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Mark Webber fuhr in bisher 158 Formel-1-Rennen sechs Siege ein © getty

Webber und Heidfeld fahren ihren Teamkollegen weit hinterher. Mercedes verliert beide Boliden und HRT schafft es nicht ins Rennen.

Von Dustin Werk und Björn Seitner

München - Die Formel-1-Saison hat gerade erst begonnen.

Doch schon nach dem ersten Grand Prix in Australien stehen einige Teams und Fahrer in der Bringschuld, damit das Jahr 2011 für sie nicht in einem Desaster endet.

Mercedes verlor beide Boliden nach Crashs, Hispania schaffte es gar nicht erst ins Rennen und Nick Heidfeld fährt seinem Teamkollegen weit hinterher.

Und auch Red-Bull-Pilot Mark Webber hadert weiterhin mit seinem großen Rückstand auf Melbourne-Sieger Sebastian Vettel. (DATENCENTER: Das Rennergebnis)

Webber rätselt weiter

38 Sekunden hinter dem Weltmeister kam der Australier bei seinem Heim-Grand-Prix ins Ziel und landete am Ende nur auf Rang fünf.

Der große Rückstand auf Vettel gibt Webber eine Woche nach dem Rennen noch immer Rätsel auf.

Im Datenmaterial seines Red Bulls hätten sich zwar bereits einige Hinweise gefunden, "wir müssen das Auto aber erst auseinandernehmen, um zu einer Lösung zu gelangen", sagte Webber in seiner Kolumne im Daily Telegraph.

"Vor allem mit der fehlenden Bodenhaftung hatte ich zu kämpfen", erklärte der 35-Jährige weiter. Dadurch sei seine Reifenabnutzung deutlich stärker als die von Vettel gewesen.

Webber ist aber nicht der Einzige bei dem sich vor dem Wochenende in Malaysia noch einiges ändern sollte.

Hohe Erwartungen - tiefer Fall

Den größten Dämpfer nach dem Saisonauftakt musste wohl eindeutig Mercedes GP hinnehmen.

Trotz großer Erwartungen enttäuschten Michael Schumacher und Nico Rosberg schon im Qualifying. Der Mercedes scheint keine Fehlkonstruktion zu sein, das haben die Wintertests gezeigt, allerdings haben die Mechaniker es nicht geschafft, die Kinderkrankheiten des Boliden zu beseitigen.

Mal funktionierte KERS nicht, dann "war das Problem, dass die Fahrer vor jeder Kurve nicht wirklich wussten, mit was für einem Auto sie es zu tun haben. Die Unzuverlässigkeit hat es ihnen so schwer gemacht", diagnostizierte Teamchef Ross Brawn.

Optimismus macht sich breit

Das Rennen war für die beiden Piloten dann nach 19 beziehungsweise 22 Runden schnell beendet. Der Grund des Debakels waren allerdings unverschuldete Kollisionen - reines Pech.

Die Stimmung nach dem Rennen war am Boden, doch der erste Schock ist überwunden und Rosberg macht sich schon wieder Mut: "Ich hoffe, dass wir am nächsten Sonntag einige Leute überraschen können."

In Sepang ist ein weiterer Ausrutscher des "deutschen Nationalteams der Formel 1" verboten: "Wie wir auf die Enttäuschung von Melbourne und die vor uns liegenden Herausforderungen reagieren, wird ein wahrer Maßstab für unser Team sein", sagte Brawn.

Heidfeld hinkt hinterher

Auch für einen dritten Deutschen war Australien kein gutes Pflaster: Nick Heidfeld.

Die herbe Niederlage des Lotus-Renault-Piloten gegen Teamkollege Witali Petrow wird dem Mönchengladbacher das Leben nicht einfacher machen, denn sein 12. Platz nach nur Rang 17 im Qualifying entspricht dem Leistungspotenzial seines Dienstwagens in keinster Weise. Auch wenn

Petrov zeigte eindrucksvoll wohin es für den Rennstall gehen kann. Er fuhr hinter Sieger Sebastian Vettel und Lewis Hamilton sensationell auf das Podest.

Heidfeld, der als Ersatz für den verletzten Robert Kubica eingesprungen ist, sollte in den nächsten Rennen das volle Leistungsvermögen seines Renault ausschöpfen, wenn er seine wohl letzte Chance in der Formel 1 noch nutzen möchte.

HRT blamabel

Den peinlichsten Auftritt von allen hat aber ohne Frage das Hispania Racing Team hingelegt.

Die wiedereingeführte 107%-Regel war für das Team von Colin Colles schon gar kein Hindernis mehr, sie war unerreichbar. Mehr als neun Sekunden Rückstand hatten sowohl Vitantonio Liuzzi als auch Narain Karthikeyan im Qualifying auf Pole-Setter Vettel und wurden nicht zum Rennen zugelassen.

"Wenn es so läuft, dann wäre es mir lieber, wenn es kein spanisches Team in der Formel 1 gäbe", sagte der Präsident des spanischen Automobilverbandes Carlos Garcia.

Finanzielle Schwierigkeiten

"Ich will ein spanisches Team, das seriös ist und welches das notwendige Budget hat, kein Team, über das man sich lustig macht", erklärte Garcia weiter.

Der ohnehin finanzschwache spanische Rennstall dürfte große Schwierigkeiten haben, den Rückstand auf die Spitze in den nächsten Rennen um zwei Sekunden zu verringern.

Sollte HRT auch bei den folgenden drei oder vier Rennen nicht teilnehmen dürfen, stehen die Fahrer wohl ohne Team da.

Der Grand Prix in Malaysia am kommenden Sonntag wird neue Realitäten schaffen oder vielleicht den Ausgang des Saisonauftaktes widerspiegeln. So oder so wartet viel Arbeit auf alle beteiligten, damit die Saison 2011 nicht schon im Mai abgehakt werden muss.

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