vergrößernverkleinern
Felipe Massa (v.) hat 16, Fernando Alonso 20 WM-Punkte auf dem Konto © getty

Ferrari verschenkt in Sepang ein besseres Ergebnis, sieht sich aber auf dem richtigen Weg. Fernando Alonso bejubelt die Rennpace.

Von Julian Meißner

München - Auf der Suche nach den Gewinnern des zweiten Saisonrennens fällt der Blick nicht sofort auf die Scuderia Ferrari. Die Italiener, für die Felipe Massa Platz fünf und Fernando Alonso Platz sechs verbuchte, sahen sich in Sepang jedoch durchaus auf der Siegerseite (DATENCENTER: Ergebnis).

Sind die hohen Ansprüche der einstigen Übermannschaft geschrumpft?

Nach dem verpatzten Saisonfinale 2010 war das italienische Traditionsteam eigentlich mit dem klaren Ziel ins neue Jahr gestartet, Red Bull Racing die Vorherrschaft in der Königsklasse schleunigst wieder abzujagen.

Doch in Kuala Lumpur (Rennbericht) gaben sich die Ferrari-Stars mit wesentlich weniger zufrieden.

"Endlich konkurrenzfähig"

"Ich bin happy mit dem Rennen. Nicht mit dem Ergebnis, sondern weil wir endlich konkurrenzfähig sind", erklärte Alonso gut gelaunt nach dem Rennen: "Wir waren in der Lage, Rad an Rad um einen Platz auf dem Podium zu kämpfen."

Dass es dafür am Ende nicht reichte, sei "heute nicht so wichtig. Was zählt ist, dass wir unseren Speed wiedergefunden haben."

Strafe ohne Folgen

Man habe in dem unübersichtlichen Rennen einfach kein Glück gehabt, meinte der Spanier gelassen. Nach wenigen Runden hatte ihn der Heckflügel seines F150 Italia im Stich gelassen. "Wenn der flexible Flügel die ganze Zeit funktioniert hätte, wäre ich Ende der Geraden mühelos an Hamilton vorbeigegangen, so aber mussten wir hart kämpfen", so Alonso.

Letztlich hatte er die Brechstange ausgepackt und bei einem übermotivierten Manöver seinen Frontflügel demoliert, als er auf das Hinterrad seines Erzrivalen im McLaren auffuhr.

Der fällige Boxenstopp beendete die Aussichten auf die erste Podiumsplatzierung Ferraris in diesem Jahr. Die 20-Sekunden-Zeitstrafe, die er nach dem Rennen für die Aktion noch kassierte, änderte nichts am Resultat und kümmerte Alonso deswegen auch nicht weiter.

Boxen-Panne bei Massa

Sein Teamkollege Massa beendete die Hitzeschlacht auf dem Sepang International Circuit einen Rang weiter vorn, und auch für den Brasilianer wäre noch mehr drin gewesen.

Doch gleich beim ersten seiner drei Boxenstopps klemmte vorne links die Radmutter, so dass der Vize-Weltmeister von 2008 wichtige Sekunden verlor.

"Die Anzahl der Boxenstopps ist gestiegen", erklärte Teamchef Stefano Domenicali nach dem Rennen, in dem insgesamt 63-mal Reifen gewechselt wurden: "Damit steigt natürlich auch die Wahrscheinlichkeit, dass bei einem der Boxenstopps etwas schiefgeht." Massas verpatzter Reifenwechsel habe "viele Positionen gekostet."

Reifenflüsterer in Rot

Insgesamt jedoch war die Stimmung bei den Roten durchweg positiv. In Maranello setzt man darauf, dass der Bolide schonender mit den neuen Pirelli-Reifen umgeht als die Konkurrenz - ein Faktor, der angesichts der teils massiven Zeitverluste bei abbauenden Pneus ein echter Trumpf sein kann.

Alonso hat jedoch auch Ferraris großes Problem ausgemacht: "Wo wir noch zulegen müssen, ist die Qualifikation."

Abkupfern beim Primus

Auch deshalb hatte Ferrari schon vor dem Rennen in Kuala Lumpur angekündigt, Red Bulls Flexi-Wing an der Frontpartie kopieren zu wollen, wie Technikdirektor Aldo Costa freimütig verkündete.

Doch bis zum nächsten Rennen bleibt kaum Zeit: Schon am Freitag geht das Training zum Großen Preis von China (ab 7 Uhr im TV auf SPORT1) über die Bühne.

"In Schanghai erwartet uns ein weiteres schwieriges Wochenende", dämpfte Alonso bei allem Optimismus allzu große Erwartungen: "Jeder weiß, dass wir im Moment auf die Zähne beißen müssen, und genau das werden wir tun."

Zum Forum - jetzt mitdiskutieren!Zurück zur Startseite

teilentwitternE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel