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Mercedes-Pilot Nico Rosberg konnte in seiner Karriere noch keinen Grand Prix gewinnen © getty

Nico Rosberg ist von Neuerungen in der Formel 1 begeistert - vor allem vom Heckflügel. Eine Einschätzung, die nicht jeder teilt.

Von Olaf Mehlhose

München - In Schanghai war das Podium für Nico Rosberg In Reichweite.

Doch dann gelang es Lewis Hamilton und Mark Webber, im letzten Drittel des Rennens noch an dem Mercedes-Piloten vorbeizuziehen. Eie Platzierung unter den ersten drei war dadurch passe. (BERICHT: Tank-Panne: Rosberg sauer)

Ein Szenario, das sich in der vergangenen Saison so wahrscheinlich nicht abgespielt hätte, da Überholvorgänge auf der Strecke eine Seltenheit waren.

Aber die Pirelli-Reifen, KERS und der verstellbare Heckflügel haben die Chancen auf ein geglücktes Überholmanöver während des Rennens um ein Vielfaches erhöht. (DATENCENTER: Das Rennergebnis)

Atemberaubende Rennen

Doch nun brach ausgerechnet "Reform-Opfer" Rosberg eine Lanze für die vom Formel-1-Management eingeführten technischen Neuerungen.

"Die Formel 1 hat einen brillanten Job gemacht", sagte der 25-Jährige zu "Autosport": "Wie spannend waren die Rennen denn? Sie waren atemberaubend."

Profitiert habe vor allem der Sport..

"Niemand sagt mehr, dass es langweilig ist. Es gibt Überholmanöver rechts, links und in der Mitte - überall", freute sich der Mercedes-Star: "Die Verantwortlichen haben den Sport in nur einem Jahr so viel spannender gemacht und das ist phantastisch für die Fans und auch für alles andere."

"Die beste Idee, die es je gab"

Von den Neuheiten favorisiert der Teamkollege von Michael Schumacher eindeutig das Drag Reduction System, das er als Meilenstein in der Geschichte der Formel 1 bezeichnet.

"Der Heckflügel - wahrscheinlich die beste Idee, die es je gab", sagte Rosberg, der aber auch nicht vergaß, den Beitrag von Reifenhersteller Pirelli hervorzuheben: "Jeder hat Pirelli kritisiert, aber sie haben unseren Sport spektakulärer gemacht, oder nicht?"

[kaltura id="0_vjy0s6tg" class="full_size" title="Eine Runde in Schanghai "]

Flügel bewährt sich

Dabei hatten sich vor der Saison noch viele Fahrer skeptisch über DRS geäußert. Es bestand die Befürchtung, dass es das Überholen entweder zu einfach machen oder überhaupt nicht helfen würde.

Doch nach den ersten drei Rennen scheint sich der Flügel bewährt zu haben.

Durch eine Verringerung des Luftwiderstandes erleichtert DRS den Fahrern nicht nur das Überholen, es ermöglicht ihnen ebenso, eng am Vordermann zu bleiben, was die Chancen auf einen erfolgreiches Überholvorgang an einem anderen Punkt der Strecke vergrößert.

Domenicali bleibt skeptisch

Ferrari-Teamchef Stefano Domenicali war allerdings weit weniger euphorisch als Rosberg.

Um beurteilen zu können, ob die Einführung des Heckflügels ein Erfolg sei, brauche es ein bisschen mehr Zeit: "Wir haben drei verschiedene Situationen in drei verschiedenen Rennen gesehen, daher müssen wir noch länger warten, um die richtige Balance zu finden"

Der Effekt des Aktivierungspunktes zu Beginn eines Laufes unterscheide sich erheblich von dem der gegen Ende des Rennens auftrete, abhängig davon, in welchem Zustand die Reifen seien, gab sich Domenicali skeptisch.

"Es hängt von den Reifen ab"

Der 45-Jährige sieht den Hauptgrund für die vielen Positionswechsel auf der Strecke ohnehin in den neuen Pneus. "Es hängt von den Reifen ab. Nicht von der Geschwindigkeit, oder ob du dahinter bist", erklärte Domenicali: "Der entscheidende Überholgrund in China war, dass die Reifen so unterschiedlich waren, dass du überholen konntest."

Der ehemalige Ferrari-Pilot Jean Alesi vertritt die gleiche Meinung.

"Soweit ich das beurteilen kann, haben die Reifen den größten Einfluss", sagte der 46-Jährige dem "Motorsport-Magazin": "Vor allem gegen Rennende wird es richtig spannend und das ist für die Fans klasse - es sorgt für spannende und unvorhersehbare Rennen."

Im Gegensatz zu Domenicali scheint er sich mit den Veränderungen bereits angefreundet zu haben.

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