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Ferrari-Star Fernando Alonso belegte beim China-GP den siebten Platz © getty

In Maranello schrillen die Alarmglocken: Die "Rote Göttin" sei einfach zu langsam, klagt Alonso. Besserung ist nicht in Sicht.

Von Olaf Mehlhose

München - Fernando Alonso brachte es auf eine einfache Formel.

"Das Auto ist zu langsam", sagte der Vize-Weltmeister gegenüber "El Pais" nachdem auch im dritten Saisonrennen das Podium für ihn unerreichbar blieb.(Alonso: "Das Auto hat sich nicht verändert")

Das Problem sei nicht die Strategie, erklärte der 26-malige Grand-Prix-Sieger, "wenn du zu langsam bist, ändert sich durch die Stopps nicht viel. Wegen der Strategie habe ich das Podium nicht verloren, und Webber hätte es mit einem, zwei oder drei Stopps geschafft."

In der Fahrerwertung belegt der als Titelfavorit gestartete Alonso (26 Punkte) gerade mal Platz fünf - mit bereits 42 Punkten Rückstand auf Sebastian Vettel, und nur zwei mickrige Pünktchen vor Teamkollege Felipe Massa. (DATENCENTER: Das Rennergebnis).

Mercedes zieht vorbei

Und das nächste Problem bahnt sich für den italienischen Rennstall bereits an: Mercedes-GP scheint auf dem besten Wege den Roten den Rang abzulaufen.

Nico Rosberg ließ bereits am Rennwochenende in Schanghai beide Ferrari-Piloten hinter sich - sowohl im Qualifying als auch im Rennen.

Montezemolo schlägt Alarm

Deshalb schrillen nun auch in Maranello die Alarmglocken.

Nachdem die Scuderia in Malaysia noch einen Aufwärtstrend gesehen haben wollte, darf der enttäuschende Auftritt beim Großen Preis von China getrost als Rückschlag verzeichnet werden.

Ferrari-Boss Luca die Montezemolo machte seinem Ärger bereits Luft.

[kaltura id="0_vjy0s6tg" class="full_size" title="Eine Runde in Schanghai "]

"Das kann und darf nicht das Niveau des Teams sein", wetterte der 53-Jährige auf der offiziellen Internetseite des Sportwagenherstellers und forderte eine schnelle Steigerung vom gesamten Team: "Ich will, dass Ferrari auf dem Niveau ist, wo wir und unsere Fans uns erwarten."

F 150 Italia zu langsam

Davon ist der italienische Rennstall im Moment allerdings weit entfert.

Während sich die Kritik nach den ersten beiden WM-Läufen noch auf den nicht konkurrenzfähigen Wagen beschränkte, leistete sich auf dem Shanghai International Circuit das gesamte Team Aussetzer.

Das Hauptproblem bleibt das Auto: Wie schon in den vorherigen Rennen fehlte dem F 150 Italia in der Qualifikation und im Rennen der Speed, um den Top-Teams Paroli zu bieten.

"Erbärmliche Form"

Aber auch Alonso ist weit von seiner besten Verfassung entfernt. Der 29-Jährige verpatzte den dritten Start im dritten Rennen und büßte bis zur ersten Kurve erneut Plätze ein: In Melbourne waren es vier, in Malaysia und Schanghai jeweils zwei.

"El Pais" warf dem Ex-Weltmeister seine "erbärmliche Form" vor, und auch Alonso gestand ein, dass sein Start "einfach nur schlecht" war.

Dass Alonso nach seinem ersten Reifenwechsel acht Runden lang hinter Michael Schumacher feststeckte, passte in das Bild, dass der Traditions-Rennstall während des gesamten Wochenendes in Schanghai abgab.

Genauso wie die Tatsache, dass beide Ferrari-Fahrer auf der nachweislich schlechteren Zweistopp-Strategie unterwegs waren.

Auch Alonso rätselt

Was aber noch viel schwerer wiegt, ist, dass bei der Scuderia anscheinend niemand weiß, wie der mittlerweile immense Rückstand auf die Spitze wettgemacht werden soll.

"Ich habe keine Ahnung, warum der Ferrari hier so schlecht gelaufen ist", brachte Alonso die Ratlosigkeit seines Teams auf den Punkt.

Windkanal macht Probleme

Immerhin scheint es nun erste Anzeichen für den Grund der Misere zu geben: Der hauseigene Windkanal in Maranello liefert angeblich Daten, die im Widerspruchzu den Eindrücken von der Strecke stehen

"Wir haben ein strukturelles Problem mit dem Kanal", gab Teamchef Stefano Domenicali bei "Autosprint" zu.

Technikchef Aldo Costa bestätigte, dass das Team begonnen habe, das Problem zu prüfen: "Wir versuchen zu verstehen, wie die Verknüpfung zwischen dem Windkanal und der Strecke funktioniert."

Ferrari bleibt nur die Hoffnung, dass damit die tatsächliche Ursache für die bisher dürftigen Vorstellungen gefunden worden ist.

Denn in der Formel 1 ist nur eine Sache noch schlimmer, als der Konkurrenz hinterherzufahren: nicht zu wissen, warum.

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