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Jenson Button beendete die Saison 2010 mit 215 Punkten als Fünfter © getty

Debakel für Jenson Button. Der McLaren-Pilot wird bei seinem letzten Testeinsatz Vorletzter. Der Ex-Weltmeister bleibt tapfer.

Von Marc Ellerich

München - Was ist nur mit McLaren los?

Nicht zum ersten Mal rieben sich Beobachter nach einem Testtag verwundert die Augen.

Diesmal bot Jenson Button, seines Zeichens Weltmeister von 2009, dem Fachpublikum Anlass zum Staunen. Der Engländer schloss den vorletzten Tag auf dem Circuit de Catalunya in Barcelona als Vorletzter ab. (STATISTIK: Die Resultate aus Barcelona)

Nur Virgin-Rookie Jerome d'Ambrosio war noch schlechter. Button Rückstand auf den Tagesschnellsten, Mercedes-Star Michael Schumacher: Über viereinhalb Sekunden. Hinzu kamen technische Schwierigkeiten, so musste vorsorglich der Motor gewechselt werden.

"Will nicht lügen"

Ist der McLaren ein Flop? Mit dieser Frage muss sich das englische Weltmeister-Team bereits seit längerem auseinandersetzen.

In den vier Testwochen dieses Winters gelang weder Button noch seinem Teamkollegen Lewis Hamilton eine Tages-Bestzeit. Und beim wesentlich wichtigeren Indikator, der Kilometer-Leistung, liegt McLaren auf dem drittletzten Platz, vor Lotus und Hispania Racing.

Es spricht für Button, dass er selbst nach seinem Debakel vom Freitag Haltung bewahrte.

"Ich will nicht lügen. Es ist sicherlich nicht die beste Art, in eine Saison zu gehen", mehr ließ sich Button seinen misslungenen Abschluss-Test vor dem Saisonstart in zwei Wochen in Melbourne an Kritik nicht entlocken.

Nur 57 Runden

"Schade, dass ich nicht mehr Kilometer fahren konnte", meinte er nach 57 Runden enttäuscht. Doch statt seinem Team bittere Vorwürfe zu machen, flüchtete Button in Galgenhumor.

Man werde sich zusammenreißen und die Probleme des neuen Autos beseitigen, kündigte der Freizeit-Triathlet an. In Melbourne werde man dann "einen guten Freitag haben und den Wagen am Samstag auf die Pole stellen - ganz einfach."

Doch Scherz beiseite, McLaren sei es in Barcelona nicht um eine Parade-Runde gegangen, erklärte der Australien-Sieger von 2010. "Wir waren nie mit wenig Benzin unterwegs", sagte Button und machte sich mit seinem Vorjahreserfolg beim Rennen Down Under Mut.

"Man weiß nie"

Auch dort sei ihnen Red Bull vorab weit enteilt gewesen, gewonnen habe er dennoch - vom vierten Startplatz aus. Button hofft offenbar auf ein Deja-vu beim Melbourne-Grand-Prix 2011: "Man weiß nie, was passiert."

Angesichts der miserablen Erprobungsphase in diesem Winter räumte der optimistische Brite letztlich aber ein, dass die Vorzeichen in diesem Jahr andere sind. "Klar, wir kommen nicht in Bestform dorthin."

McLaren werde aber nicht lange in dieser Position bleiben, kündigte Button schließlich an. "Wir haben viele gute Leute an Bord, die hart arbeiten."

Sein Team werde die Probleme bis Melbourne in den Griff bekommen, wiederholte der Engländer unverdrossen.

(Jetzt auch um 12 und 13 Uhr: Die News im TV auf SPORT1)

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