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Der Stein des Anstoßes: Der Frontflügel des RB7 mit Sebastian Vettel am Steuer © getty

Der Red-Bull-Technikchef hat die Nörgelei der Konkurrenz satt. Ross Brawn vom Mercedes-Team fordert nochmals verschärfte Tests.

Schanghai - Red-Bull-Technikchef Adrian Newey ist die Nörgelei der Konkurrenten über den angeblich illegalen Frontflügel am Auto von Weltmeister Sebastian Vettel leid.

"Es wird langsam langweilig mit diesen Verdächtigungen. Unser Frontflügel soll ja 2010 schon illegal gewesen sein. Sie haben wegen uns sogar die Tests verschärft", sagte Newey "Autobild motorsport".

Nach Meinung anderer Teams soll der Red-Bull-Flügel flexibel sein und dadurch während der Fahrt näher als erlaubt am Asphalt sein.

"Es geht gar nicht darum, ob sich der Frontflügel verbiegen kann oder nicht. Das Geheimnis ist, wie du das Auto als Ganzes gebaut hast", meinte Newey, der früher schon für Williams und McLaren Weltmeisterautos gebaut hatte.

Der Red-Bull-Renault sei vorne tiefer und hinten höher als die Rivalen. "Da hat man natürlich den Eindruck, dass der Frontflügel näher über dem Asphalt schwebt als beim McLaren, der nach dem umgekehrten Prinzip gebaut wurde - vorne hoch und hinten tief."

Brawn will schärferen Test

Der Automobil-Weltverband FIA belastet jetzt jede Seite einzeln mit einer Last von 100 Kilogramm, unter der sich das Bauteil nicht mehr als zwei Zentimeter nach unten verbiegen darf.

Die Tests hat Red Bull immer bestanden. Mercedes-Teamchef Ross Brawn hätte aber gerne eine nochmalige Verschärfung dieses Tests.

"Der Frontflügel hat den FIA-Test zwar bestanden, aber wir glauben trotzdem, dass die Testmethode noch einmal angepasst werden sollte. Wenn nicht, müssen wir uns auch überlegen, diese Entwicklungsrichtung einzuschlagen", sagte Brawn "Autobild motorsport".

"Sie sollten uns in Ruhe lassen"

Newey ist sauer auf die Konkurrenten.

"Ich habe den Eindruck, dass die Teams, die den McLaren-Weg gegangen sind, unser System gerne verbieten lassen würden, damit ihr Nachteil des hohen Frontspoilers verschwindet. Dabei ist es doch ihre eigene Entscheidung gewesen, das Auto genau so zu bauen. Sie sollten uns in Ruhe lassen", sagte er.

Der Red-Bull-Flügel funktioniere zudem auch nur als Teil des Gesamtkonzeptes.

"Du versuchst ein Auto immer als Paket zu designen und sicherzustellen, dass alle Komponenten miteinander harmonieren. Deshalb ist es auch unmöglich, dass man unseren Frontflügel einfach an den McLaren schraubt", meinte Newey.

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