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Das Hispania Racing F1 Team debütierte in der Saison 2010 © getty

HRT fällt als erstes Team gleich mit beiden Autos der wieder eingeführten 107-Prozent-Regel zum Opfer, spuckt aber große Töne.

Von Julian Meißner

München - Auch Carlos Garcia hatte wohl befürchtet, dass es eng werden könnte.

Der Präsident des spanischen Automobilverbandes musste wie 47 Millionen seiner Landsleute - sofern sie an der Formel 1 interessiert sind - fast damit rechnen, dass sich der nach ihrer Nation benannte Rennstall beim Saisonauftakt in Australien bis auf die Knochen blamieren würde.

Beide Piloten des Hispania Racing Teams, kurz HRT, qualifizierten sich aufgrund der nach acht Jahren wieder eingeführten 107-Prozent-Regel nicht für das erste Rennen der Saison.

Der Inder Narain Karthikeyan und der Italiener Vitantonio Liuzzi hätten 1:31.266 Minuten knacken müssen - die Zeit von Pole-Setter Vettel plus einen siebenprozentigen Aufschlag. Liuzzi (1:32.978) wie Karthikeyan (1:34.293) verfehlten die Marke deutlich (DATENCENTER: Das Rennergebnis) .

Der Bitte der Mannschaft des deutschen Teamchefs Colin Kolles um eine Ausnahmezulassung, die unter außergewöhnlichen Umständen von den Rennkommissaren erteilt werden kann, wurde nicht nachgekommen.

Garcia, der auch Mitglied im Motorsportrat der FIA ist, machte in der "Marca" nun seinem Unmut Luft: "Ich würde nicht sagen, dass ich enttäuscht bin, denn es war absehbar", sagte er: "Aber ich ärgere mich über diese Einstellung."

Schlechte Vorzeichen

Zur Erinnerung: Der Saisonstart hätte eigentlich schon zwei Wochen früher stattfinden sollen und wurde nur aufgrund der Unruhen in Bahrain nach hinten verlegt.

Dennoch kam das chronisch klamme Hispania-Team reichlich unvorbereitet nach Melbourne und schraubte seine Boliden auf den letzten Drücker zusammen. Im Freitagstraining absolvierte Liuzzi gerade einmal eine Installationsrunde.

Schon vor dem Saisonauftakt hatte sich abgezeichnet, dass mit einem geordneten Beginn der Spanier nicht zu rechnen sein würde.

Als letzter WM-Teilnehmer präsentierte Hispania den F111 am vorletzten Tag der Wintertests in Barcelona, musste aber auf den Shakedown verzichten, weil die Stoßdämpfer im Zoll hängen geblieben waren.

"Wenn es so läuft, dann wäre es mir lieber, wenn es kein spanisches Team in der Formel 1 gäbe", sagte Garcia: "Ich will ein spanisches Team, das seriös ist und welches das notwendige Budget hat, kein Team, über das man sich lustig macht. Hispania hat seine Hausaufgaben nicht erledigt."

Die Hoffnung bleibt

Teamchef Kolles sah das etwas anders und lobte den Einsatz seiner Mitarbeiter: "Wir haben erneut ein Wunder geschafft, aber es reichte nicht aus. Wir werden in Malaysia stärker als jemals zurückkommen."

Nicht ganz so vollmundig äußerte sich Karthikyean (DATENCENTER: Der Rennkalender). Er sei zuversichtlich, in Kuala Lumpur den Cut zu schaffen, wenn man den neuen Frontflügel bekomme, sagte der 34-Jährige gegenüber "Reuters" und verbesserte sich gleich: "Nein, nicht wenn, wir werden ihn kriegen."

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