

McLaren präsentiert in Berlin seinen Boliden für 2011. Die Piloten sind begeistert. Hamilton sagt der Konkurrenz den Kampf an.

Berlin - Jenson Button nennt es liebevoll "Baby", Lewis Hamilton voller Respekt "Lady" - dabei musste das Objekt der Begierde erst noch zusammengeschraubt werden.

Mit der ungewöhnlichsten und humorvollsten Auto-Präsentation seit Jahren 346451(Bilder) hat McLaren-Mercedes am Freitag ausgerechnet im Herzen von Berlin die Jagd auf Deutschlands Formel-1-Liebling Sebastian Vettel eröffnet.

Vier McLaren-Mechaniker rollten das noch unfertige Gerippe des neuen Renners auf den Platz unter der Kuppel des Sony-Centers am Potsdamer Platz.

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"Das ist unser neues Baby"

Scheinbar unbeteiligte Passanten - wie sich später herausstellte Kunden und Mitarbeiter des Hauptsponsors - brachten die Räder, den Frontflügel und weitere Einzelteile, die in Seelenruhe montiert wurden.

Erst nach zehn Minuten erschienen Hamilton und Button, vollendeten mit der Montage von Nackenschutz und Lenkrad das Werk und lächelten dann strahlend in die Kameras.

Hamilton tigerte staunend um den "fertigen" MP4-26, Button streichelte fast zärtlich über die Motorhaube.

"Das ist also unser neues Baby, das einen von uns hoffentlich zum Weltmeister machen wird", sagte Button, der seinen WM-Titel in diesem Jahr an Vettel abgeben musste.

Hamilton, der die WM-Krone 2008 gewonnen hatte, versprach: "Ich will es so behandeln, als wäre es meine Lady."

Fern der Heimat wirkten die beiden Briten völlig entspannt. "Berlin ist ein großartiger Platz", sagte Hamilton. "So ein neues Auto zu präsentieren, ist ziemlich einzigartig", ergänzte Button.

MP4-26 trägt beide Startnummern

Einige hundert Zuschauer, die sich spontan versammelt hatten, spendeten den Rivalen "ihres" Weltmeisters Vettel freundlichen Applaus und freuten sich über extra signierte Kappen, die die beiden Rennfahrer verteilten.

Innerhalb des Teams sind beide auf Augenhöhe, die absolute Gleichbehandlung trug McLaren auch offen zur Schau, indem das neue Gefährt gleich beide Startnummern trug. Die 3 von Hamilton rechts, die 4 von Button links.

Der Konkurrenz um Vettel, Vize-Weltmeister Fernando Alonso im Ferrari und dem Mercedes-Duo Michael Schumacher und Nico Rosberg sagte Hamilton schon mal vollmundig den Kampf an.

"Perfekt besetzt"

"Zum einen ist es das schönste Auto, an das ich mich erinnern kann", sagte der 26-Jährige über seinen erneut in chromglänzendem Silber und Rot lackierten Dienstwagen: "Außerdem bin ich überzeugt, dass wir sind in allen Bereichen perfekt besetzt sind und noch stärker sein werden als im letzten Jahr."

2010 hatte Hamilton bis zum letzten Rennen theoretische Chancen auf den Titel, Button immerhin bis zum vorletzten. Gemeinsam sicherten sie dem Traditionsteam Rang zwei in der Konstrukteurs-Wertung hinter Red Bull.

Button erwartet harten Kampf

Button erwartet nach dem spannenden Kampf im vorigen Jahr für 2011 noch eine Steigerung, schlicht und ergreifend die beste Formel-1-Saison der Geschichte. "Ich bin schon zwölf Jahre dabei, aber ein so starkes Starterfeld habe ich noch nie erlebt", sagte er:

"Fünf Weltmeister, dazu starke Fahrer wie Felipe Massa oder Robert Kubica - das wird richtig eng."

"There are many buttons"

Von den Neuerungen - vom verstellbaren Heckflügel über die neuen Pirelli-Reifen bis zur Rückkehr des Energierückgewinnungssystems KERS - verspricht sich der 31-Jährige einiges. "There are many buttons in the car", sagte er schmunzelnd.

Viele Knöpfe also und ein Fahrer gleichen Namens, auf den das Auto wie maßgeschneidert passen soll.

Paffett übernimmt Feuertaufe

Die ersten drei Testtage in Valencia zu Wochenbeginn hatte McLaren noch mit einem an die neuen Regeln angepassten Vorjahresmodell MP4-25 absolviert und sich dabei vor allem auf das Erproben der neuen Reifen konzentriert.

Zum ersten Aufeinandertreffen des neuen Renners mit den Konkurrenten kommt es in der kommenden Woche bei der zweiten Testrunde in Jerez (10. bis 13. Februar).

Die Jungfernfahrt übernimmt allerdings weder Hamilton noch Button - auch hier Gleichberechtigung. Die ersten Runden darf Testfahrer Gary Paffett schon am kommenden Dienstag bei Filmaufnahmen auf der spanischen Teststrecke in Idiada drehen.

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