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Fernando Alonso war 2005 und 2006 Weltmeister mit Renault © getty

Alonso bleibt betont cool nach dem enttäuschenden Auftaktrennen. Domenicali kündigt jedoch an: "Wir müssen sofort reagieren."

Von Marc Ellerich

München - Der Chef redete nicht lange um den heißen Brei.

"Es lässt sich nicht abstreiten, dass wir Australien mit einem Gefühl der Enttäuschung verlassen", sagte Ferrari-Teamleiter Stefano Domenicali: "Unser Leistungsniveau hat nicht ausgereicht, um mit den Besten, besonders mit Red Bull, mitzuhalten."

Vize-Weltmeister Fernando Alonso hatte bereits im Qualifying enttäuscht, als er lediglich Fünfter wurde. Im Grand Prix konnte er sich zwar um eine Position verbessern, den besten drei Fahrern allerdings nie wirklich gefährlich werden.

Begrenzter Schaden

Felipe Massa schnitt weit abgeschlagen ab. Der Brasilianer wurde Siebter, profitierte dabei allerdings von der Disqualifikation der vor ihm liegenden Sauber-Piloten Sergio Perez und Kamui Kobayashi (DATENCENTER: Das Rennergebnis) .

Auch Alonso konnte mit seiner vorderen Platzierung den Totalschaden nur begrenzen, weil McLaren-Pilot Jenson Button nach einem gewagten Überholmanöver gegen Massa eine Durchfahrtsstrafe erhielt und so nahezu aus dem Rennen genommen wurde.

Hausaufgaben in Maranello

Im Ergebnis blieben letztlich beide Piloten weit unter den Erwartungen, die der italienische Rennstall mit glänzenden Resultaten in den winterlichen Testfahrten geweckt hatte.

Der Arbeitsauftrag für Ferrari sei nach dem ersten Nackenschlag des Jahres klipp und klar, berichtete Domenicali: "Wir müssen herausfinden, warum wir nicht auf die Strecke gebracht haben, was die Daten vermuten ließen."

Domenicali reiste deswegen nicht gleich nach Malaysia weiter, sondern zurück zum Ferrari-Sitz nach Maranello, um dort Intensiv-Hausaufgaben abzuleisten.

Massa vermisst Topspeed

Vermutungen kursierten bereits unmittelbar nach Rennende bei den Roten. "Uns fehlte massiv Topspeed", stellte Massa in Melbourne fest, vor allem der verstellbare Heckflügel habe Ferrari im Stich gelassen.

"Ich habe hinter Buemis Toro Rosso den Flügel flachgestellt, und der war trotzdem auf der Geraden schneller als ich", berichtete Massa. Bei anderen hätte das Fügelsystem funktioniert, bei Button zum Beispiel, seinem hartnäckigsten Verfolger in der Startphase.

Probleme mit dem Abtrieb

Auf eine weitere Problemzone des F150 Italia machte Domenicali aufmerksam. "Eines der Hauptthemen ist der Grad des Abtriebs vorne", analysierte der Italiener. So habe Alonso große Schwierigkeiten gehabt, seine Vorderreifen auf Betriebstemperatur zu bringen. Massa drehte sich aus demselben Grund unfreiwillig im Qualifying.

"Wir müssen sofort reagieren", kündigte Ferraris Teamchef an, "schon beim nächsten Rennen in Malaysia". (DATENCENTER: Der Rennkalender)

Alonso bleibt cool

Einen jedoch ließ der rote Fehlstart mehr oder weniger kalt: Alonso. "Lasst uns aus diesem Rennen kein Drama machen", appellierte der Spanier an sein Team: "Das ist zwar nicht der Saisonstart, den wir uns gewünscht hatten, doch Sorgen müssen wir uns deswegen nicht machen."

Der Pilot aus Oviedo hatte offenbar flink nachgerechnet.

Mit zwölf Punkten liege er nicht so weit unter dem Durchschnitt von Weltmeister Vettel in der Vorsaison.

"Außerdem kamen zwei Titelfavoriten hinter mir ins Ziel", so Alonso. Seine Sicht der Dinge: "Der Grand Prix in Australien war alles andere ein Desaster für uns."

Und auch Domenicali fand letztlich Trost. Alonso sei ein fantastisches Rennen gefahren. "Hätte er einen besseren Start erwischt, wäre der Grand Prix ganz anders gelaufen."

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