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Christian Horner gründete 1997 in der Formel 3000 das Arden-Team © imago

Der Red-Bull-Teamchef reagiert auf Lewis Hamiltons Spott über Red Bull. Der McLaren-Star schwört seinem Team derweil die Treue.

Von Marc Ellerich

München - Das Geplänkel zwischen McLaren-Star Lewis Hamilton und dem Red-Bull-Rennstall geht in die nächste Runde.

Hamilton hatte das österreichisch-englische Weltmeisterteam in einem Gespräch mit dem "Guardian" als "Getränkefirma" verspottet, die in Sachen Tradition und Geschichte nicht mit renommierten Rennställen wie Ferrari oder McLaren mithalten könne.

"Red Bull ist kein Hersteller, sie sind eine Getränkefirma. Eine Getränkefirma tritt gegen die Geschichte von McLaren und Ferrari an", hatte der Weltmeister von 2008 gestichelt.

"Wir sind viel mehr"

Red Bulls Teamchef Christian Horner wollte die Worte seines jüngeren Landsmanns nicht unkommentiert lassen und lieferte Hamilton am Rande des Saisonauftakts in Melbourne den Konter.

Er wisse nicht, in welchem Kontext Hamilton sich derart geäußert hatte, meinte der Vorgesetzte von Weltmeister Sebastian Vettel und des Australiers Mark Webber. Fakt sei aber, dass "wir als einfache Getränkefirma einen Hersteller mit den Möglichkeiten von McLaren geschlagen haben."

Sein Team habe in den vergangenen zwei Jahren 15 Grands Prix gewonnen und sei zwei Mal Weltmeister geworden, so Horner weiter, das sei die stärkste Leistung im gesamten Feld gewesen.

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Die Angelegenheit hält er deshalb für eindeutig: "Wir sind sehr viel mehr als nur eine Getränkefirma."

Hamiltons Treueschwur

Mutmaßungen, Hamilton könne nach dem Ende von Mark Webbers Vertrag ins Red-Bull-Team wechseln, dürften sich also vorerst erledigt haben. Zuletzt hatte Horner darüber spekuliert, wie lange der Pilot sich noch ein mageres Jahr mit McLaren antun werde, was in diese Richtung interpretiert worden war.

In Australien betonte Hamilton nachdrücklich, wie eng er sich seinem derzeitigen Arbeitgeber verbunden sieht.

Er habe mit seinem Teamchef Martin Whitmarsh gesprochen und diesem seine Treue versichert, berichtete der Engländer in Melbourne.

"Ich wollte ihm versichern, dass ich hier bei McLaren bin", sagte Hamilton laut der Agentur "Press Association": "Hier ist, wo mein Herz und meine Gedanken sind. Ich denke nicht daran, irgendwo anders hinzugehen."

Auch sein Management habe er nicht beauftragt, Gespräche mit anderen Teams zu führen.

"Es wäre ärgerlich"

Die Gerüchte um einen Abschied von McLaren haben Hamilton offenbar verärgert. "Ich wüsste, wie ich mich fühlen würde, wenn ich Geschichten hörte, dass sie nach einem anderen Fahrer suchen, um mich zu ersetzen", so Hamilton: "Es wäre ärgerlich und ablenkend, und ich könnte mir vorstellen, dass das in diesem Fall so gewesen ist."

Aus diesem Grund habe er die Sache klarstellen wollen.

Grundsätzlich könne man einen Wechsel natürlich niemals ausschließen, meinte der frühere Weltmeister schließlich.

"Ich werde noch eine Weile in der Formel 1 sein, und du weißt niemals, wo dich der Wind hintreibt", berichtete der Pilot: "Ich bin aber entschlossen, dieses Team so erfolgreich zu machen, wie es nur sein kann."

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