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Nico Rosberg belegte beim Großen Preis von Schanghai den fünften Platz © imago

Die Enttäuschung über das verpasste Podest ist verdaut: Trotz der Tank-Panne schöpft Nico Rosberg in China viel Zuversicht.

Schanghai - Nicht einmal "Superhirn" Ross Brawn hatte eine Erklärung parat.

"Wir müssen analysieren, warum wir im Rennen einen so viel höheren Spritverbrauch als im Training hatten. Das war sehr enttäuschend für Nico und das ganze Team", sagte der Mercedes-Teamchef. (BERICHT: Tank-Panne: Rosberg sauer)

Vorher hatte er sich in aller Form bei Nico Rosberg für den entgangenen Podestplatz in Schanghai entschuldigt.

Rosberg hatte in China anscheinend die kühnsten Kalkulationen seines Teams übertroffen und war viel schneller unterwegs als gedacht. (DATENCENTER: Das Rennergebnis).

Schneller als Vettel

Der 25-Jährige bescherte den Stuttgartern nach dem enttäuschenden Saisonstart die ersten Führungsrunden und die Erkenntnis, dass der Silberpfeil bei der richtigen Abstimmung doch Potenzial hat.

Phasenweise war Rosberg zu seiner eigenen Überraschung sogar schneller als Weltmeister Sebastian Vettel im Red Bull.

"Was passiert hier?"

"Ich habe gedacht, was passiert denn hier", berichtete er anschließend: "Ich sah einen Red Bull im Spiegel, und der kam einfach nicht näher."

Umso größer war Rosbergs Enttäuschung, als er vom Gas gehen musste, weil sein Team zu wenig Benzin für ein Rennen in diesem Tempo eingefüllt hatte.

[kaltura id="0_vjy0s6tg" class="full_size" title="Eine Runde in Schanghai "]

"Vielleicht wäre ja sogar der Sieg drin gewesen, warum nicht", haderte der am Ende fünftplatzierte Rosberg - es wäre sein erster gewesen.

"Nico war überragend"

"Mercedes war hier eindeutig besser, als sie vorher waren, und Nico war überragend. Dass sie dann Sprit sparen mussten, erschließt sich mir nicht", sagte TV-Experte Christian Danner."Wenn der Spritverbrauch im Rennen wesentlich höher war als geplant, dann muss man analysieren, wie das sein kann."

Auch Teamkollege Michael Schumacher musste in der Schlussphase seinen Gasfuß lupfen, ansonsten wäre für den von Rang 14 gestarteten Rekordweltmeister vielleicht auch noch etwas mehr drin gewesen als Rang acht.

Zuvor hatte er sich bereits einige beherzte Duelle mit Ferrari-Pilot Fernando Alonso geliefert, die nicht nur ihn selbst an gute alte Zeiten erinnerten.

Schumi erwartet Fortschritte

Schumacher nahm daher auch eher positive Eindrücke mit nach Hause.

"Ich hatte viel Spaß, und es ist schön zu sehen, dass sich die harte Arbeit der Jungs auszahlt. Wir haben mit unserem Auto einen großen Schritt nach vorne gemacht, das Auto hat sehr gut funktioniert", sagte der 42-Jährige, der für den Europa-Auftakt in drei Wochen in Istanbul einen weiteren Schritt nach vorne erwartet.

"Da werden wir zusätzliche Upgrades haben, die uns weiter nach vorne bringen sollten. Es ist gut, Asien mit einem positiven Gefühl zu verlassen", freute sich Schumi.

Positives Fazit

Mercedes-Sportchef Norbert Haug war es bei aller Enttäuschung letztlich auch lieber, dass man schneller und nicht langsamer als erwartet war. Selbst Rosberg tröstete sich am Ende mit der Steigerung.

"Wir holen jetzt endlich das Beste aus dem Auto raus", sagte er: "Es herrscht wieder Optimismus."

Allerdings sei man noch immer im Qualifying eine Sekunde hinter Red Bull: "Dabei müssen wir eine Zehntelsekunde vor ihnen sein."

Denn schließlich will Rosberg bald seinen ersten Sieg holen.

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