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Lewis Hamilton belegte im vergangenen Jahr den vierten Platz in der Fahrerwertung © imago

Die Bahrain-Absage verschafft der Konkurrenz mehr Zeit, um den Vorsprung der Bullen wettzumachen. Hamilton frohlockt.

Von Olaf Mehlhose

München - Der Red Bull läuft bereits wie ein Uhrwerk.

An bisher elf Testtagen ist es Sebastian Vettel schon drei Mal gelungen, die Tagesbestzeit aufzustellen. (DATENCENTER: Rennkalender 2011)

Einzig die Vorstellungen von Ferrari und Mercedes GP waren auf ähnlich hohem Niveau: Fernando Alonso und Felipe Massa lagen zusammen drei Mal vorne.

Die Silberpfeile ergatterten immerhin noch zwei Spitzenplätze, jeweils einmal durch Michael Schumacher und Nico Rosberg.

(Jetzt auch um 12 und 13 Uhr: die News im TV auf SPORT1)

Für die Konkurrenz schien die Uhr dagegen gnadenlos abzulaufen, doch die Absage des Bahrain-GP eröffnet den anderen Teams nun die Möglichkeit, die Feinabstimmung ihrer Boliden bis zum Saisonauftakt noch mal zu verbessern.

Hamilton frohlockt

Vor allem McLaren könnte der verlegte Saisonstart in die Hände spielen. "Unglücklich bin ich über die Absage bestimmt nicht", sagte Lewis Hamilton der "Daily Mail".

Der Weltmeister von 2008 gab zu, dass die Performance des neuen MP4-26 bisher noch nicht den Erwartungen entspricht.

"Wir sind gerade dabei, ein Verständnis davon zu bekommen, wie das Auto, die Reifen und die verschiedenen Systeme zusammen funktionieren", erklärte Hamilton: "Wir sind noch nicht in der Position, 140 Runden pro Tag abzuspulen."

Red-Bull-Teamchef Christian Horner sieht dagegen nicht den geringsten Vorteil für McLaren: "Sie kommen dadurch nicht auf mehr Testkilometer. Auch so gibt es nur einen Vier-Tage-Test vor dem ersten Grand Prix."

"Massiver Unterschied"

Unbestreitbar ist zumindest, dass die Bahrain-Absage den Teams ermöglicht, sich genauer auf das erste Rennen vorzubereiten.

Willliams-Technikdirektor Sam Michael glaubt sogar, dass der verschobene Auftakt einen "massiven Unterschied" macht.

"Ich denke, es gibt dir einfach viel mehr Zeit, um Dinge zu verfeinern und ein besseres Paket zu haben", sagte Michael dem "Motorsport Magazin": "Beim ersten Rennen ist man immer etwas unfertig."

Webber bleibt skeptisch

Ähnlich sah es auch Norbert Haug.

"Alle Teams sind zu diesem Zeitpunkt sprichwörtlich 'auf dem allerletzten Drücker' unterwegs", erklärte der Mercedes-Motorsportchef. Dass die nächsten Testfahrten nun vom 9. bis zum 12. März in Barcelona stattfinden, gebe allen Teams "etwas Luft".

Mark Webber bezweifelt allerdings, dass die Teams ihre Performance bis zum Rennen in Melbourne noch entscheidend verbessern können.

"Ich denke nicht, dass die zwei Wochen einen großen Unterschied ausmachen", gab sich der Red-Bull-Pilot gegenüber der "BBC" skeptisch: "Es ist dasselbe für alle. Wir sind immer vorbereitet, in zwei Wochen zu fahren."

Brawn: Das Auto bleibt gleich

Auch Ross Brawn erwartet keine großen Entwicklungen durch die zusätzlich gewonnene Zeit.

"Die zwei Wochen sind eine gute Gelegenheit, sich zu sammeln - und sie bedeuten mehr Vorbereitungszeit vor dem ersten Rennen. Die Auto-Spezifikation für Melbourne bleibt aber gleich", sagte der 56-Jährige bei "Motorsport Total".

Dass die Ingenieure von Mercedes-GP die Zeit ungenutzt verstreichen lassen, ist allerdings nicht anzunehmen.

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