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Jaime Alguersuari löste 2009 Sebastien Bourdais im Toro-Rosso-Cockpit ab © getty

Der kleine Red-Bull-Bruder gilt vielen als Geheimtipp für die neue Saison. Zwischen den Piloten bahnt sich ein hartes Duell an.

Von Marc Ellerich

München - Das Lob der Konkurrenz klingt überschwänglich.

"Der Toro Rosso sieht fürchterlich schnell aus", meinte zum Beispiel McLaren-Star Lewis Hamilton gegenüber der Nachrichtenagentur "Reuters".

Auch der erfahrende Lotus-Renault-Pilot Nick Heidfeld zeigte sich nach Abschluss der Wintertest beeindruckt vom kleinen Red-Bull-Bruder: "Ich denke, sie werden einen großen Schritt vorwärts machen. Sie haben in allen abschließenden Tests gut ausgesehen."

Norbert Haug erwähnt Toro Rosso ebenfalls in einer Telefonkonferenz mit Journalisten als ihn SPORT1 auf mögliche Überraschungen in diesem Jahr anspricht. "Von den Zeiten her hat es Toro Rosso geschafft", meinte der Mercedes-Motorsportchef.

Viel Vorschuss-Lorbeer

Viel Vorschuss-Lorbeer für den kleinen Rennstall aus Faenza, der im Vorjahr das Entwicklungstempo der vorderen Rennställe nicht mitgehen konnte. F-Schacht und Doppel-Diffusor waren für die Italiener schlichtweg eine Nummer zu groß.

2011 sieht das ganz anders aus. Die beiden Aerodynamik-Elemente sind verboten, dafür fiel Toro Rosso mit einer progressiven Doppel-Boden-Lösung auf.

In den Tests überzeugte das Team gleichermaßen durch Zuverlässigkeit und Tempo. Überrascht der Rote Stier beim Saisonstart also als "Dark Horse" der PS-Liga, als Schwarzes Pferd?

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"Das wäre ein Traum"

Er habe davon gehört, dass viele glauben, Toro Rosso sei ein Podiumskandidat, antwortete der spanische Pilot Jaime Alguersuari "El Mundo Deportivo" - und trat auf die Bremse.

"Das wäre ein Traum", meinte Alguersuari, "doch realistisch gesehen, können wir nicht mit Ferrari, Red Bull, Mercedes oder McLaren mithalten. Weder was das Budget angeht, noch in irgendwelchen anderen Bereichen."

Die Konkurrenten seines Teams seien andere: "Force India, Sauber, vielleicht Williams. Damit wären wir zufrieden."

Toro Rossos Technischer Direktor Giorgio Ascanelli räumte ein, dass die Neuerungen dieses Jahres seinem Rennstall in die Karten gespielt hätten. "Das hat dazu geführt, dass wir einiges geändert haben, und ja, wir waren etwas ehrgeiziger als letztes Jahr."

Fahrer-Duell als Trumpf

Ehrgeiz ist das Stichwort, denn die hohen Ambitionen der beiden Piloten Alguersuari und seines Schweizer Nebenmanns Sebastien Buemi könnten zur weiteren Trumpfkarte für Toro Rosso werden.

Schwache Leistungen würden nicht toleriert, ermahnte Red Bulls Motorsport-Beauftragter Helmut Marko wiederholt das Fahrer-Gespann des kleineren Konzern-Teams, doch derlei Sorgen scheinen unangebracht.

Schon vor dem Saisonstart lieferten sich Alguersuari und Buemi mediale Psychospielchen, die ein erbittertes Teamduell erwarten lassen.

"Ich glaube, dass ich besser bin als Buemi", meinte Alguersuari selbstbewusst und von dort schallte es ebenso mutig zurück: "Unter normalen Umständen habe ich Jaime im Griff."

Aufstieg winkt

Angefacht werden könnte der Zweikampf durch die Verheißung für beide Piloten, am Saisonende zum Kollegen von Weltmeister Sebastian Vettel aufzusteigen, dann nämlich, wenn Red Bull den Vertrag von Mark Webber nicht mehr verlängert.

Alguersuari dazu: "Natürlich ist das mein oberstes Ziel, das ist doch ganz klar. Das Wichtigste ist es, ein gutes Auto zu haben, und der Red Bull ist das beste Auto."

Bevor es soweit ist, muss der Spanier aber erst einmal überzeugen - im internen Duell mit seinem Kollegen und als Schwarzes Pferd der Formel 1.

(Jetzt auch um 12 und 13 Uhr: Die News im TV auf SPORT1)

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