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McLaren Racing belegte im vergangenen Jahr Rang zwei in der Konstrukteurswertung © getty

Button und Hamilton blasen zum Angriff auf Red Bull. Teamchef Whitmarsh erklärt den Aufschwung durch "etwas in unserer DNA".

Von Olaf Mehlhose

Kuala Lumpur - Totgesagte leben bekanntlich länger.

Als das McLaren-Team zum Abschluss der Testfahrten nur im Mittelfeld herum dümpelte, wurde der britische Rennstall von einigen Experten bereits abgeschrieben.

Doch nach einer furiosen Aufholjagd in den vergangenen Wochen ist McLaren nach zwei WM-Läufen die klare Nummer zwei im Formel-1-Feld.

Schon beim dritten Saisonrennen in Shanghai (Training, Freitag, ab 7 Uhr im TV auf SPORT1) wollen Jenson Button und Lewis Hamilton mehr.

"Ich denke, wir haben das Tempo, um Red Bull den Kampf anzusagen", kündigte Hamilton an, der beim Auftakt in Melbourne Zweiter hinter Sebastian Vettel war.

Hamilton unbeirrt

Trotz des nicht ganz nach Wunsch verlaufenen Malaysia-GP vertraut der 26-Jährige weiterhin unbeirrt in die eigene Stärke.

"Ich war wieder Zweiter im Qualifying und auch im Rennen lief es anfangs nicht so schlecht. Die Dinge haben sich für mich leider nicht gut entwickelt. Die Strategie war nicht perfekt und auch einer der Boxenstopps hätte besser laufen können", sagte der Brite gegenüber "The Independent".

"That's Racing"

Auch nach dem Rennen setzte sich der verpatzte Tag für den WM-Dritten weiter fort: Hamilton, der im Zweikampf mit Fernando Alonso mehr als einmal die Fahrbahnseite gewechselt hatte, kassierte nachträglich noch eine 20-Sekunden-Zeitstrafe, durch die er auf den achten Rang zurückfiel.

Gegenüber der "Daily Mail" gab der McLaren-Star zu, dass die Strafe berechtigt sei: "Was mich betrifft: Ich darf die Linie nicht öfter als einmal wechseln. Halte ich das für gefährlich? Nein, aber so ist nun mal die Regel. 20 Sekunden sind keine so schlimme Strafe dafür."

Allerdings ärgerte es ihn umso mehr, dass Alonso, nicht um einen Platz zurückgestuft wurde: "Was Fernando betrifft: Er hat mich gerammt, bekam dafür eine 20-Sekunden-Strafe, aber die hat für ihn eigentlich nichts verändert. Das ist nicht unbedingt das, was ich unter einer Strafe verstehe. Aber: That's Racing."

"Vom Speed her sind wir dabei"

Insgesamt zog Hamilton dennoch ein positives Fazit.

Es sei nun von äußerster Wichtigkeit "die Dinge einfach Rennen für Rennen sehen. Vom Speed her sind wir dabei. Das stimmt mich zuversichtlich. Jetzt liegt es an mir, sicherzustellen, dass ich in jedem Rennen ins Ziel komme."

Button lobt Vettel

Wie der Champion von 2008 will auch Teamkollege Jenson Button, Zweiter hinter Vettel in Kuala Lumpur und auch in der Gesamtwertung, die "Bullen" durch Druck zu Fehler zwingen.

"Je größer unser Widerstand ist, umso schwieriger wird es für sie, ein einfaches und problemloses Wochenende zu haben", sagte der Weltmeister von 2009.

Button gab allerdings auch neidlos zu, dass Vettel im Moment der Fahrer sei, den es zu schlagen gelte: "Wenn jemand einen solchen Saisonstart wie Sebastian hinlegt, wird es für die Gegner sehr schwer. Im Moment ist keiner so konstant wie er."

Risiko zahlt sich aus

Doch dank der Entwicklung in den vergangenen Wochen ist der Abstand bei weitem nicht so groß, wie vor dem Saisonauftakt befürchtet worden war.

Damals hätte wohl kaum jemand auch nur einen Cent oder Penny auf McLaren gesetzt, nicht einmal Teamchef Martin Whitmarsh.

"Wenn man mir vor Australien einen Podiumsplatz angeboten hätte, dann hätte ich sofort eingeschlagen", sagte Whitmarsh.

Aber nach den unbefriedigenden Ergebnissen der Vorbereitung wagte der Rennstall einen radikalen Umbau des Autos, änderte Unterboden, Auspuffführung, Aerodynamik, und war plötzlich schnell.

"Es ist etwas in unserer DNA"

Den rasanten Aufschwung erklärte Whitmarsh so: "Wir sind ein sehr etabliertes Team mit vielen erfahrenen Leuten. Wir haben weniger personelle Wechsel und damit eine größere Stabilität als andere Teams."

Zwar hätten die Tage im hochmodernen und futuristischen McLaren-Hauptquartier in Woking vor den Toren Londons auch nur 24 Stunden.

"Aber wir haben Leute, die 18, 19 Stunden am Tag arbeiten. Manchmal bekomme ich nachts im 2 Uhr noch Mails", sagte Whitmarsh: "Es ist etwas in unserer DNA, dass wir gewinnen wollen." Ein Sieger-Gen.

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