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Bob Bell wurde 2010 von Eric Boullier als Renault-Teamchef beerbt © getty

Mit Aerodynamik-Guru Bob Bell basteln die Silberpfeile weiter am WM-Unterfangen. Der Nordire weiß genau, wie man Titel holt.

Von Barnabas Szöcs

München - Das Projekt "Titelgewinn" nimmt bei Mercedes - wenigstens personell - konkrete Formen an.

Mit der Verpflichtung von Renaults Technischen Direktor Bob Bell ab April 2011 - kurz vor dem dritten Saisonlauf im malaysischen Sepang - ist dem Team um "Mastermind" Ross Brawn ein großer Clou gelungen (DATENCENTER: Rennkalender 2011).

"Bells Verpflichtung ist ein wichtiger Schritt, um unser Team zu verstärken", sagte der Teamchef von Michael Schumacher und Nico Rosberg über den neuen Mann an seiner Seite.

Fast schon eine Untertreibung, wenn man sich die Erfolge des 52-jährigen Nordiren zu Gemüte führt.

Zwei WM-Titel mit Alonso

Bereits seit 1982 ist der promovierte Aerodynamiker ein fester Bestandteil des Formel-1-Zirkus, entwickelte für McLaren, Benetton und Jordan. 2001 wurde der medienscheue Chassis-Experte bei Renault zum Technischen Direktor befördert, nach der Demission von Flavio Briatore war er kurz auch Teamchef.

Seine größten Erfolge feierte in den Jahren 2005 und 2006, als er mit Fernando Alonso zwei Mal in Folge die Fahrer-Weltmeisterschaft sowie den für Teams wesentlich wichtigeren Konstrukteurstitel gewann.

"Mercedes-Benz ist fest entschlossen, unseren Formel-1-Rennstall mit den Personen und Ressourcen auszustatten, um in der ersten Reihe dieses Sports mitzukämpfen", sagte Motorsportchef Norbert Haug nach Bekanntgabe der Personalie Bell.

Entlastung für Teamchef Brawn

Als neuer Technischer Direktor beim Mercedes-Werksteam wird Bell ab April primär für die Chassis der Silberpfeile verantwortlich sein, Ross Brawn entlasten und für einen deutlichen Schub Richtung Rennsiege und WM-Titel sorgen.

"Er trägt die Gesamtverantwortung für alle technischen Abläufe in der Chassisabteilung", hieß es in einer Presseerklärung des Teams.

Studiert man die Testergebnisse des W02 in Jerez (349532Bilder), wird aber schnell deutlich, dass diese Ziele noch längst nicht in Reichweite sind (STATISTIK: Die Resultate aus Jerez).

(Jetzt auch um 12 und 13 Uhr: die News im TV auf SPORT1)

W02 läuft noch nicht rund

Noch fehlt dem neuen Boliden der nötige Speed, auch die aerodynamische Abstimmung mit den Pirelli-Reifen scheint nicht ideal. Die anstehenden Tests in Barcelona werden Teams, Fahrern und Fans neue Einblicke über den Leistungsstand der Rennställe liefern.

Die Erwartungen beim Team, das im vergangenen Jahr nie über Rennplatz drei gekommen war und eine enttäuschende Saison ablieferte, sind extrem hoch.

Ross Brawn schwärmt bereits von sein neues Teammitglied: "Seine Nominierung ist ein Schlüsselfaktor in unserem Streben, unser exzellentes technisches Personal zu verstärken. Es ist klasse, dass wir einen der erfahrensten Ingenieure dieses Sports für uns gewinnen konnten."

"Es ist ein Privileg"

Bob Bell scheint die große Verantwortung und der Erwartungsdruck nicht zu stören: "Es ist ein Privileg, Teil einer so starken und ehrgeizigen Organisation und dazu in der Lage zu sein, zum weiteren Ausbau des Erbes von Mercedes-Benz im Motorsport beizutragen."

Wie schnell das leise Superhirn dem noch stotternden Team seinen Stempel aufsetzt, wird sich bald zeigen.

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