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Lewis Hamilton beendete die Saison 2010 mit 240 Punkten als Vierter © getty

Für Lewis Hamilton geht es in den ersten Rennen nach eigener Aussage nur um Schadensbegrenzung. Echte Ängste oder kalkulierter Bluff?

Von Julian Meißner

München - Gut zwei Wochen verbleiben noch bis zum Saisonstart, der eigentlich schon an diesem Sonntag hätte stattfinden sollen.

Nach der Absage des Großen Preises von Bahrain läutet nun erst das Rennen in Melbourne am 27. März die Titeljagd 2011 ein.

Doch trotz des Aufschubes läuft dem einen oder anderen die Zeit davon.

Während Red Bull erneut das Maß der Dinge zu sein scheint und auch Ferrari gut im Plan liegt, macht man sich vor allem bei McLaren mittlerweile massive Sorgen, was die Konkurrenzfähigkeit angeht.

MP4-26 noch nicht titeltauglich

"Ob ich glaube, dass wir momentan ein Auto haben, mit dem man die WM gewinnen kann? Nein, tue ich nicht", erklärte Lewis Hamilton am Donnerstag am Rande der finalen Testfahrten in Barcelona.

Das würde aber nicht bedeuten, dass der Bolide das noch werden könne, so der Brite einschränkend.

Eine Sekunde zu Vettel

An einem durchwachsenen Testtag war er zuvor zwar immerhin auf Platz vier vorgefahren, der Abstand zu Weltmeister Sebastian Vettel betrug jedoch über eine Sekunde (STATISTIK: Die Resultate aus Barcelona).

"Es war kein toller Tag, aber das Fahrgefühl hat sich mit den Updates schon verbessert", so Hamilton: "Es ist nicht alles negativ."

Experten sehen schwarz

Tags zuvor hatte bereits sein Teamkollege Jenson Button Alarm geschlagen. "Ich wäre überrascht, wenn wir in Melbourne mit Red Bull und Ferrari mithalten könnten", so der Weltmeister von 2009.

[kaltura id="0_e6o4m6jc" class="full_size" title="Vettel unterwegs mit der 1"]

Und auch die britische Expertenriege äußerte bereits massive Zweifel am Potenzial des Boliden. "BBC"-Kommentor Martin Brundle hat ein "fundamentales Problem" am MP4-26 ausgemacht, Eddie Jordan forderte gar "ein komplett neues Auto".

Schadensbegrenzung angepeilt

Hamilton selbst rechnet nach eigener Aussage nicht damit, Down Under die Spitze attackieren zu können. Vielmehr gehe es um Schadensbegrenzung.

In den ersten Rennen müsse man zumindest "gut punkten", stapelt Hamilton mit Blick auf die Konkurrenz tief: "Dann werden sie uns nicht um Meilen voraus sein."

Alles nur ein Bluff?

Echte Ängste oder doch nur ein Bluff? In der Formel 1 gehören derartige Spielchen bekanntlich zum Geschäft.

Dementsprechend zurückhaltend geben sich auch Vettel und sein australischer Teamkollege Mark Webber trotz der augenscheinlichen Red-Bull-Dominanz.

"Am Samstagabend kennen wir 60 Prozent unserer Stärke", sagte Webber, der am Dienstag den Auftakt der bis zum Wochenende andauernden Tests dominiert hatte: "Die restlichen 40 Prozent werden erst im Rennen bestätigt."

Hosen runter im Albert Park

Tatsächlich werden die Karten beim Qualifying im Albert Park erstmals auf den Tisch gelegt. Nach jetzigem Stand wäre Red Bull der klare Favorit auf die erste Pole-Position des Jahres.

Hamilton betonte zwar, er mache sich nicht allzu große Sorgen, schließlich müsse man nur in die richtige Richtung entwickeln, um die Hoffnungen auf den Titel am Leben zu halten.

Doch etwas Drama schwingt in den Statements des Weltmeisters von 2008 durchaus mit: "Ich schreibe das Jahr auf keinen Fall schon ab."

Whitmarsh relativiert

McLarens Teamchef sieht die Lage bei weitem nicht so kritisch. "Es ist einfach noch zu früh, etwas Definitives über den MP4-26 zu sagen", erklärte Martin Whitmarsh in einem Interview auf der offiziellen Formel-1-Website.

Dies gelte im übrigen auch für die Boliden der Konkurrenz.

"Nur soviel sei gesagt: Wir hatten während der Tests ein paar Probleme mit der Zuverlässigkeit, aber wir sind zuversichtlich, dass es nun in die richtige Richtung geht", so Whitmarsh.

Die Chrom-Crew legt am Donnerstag eine Testpause ein und greift erst wieder am Freitag ins Geschehen auf dem Circuit de Catalunya ein. Zunächst ist Fehleranalyse angesagt.

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