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Vettel (l.) und Hamilton belegten beim Australien-GP die ersten beiden Plätze © getty

Einen Wechsel des McLaren-Piloten zu Red Bull sieht der Red-Bull-Teamchef skeptisch - schließt diesen aber nicht völlig aus.

Von Olaf Mehlhose

München - Fährt Lewis Hamilton in der kommenden Saison für Red Bull?

Diese Spekulationen ziehen sich durch die vergangenen Wochen wie ein roter Faden.

Sebastian Vettels Vorgesetzter Christian Horner scheint zwiegespalten. Vor dem Grand Prix von Malaysia (Training, Fr. ab 7 Uhr im TV auf SPORT1) wollte er die Möglichkeit nicht ausschließen, wies aber gleichzeitig auch auf mögliche Gefahren einer solchen Konstellation hin. (DATENCENTER: Der Rennkalender)

"Zwei Fahrer wie Sebastian (Vettel, d. Red.) und Lewis in einem Team zu haben ist schwierig. So etwas neigt zu einem Feuerwerk, so wie wir es im Jahr 2007 bei Lewis und Fernando Alonso gesehen haben", sagte der Red-Bull-Teamchef der "BBC": "Wir werden sehen, wie sich die Dinge entwickeln."

Allerdings hatten die Äußerungen des Red-Bull-Teamchefs die Spekulationen seinerzeit erst in Gang gebracht.

Horner: "Er ist ein früherer Weltmeister, einer der Besten, die es gibt. Und er wird nicht sehr glücklich darüber sein, wenn er noch ein mageres Jahr hat."

"Sicher ist Hamilton von seiner Aggressivität und seinem Speed her immer ein Thema" hatte Helmut Marko in der "Sportbild" nachgelegt.

Explosive Mischung

Doch Horners jetziger Einwand ist durchaus berechtigt: Tatsächlich birgt das Gespann Vettel/Hamilton einigen Zündstoff. Beide gehören zu den schnellsten Piloten im Feld, gewannen bereits eine Weltmeisterschaft und würden jeweils den Nummer-eins-Status für sich beanspruchen .

In einem direkten Duell würden Vettel und Hamilton mit Sicherheit nicht zurückstecken.

Deshalb glaubt Horner auch, dass die derzeitige Paarung dem österreichischen Rennstall einige Vorteile bietet: "Vettel und Webber befinden sich in unterschiedlichen Phasen ihrer Karrieren. Sie ergänzen sich gut. Zwischen ihnen liegen elf Jahre. Diese Lebenserfahrung ist sehr nützlich. Lewis und Sebastian sind altersmäßig recht nahe beisammen."

"Ein unglaublich talentierter Fahrer"

Im gleichen Atemzug pries er allerdings auch die Qualitäten des Weltmeisters von 2008.

"Lewis ist ein unglaublich talentierter Fahrer. Er ist offensichtlich glücklich bei McLaren. Wir sind glücklich mit unserer aktuellen Fahrerpaarung", sagte der 37-Jährige: "Aber wer weiß? Für die Zukunft darf man nichts ausschließen, es müsste aber von beiden Seiten einen starken Wunsch dafür geben."

Horner stellte allerdings auch klar: "Wenn Hamilton gerne für Red Bull fahren würde, könnte man einen Fahrer seines Kalibers nicht ignorieren. Ich verstehe aber, dass er einen mehrjährigen Vertrag bei McLaren besitzt und ich rechne damit, dass er dort noch eine Weile fahren wird."

Hamilton dementiert

Hamilton selbst nahm vor einem Wechsel zum Vettel-Rennstall vorerst Abstand: "Ich bin dem Team verpflichtet und mit Herz und Seele bei der Sache. Ich denke nicht darüber nach, irgendwohin zu gehen."

Nach dem überraschend starken Saisonstart ist durchaus verständlich, dass sich der 26-Jährige noch gute Chancen ausrechnet, mit seinem derzeitigen Team den Titel zu gewinnen.

Horner rechnet mit der Konkurrenz

Und auch Horner glaubt keinesfalls, dass sich die WM für Red Bull zum Selbstläufer entwickelt.

Auf die Frage, ob die Saison zu einem Spaziergang für Red Bull werden würde, antwortete der Brite: "Ich bezweifle das. Wir wissen, dass Jenson Button, Lewis Hamilton und Fernando Alonso in den kommenden Rennen konkurrenzfähig sein werden."

Aber: Sollte McLaren nicht in der Lage sein, um den Titel mitzufahren, könnte sich Hamiltons Einstellung auch ganz schnell ändern.

Mit Formel-1-Zampano Bernie Ecclestone hat die Paarung Vettel/Hamilton zumindest schon mal einen prominenten Befürworter: "Beide sind für sich gesehen schon ein Geschenk für die Formel 1. Beide zusammen in einem Team noch viel mehr."

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